OO-CC Balkantour

Vorbetrachtungen & Vorbereitungen

Die Planung für die diesjährige Tour starteten eigentlich schon Ende 2021. Damals war die Welt in Osteuropa nch in Ordnung und niemand konnte sich einen militärischen Konflikt vorstellen. Doch dann überfällt Rußland die Ukraine und das hat dann natürlich auch Auswirkungen auf die Tourplanungen der nächsten Jahre. So haben wir 2023 dann die lange Jakobsweg-Tour gemacht, in der Hoffnung, dass sich der Krieg in der Ukraine schnell erledigt hat. Doch wie wir jetzt alle wissen ist das nicht ganz so gelaufen. Jetzt war also guter Rat gefragt bei der Planung der 2024-er Tour. Wir entscheiden uns für eine Abänderung, was so viel bedeutet, dass wir die Ukraine natürlich nicht besuchen und auch ein Besuch in Moldawien erscheint uns zu riskant. Alles andere bleibt in etwa wie bereits 2021 vorgesehen. Wir wollen auf der Tour einige Weltkulturerbestätten besuchen und neue Länder kennenlernen.

Aber nicht nur die aktuelle Kriegssituation bereitet Sorge. Meine Gelenke sind auch nicht mehr die Neuesten und sollten eigentlich einer Generalrevision unterzogen werden. Erst nachdem ich eine Woche Radtour mit meiner Männertagsrunde ohne größere Komplikationen überstanden habe, entscheide ich mich, die Tour doch zu fahren. Wollen wir hoffen, dass es die richtige Entscheidung ist.

Technische Änderungen am Bike gibt es in diesem Jahr nicht. Klappi und ich überlegen sehr lange, was wir mit unseren Reifen machen. Die Conti Trail Attack haben bereits die Jakobsweg Tour hinter sich und knapp 10.000 Kilometer Kaufleistung sieht man den Reifen wirklich nicht an. Die erste Idee ist, bis Varna zu fahren und dort in einem BMW-Motorrad-Haus die Reifen zu wechseln. O.K. also schreibe ich ein Email an den Laden. Leider bekomme ich keine Antwort, was uns dazu bringt die Reifen doch in Halle bei unserem lokalen Dealer wechseln zu lassen. Holger läßt nur den Hinterreifen und ich beide Reifen wechseln. Kommentar Holger:

Mit dem Vorderreifen fahre ich noch die 2025-er Norwegen-Tour.
Na hoffentlich geht das gut. Nichts ist so schlimm, wie in den rumänischen Bergen mit defektm Reifen liegen zu bleiben. Ich fange Anfang 2024 an, die Route etwas detailierter zu planen. D.h. es werden die einzelnen Tagesetappen geplant und die avisierten "Must-Have" Punkte eingearbeitet. Anfang April werden die ersten 6 Hotels bis Varna über Booking gebucht. Alles läuft wie am Schnürchen, bis mit der Gedanke kommt, mal zu prüfern ob Mitte Juni die 2 rumänischen Traumstraßen Transfagarasan und Transalpina schon offen sind. Hatte so in Erinnerung, dass die 3 Monate im Jahr geöffnet sind - sollte also passen. Irrtum - die haben zwar 3 Monate offen, aber garantiert ist die Öffnung lediglich vom 1. Juli bis 30 September. Es kann zwar sein, dass aufgrund der Wettersituation schon mal 1-2 Wochen eher geöffnet wird, aber für unsere Planung ist das nicht machbar. Watt Nu ? Wir entscheiden uns eine Woche später loszufahren und dann auch noch in umgekehrter Richtung. Also zuerst über die Adria und dann die Runde zu den rumänischen Straßen. Zum Glück sind alle gebuchten Hotels ohme Probleme auf die neuen Ternine umbuchbar. Wieder ein Problem gelöst. So sollten wir pünktlich am 2. Juli in Rumänien die Straßen unter die Räder nehmen können.

Da wir maximal dreieinhalb Wochen für die Tour geplant haben, müssen noch einige weitere Kompromisse gemacht werden. So werden wir Serbien und den Kosovo nicht besuchen. Das hätte zusätzlich 2-3 Tage gebraucht. Ob wir Nord-Mazedonien besuchen hängt von den lokalen Gegebenheiten (Grenzkontrollen etc.) ab. Trotz allem sind es gute 6600 Kilometer, die am Ende der Planungsphase auf der Liste stehen. Damit wird die Tour in etwa so lang wie die letztjährige Jakobsweg Tour. Im dem letzten Jahr haben wir die Erfahrung gemacht, dass ein - zwei längere Pausen den Körper und dem Geist ganz gut tun. Und so planen wir 2 Tage in der Nähe von Dubrovnik und 2 Tage in Varna , um etwas aufzutanken. Das ist sicherlich eine gute Entscheidung.

Ich plane mittels "Kurviger Webseite" jeden Tag der Tour und schicke Klappi die gpx-Files, damit er sie in sein BMW Navigator 6 ( gepimptes Garmin) laden kann. Außerdem suche ich für alle gebuchten und später geplanten Hotels die GPX-Koordinaten raus. Auch diese werden auf Klappis und mein Navi gespeichert, um bei Bedarf einfach die Route zum Hotel berechnen zu lassen. Klappi kauft noch eine Übersichtskarte von Süd-Ost-Europa und ich suche aus meinem vorhandenem Kartenfundus vergangener Reisen noch einige Motorradkarten heraus. Damit sollten wir gut ausgerüstet sein.

Tag 1

Start the engine - auf geht's zum nächsten Motorrad-Abenteuer. Der "Wilde Balkan" ist das Ziel und wir hoffen auf viele spannende Erlebnisse. Um 10:00 Uhr trifft Klappi bei mir zu Hause ein. Heike, Daniela und Thomas verabschieden uns mit den besten Wünschen für eine schöne Reise und gesundem "Nach Hause kommen". Wir werden unser Bestes tun. Der erste Tag bringt uns nach Amberg in der Oberpfalz. Wie immer ist "Autobahn vermeiden" im Navi aktiviert und so genießen wir den ersten Tag über Landstraßen Thüringens und Bayern. Vor allem in Bayern sind die Straßen in einem 1A - Zustand und viele Orte werden über großzügig angelegte Umgehungsstraßen umfahren. Das macht richtig Spaß.

In Amberg angkommen suchen wir unser Hotel "Mariandle am Berg". Da es mitten in der Fußgängerzone liegt, ist das mit einiger Sucherei verbunden. Wir können sogar in der nagelneuen Tiefgarage unsere Bikes parken. Die Zufahrt ist noch nicht fertig und so ist die Garage eigentlich noch gesperrt. Aber die nette junge Dame an der Rezeption drückt ein Auge zu und so sind wir die Einzigen, die heute dort unten parken dürfen. Das ganze Hotel scheint offenbar gerade neu saniert. Super Zimmer und ganze oben auf dem Dach eine Sky-Bar, die wir natürlich nach dem Checkin als erstes besuchen, um bei genialer Aussicht über Amberg das erste Bier zu trinken.

Danach folgt ein kleiner Spaßiergang durch die Stadt. Da ich erst vor 2 Wochen mit meinen Kumpels von der Männertagsrunde hier in Amberg war, kenne ich mich ganz gut aus. Daher besuchen wir zum Abendessen auch wieder das Schloderer Bräu. Wir bestellen Rippchen, die ich noch in sehr guter Erinnerung habe. Auch heute werden wir nicht enttäuscht - die Dinger sind einfach ganz große Klasse. Was man vom selbstgebrauten Bier allerdings nicht sagen kann. Das Zeug ist leicht gewöhnungsbedürftig und bestätigt auch heute die bereits vor 2 Wochen gemachte Feststellung meiner vier Männertagskumpels:

Das Bier ist eigentlich nicht genießbar.
Schade eigentlich, den kulinarisch ist das Brauhaus top. Zurück im Hotel besuchen wir noch einmal die Skybar für ein letztes Bierchen. Ein toller erster Tag geht zu Ende.

Bilder des Tages

Tag 2

Das Frühstück wird in der Skybar angeboten. Bei super Wetter ist das natürlich wunderbar und wir genießen das sichtlich, zumal alles im Angebot ist, was das Herz begehrt. Ich bin schon etwas neugierig, wie sich das in einigen Tagen entwickeln wird. Ich habe bei den Hotelbuchungen immer "Mit Frühstück" gebucht und teilweise waren die Bewertungen nicht so prickelnd. Aber ich denke wir werden schon satt werden. Heute ist nochmal eine Etappe in Deutschland geplant, an derem Ende noch die Befahrung der Roßfeld-Panoramastraße ensteht. Wir verlassen Amberg auf der B85 in südlicher Richtung, passieren Schwandorf, ehe auf Höhe von Wiesent die Donau in Sicht kommt. Kurz danach legen wir eine größere Pause ein, als ein LIDL mit angeschlossener Bäckerei in Sicht kommt.

Das Thermometer zeigt schon wieder über 30 Grad. Über die B8 und B20 erreichen wir Staring und Landau, bis wir den Grenzort Burghausen ansteuern. Hier steht die nächste Pause an - ein MAC-Doof direkt an der Hauptstraße ist das Ziel. Hier gibt es wie immer saubere Toiletten und auch der MAC-Caffee ist trinkbar. Obwohl ich IT-technisch eigentlich ziemlich auf der Höhe bin, komme ich mit diesem dämlichen neuen Bestell-Terminals nicht klar - brauche gefühlt 10 Minuten um die Bestellung abzuschießen. Ach wie schön war das doch, als man dem Typen hinter der Tresen einfach sagen konnte "Ein MAC- Caffee bitte". Aber vielleicht bin ich einfach zu selten bei MAC-Doof, denn wenn ich sehe, mit welcher affenartigen Geschwindigkeit die Kids auf den Teil rumklimpern, dann komme ich doch ins Grübeln, ob ich noch auf der Höhe der Zeit bin.

Kaum fahren wir wieder einige Meter, da merke ich, dass Klappi auf meine Ansagen über das Sena SC2 Kommunikationssystem des C5 Helms nicht mehr reagiert. Wir halten an und checken die Sache. Ergebnis ist, dass sich offenbar mein Schwanenhals-Mikro im Helm verabschiedet hat. Nichts zumachen - ich höre zwar Klappi, aber er hört Null-Komma-Nichts. Wir werden das im Hotel nochmal testen. Vielleicht finden wir ja noch eine Lösung.

Heute ist offenbar der "Pannentag". Keine habe Stunde später meldet mein Display, dass die Scheinwerferlampe defekt ist. Wir steuern eine Tanke an und machen uns an den Wechsel der Lampe. Hatte natürlich eine Ersatzlampe eingepackt. Da die Lampe schon mehrmals gewechselt wurde, habe ich da schon eine gewisse Routine entwickelt, sodaß die gesamte Aktion in 20 Minuten erledigt ist. O.K. also weiter bis kurz nach Waging am See endlich die Alpen in Sichtweite kommen. Über der Salzstadt Bad Reichenhall und Bischowswiesen erreichen wir relativ früh am Nachmnittag Berchtesgaden und wenige Minuten später finden wir auch unser Hotel "Köppeleck" in Schönau am Königsee. Hier checken wir nur kurz ein, um zur schon genannten Roßfeldpanoramastraße zur fahren. Im WIKIist zu der Straße folgendes zu finden:

Die Roßfeldhöhenringstraße (heute offiziell: „Rossfeldpanoramastraße“) ist eine ganzjährig geöffnete, mautpflichtige Alpenstraße in der Rechtsform einer Bundesprivatstraße in den Berchtesgadener Alpen im Landkreis Berchtesgadener Land, Bayern (Deutschland). Die mautpflichtige Straße führt über das Roßfeld, einen nördlichen Ausläufer des Gölls. Das Roßfeld befindet sich zwischen dem Salzachtal im Osten und dem von Berchtesgaden nach Marktschellenberg ziehenden Schellenberger Tal im Westen. Im Süden wird das Roßfeld vom Hohen Göll (2522 m) überragt, im Norden schließt sich der Zinken an. Die Panorama-Ringstraße ist etwa 16 km lang, die größte Steigung beträgt 13 %. Mit maximal 1570 m ü. NN stellt sie die höchste durchgehende Straße Deutschlands dar. Die Scheitelstrecke verläuft teils auf österreichischem Staatsgebiet. Die Südauffahrt führt von der Klaushöhe in Obersalzberg über die Mautstelle Süd zum Ofnerboden, am Eckersattel vorbei an der Enzianhütte und der Unteren Ahornalm hinauf zur Oberen Ahornalm und weiter zum Parkplatz zu Füßen des Ahornbüchsenkopfs (1604 m), der höchsten Erhebung des Roßfelds. Die erste sehr scharfe Rechtskehre zwischen Unterer und Oberer Ahornalm wird nach einem deutschen Rallyefahrer Regerkurve genannt. Unmittelbar danach weist die Roßfeldhöhenringstraße ihre größte Steigung auf.
Auch wir fahren über die Südauffahrt. Vorher sehen wir zur linken das Dokumentationszentrum Obersalzberg, wo die Geschichte des Obersalzbergs und der NS-Diktatur dokumentiert wird. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Ich habe die Dokumentation gemeinsam mit meinen Männertagskumpels bereits 2009 angeschaut. Man sollte dafür einige Stunden einplanen angesichts der überwältigenden Informationsflut.

Auf der Ringstraße halten wir mehrmals an, um bei genialem Wetter die passenden Fotos zu schießen. Kurz bevor wir wieder im Hotel ankommen finden wir keine 500 Meter entfernt das schicke Hotel Hanauerlehen, welches für eine Pause bestens geeignet ist. Wir können unsere Bikes keine 3 Meter vom Tisch parken. Nur ein älterer Gast sitzt beim Bier noch mit am Tisch. Wir bestellen erstmal Getränke und einen Eisbecher. Der "Einheimische" Bayer hat extremen Gespächsbedarf und textet mir eine Boulette ans Ohr. Klappi hat sich geschickt hinter seinem Handy angeschottet und tut so, als wenn er stark beschäftigt ist.

Am Nachbartisch sitzt ein junger Asiate, der unsere Bikes mit großem Interesse inspiziert. Wir kommen mit ihm ins Gespräch und erfahren, dass er aus China kommt - genauer gesagt wohnt er in Chongqing - mit 32 Millionen Einwohnern die grüßte Stadt der Welt. Er ist zu einer Messe in Frankfurt und nutzt das freie Wochenende für einen Abstecher an der Königssee. Er hat in China auch ein Motorrad. Allerdings "Nur" eine 125-er und er träumt davon sich später auch eine "Dabbelju" zu kaufen und damit Europa zu erkunden. Es müssen natürlich unbedingt Fotos mit uns - den BMW's und ihm geschossen werden. Ein total cooler Typ, der seinen Weg bestimmt machen wird. Vielleicht sehen wir ihn ja in nächsten Jahren auf seiner BMW mal wieder - das wäre echt super.

Wieder im Hotel ist es dann auch bald Zeit, sich ums das Abendessen zu kümmern. Wir können das auf der Terrasse einnehmen. Das Hotel ist seit 2016 wohl in asiatischer Hand und das bedeutet, dass die Bedienung sehr freundlich und das Speisenangebot sehr - sehr reichlich ist. Allerdings hat das den Nachteil, dass in diesem Fall die Qualität doch etwas gelitten hat. Wieder im Zimmer holt Klappi noch 2 Viertel Wein und so können wir auf dem kleinen Balkon den Sonnenuntergang genießen. Die Untersuchung des Mikro-Problems meines Helms bringt keine Ergebnisse. Was können wir tun? Wir schauen welche Polo oder Louis-Läden in der Nähe zu finden sind. Eigentlich kommt nur Salzburg in Frage. Erster Anruf bei Polo - keiner geht ran. Dann Louis - hat leider schon geschlossen - Anruf erst morgen früh möglich. O.K. dann also morgen.

Bilder des Tages

Tag 3

Jippi - die Alpen rufen heute und wir werden die 2000-er Marke erreichen. Und genau dafür sind doch Motorräder gebaut. Also rauf aufs Bike und ab die Post. Pünktlich zur Öffnungszeit der Louis-Filiale in Salzburg rufe ich dort an. Die haben das Mirkro leider nicht auf Lager und müßten es bestellen - Lieferzeit ca. 6 Tage - also auch hier kein Erfolg.

Auf der B319 in nordöstlicher Richtung fahren wir bis Hallein, wo die Bikes mit Sprit befüllt werden. Wir sind bereits in Österreich und auf der Straße 159 schlängeln wir uns durchs traumhafte Salzachtal. Kurz vor Bischofshofen verlassen wir die 159 und es geht weiter auf der 99 bis Obertauern. Hier war ich mit Klappi bereits während unserer 2018-er Kroatientour mit "Reisen & Erleben". Ich habe noch gut den Stop beim Sporthotel Edelweiss in Erinnerung, wo ich auch heute anhalte, um vor dem Beatles-Monument einige Fotos zu schießen. So langsam kann sich Klappi auch daran erinnern. Er ist immer wieder erstaunt, dass ich noch so viele Details vergangener Touren im Hinterkopf habe.

Die 99 ist ist weiterhin die aktuelle Straße. Wir fahren durchs Taurachtal bis Mauterndorf und erreichen St. Michael im Lungau. Ganz unscheinbar geht es stetig bergauf und ehe wir uns versehen sind wir auf der 1641 Meter hohen Katschberghöhe, die das Katschtal in Kärnten mit dem Lungau im Salzburger Land verbindet. Man merkt eigentlich garnicht, dass es sich hier um einen Pass im eigentlichen Sinn des Wortes handelt. In Gmünd in Kärnten verlassen wir die 99 und es beginnt die Fahrt über die Maltatal Landesstraße, ehe wir die Maltatal Hochalmstraße erreichen. Die Fahrt hinauf ist sehr speziell, denn es geht durch viele kleine und enge Tunnel. Die Qualität des Belages läßt gerade im unteren Bereich keine Ablenkungen zu. Und selbst auf teilweise nicht breiterem Fahrweg als 2.5 Meter sind auch hier die Spezialisten von der Organspenderfraktion zu Gange, was die Auffahrt nicht leichter macht. Im WIKI finden wir zur Straße:

Die Malta-Hochalmstraße führt von der Gemeinde Malta in Kärnten zur Kölnbreinsperre. Es handelt sich um eine 14,4 km lange Mautstraße in reizvoller alpiner Landschaft, die von Anfang Mai bis Ende Oktober jeweils von 7 bis 18 Uhr befahrbar ist. Sie führt durch sechs eigentümliche Natursteintunnel, die in den Fels gehauen sind, einige Kehren und vorbei an vielen Wasserfällen im "Tal der stürzenden Wasser". Es geht auf eine Höhe von 1902 Metern bis zur Talsperre in den Hohen Tauern. Die Straße wurde ursprünglich als Baustraße für die Kölnbreintalsperre gebaut und später als touristische Attraktion für den normalen Verkehr freigegeben. Am Ende der Straße befindet sich auch das Bergrestaurant Hotel Malta mit einer Ausstellung zum Staumauer-Bau und eine Mineralien-Ausstellung. Busse, die nicht höher als 3,85 und nicht länger als 14 Meter sind, können die Tunnel passieren. An einigen Steigungsstrecken mit Haarnadelkurven ist die Straße nur einspurig befahrbar. Die Regelung erfolgt durch eine Ampelanlage. Die Wartezeit ist auf einer Anzeigetafel ablesbar und kann 20 Minuten dauern.
Oben angekommen befinden wir uns unmittelbar am Kölnbrein-Stausee mit einer Länge von 4,5 Kilometern, einer Fläche von 2,55 Quadratkilometer und einen Nutzinhalt von 200 Millionen Kubikmetern. Die Staumauer ist 600 m breit und 200 m hoch. Zur Rechten tront das gigantische Bergrestaurant Hotel Malta. Alles mehr als bereindruckend. Wir nehmen uns viel Zeit um einige schöne Bilder in den Kasten zu bekommen. Außerdem ist es hier oben angenehm kühl, um mal kräftig durchzuatmen.

Der Weg hinab ins Tal ist genauso spannend wie der Anstieg. Oft eröffnen sich phantastische Blicke hinunter ins Tal und auf die Straße. An einer Ampel stehen wir 15 Minuten, ehe wir wieder starten können. Im Tal angekommen wartet auch wenig später schon der nächste Kracher - die mautpflichtige Nockalmstraße. Ich habe die bereits 2 mal mit den Wörmlitzbiker besuchen können und war jedesmal begeistert von dem traumhaften Panorama links und rechts der Straße. Es gibt nicht viele Pass-Straßen in den Alpen, die derartig schön zu fahren sind, wie diese. Im Wiki findet man:

Die Nockalmstraße ist eine mautpflichtige Passstraße in Kärnten, Österreich. Sie führt von Innerkrems über eine Schulter (2049 m ü. A.) der Eisentalhöhe (2180 m ü. A.), Karlbad, Grundtal, die Schiestelscharte und Winkltal nach Ebene Reichenau. Auf einer Länge von 35 Kilometern schlängelt sich die Nockalmstraße über 52 Kehren zwischen Innerkrems und Reichenau bei maximal 12 % Steigung durch die Mittelgebirgslandschaft. Vor Ebene Reichenau mündet die Straße in die Landesstraße B 95, die ehemals steilste Passstraße Europas, welche Kärnten über die Turracher Höhe mit der Steiermark verbindet. Die Strecke, die auch für ungeübte Rad-, Motorrad- und Autofahrer geeignet ist, bietet einzigartige Aussichten.
Sowohl an der Schiestelscharte und der Eisentalhöhe sind wir auf über 2000 Metern unterwegs. An der Eisentalhöhe wird der obligatorische Stopp eingelegt. Unmengen Biker tummeln sich hier oben. Alle mit dem Ziel das ultimative Foto fürs Touralbum zu schießen. Wir setzen die Fahrt fort - ab Ebene Reichenau auf der Bundesstraße 95, die wir erst in Feldkirchen verlassen um die restlichen paar Kilometer bis zum Ossiacher See auf der 94 zu fahren. Das heutige "Gasthof zur Post" liegt genau an der Hauptstraße und ist daher problemlos zu finden. Die Bikes könne direkt vorm Hotel abgestellt werden. Dar Checkin ist schnell erledigt und so sitzen wir schon wenig später im Schatten der Terrasse und genehmigen uns das erste Bier des Tages. Es ist wieder brütend heiß. Teilweise zeigte das Thermometer des Bikes geschmeidige 35 Grad. Wir unternehmen einen kleinen Spziergang zum kaum 200 Meter entfernten Ossiacher See. Die Berge am gegenüber liegenden Ufer bieten super Ausblicke. Direkt aum Ufer des Sees finden wir das herrliche "Seerestaurant Neumaier’s". Keine 3 Meter vom Wasser unter einem Strohdach fühlt man sich fasst wie in der Karibik. Der junge Junior-Cheff des Hauses empfielt uns Hirter Bier. Und ich muss sagen, dass es mit Abstand eines der besten Biere ist, die ich bisher getrunken habe. Da bleibt es natürlich nicht bei einem. Im Hotel zurück, ist es Zeit zu Essen. Auch hier werden wir nicht enttäuscht - wie auch - wir sind in Österreich. Das morgige Ziel ist Postojna in Slowenien - wir sind gespannt. Wir versuchen noch einmal das Problem mit meinem Mikro zu lösen. Die Idee ist, das Teil über Amazon zu bestellen und es direkt nach Dubrovnik liefern zu lassen, wo wir in 4 Tagen 2 Übernachtungen gebucht haben. Doch auch diese Variante löst sich schnell in Luft auf. Amazon kann das Teil zwar dorthin liefern, aber die Lieferzeit beträgt 6-7 Tage. Da werden wir also auch den Rest der Tour ohne vernünftige Kommunikation auskommen müssen. Shit happens .....

Bilder des Tages

Tag 4

Am Südufer des Ossiacher Sees starten wir und nach 12 Kilometern passieren wir bereit Villach. Auf der 83 und 109 nähern wir uns ganz allmählich der Slowenischen Grenze und somit auch dem ersten "kleinen" Pass des Tages - dem Wurzenpass. Obwaohl er nur 1071 Meter hoch ist, hat er teilweise ganz erhebliche Steigungen zu bieten. Und da der Verkehr heute enorm ist, gestaltet sich die Auffahrt doch nicht ganz so einfach. Im WIKI findet man zu dem Pass:

Der Wurzenpass, slowenisch Korensko sedlo, ist ein Alpenpass über die Karawanken zwischen Kärnten in Österreich und der Gorenjska, Slowenien, auf der Strecke Ljubljana–Jesenice–Kranjska Gora–Villach. Mit einer Passhöhe von 1071 m ü. A. ist er einer der nicht ganz so hoch gelegenen Pässe Sloweniens. Bis zur Eröffnung des mautpflichtigen Karawankentunnels 1991 war der Wurzenpass mit seiner engen kurvenreichen Passstraße und bis zu 18 % Steigung (mit Notfallspur in der untersten Serpentine) einer der wichtigsten Grenzübergänge nach Slowenien bzw. vorher Jugoslawien, hat aber seit der Tunneleröffnung hauptsächlich touristische Bedeutung. Er ist der am weitesten westlich gelegene Pass der Karawanken und hat heutzutage kaum noch verkehrstechnische Bedeutung, außer für Motorradfahrer.
Der Wurzenpass ist allerdings nur ein Warm-Up für das eigentliche Highlight des Tages - dem Vršičpass. Den gilt es als nächstes zu bezwingen. Hier ist der Ausdruck nicht nicht übertriebn, den der Pass hat wirklich einige Besonderheiten zu bieten. Woillen wir zunächst mal schauen was im Netz dazu zu finden ist:

Der Vršičpass italienisch: Passo della Moistrocca, deutsch: Werschitz- oder Werschetzpass) (1611) ist der höchste für den allgemeinen Kraftverkehr befahrbare Gebirgspass Sloweniens und stellt die Verbindung zwischen Kranjska Gora und dem Dorf Trenta im Soča-Tal her. Der Pass bildet die Wasserscheide für Soča (Südverlauf) und Save (Nordverlauf) und damit zwischen dem Schwarzen und dem Adriatischen Meer. Die 51 Haarnadelkurven bestehen im nördlichen Teil der Passstraße teilweise aus Kopfsteinpflaster. Weniger mit seiner Höhe, vielmehr mit 51 nicht immer einfachen Kehren, weiß der Vrsic Sattel zu überzeugen. Die Südrampe von Trenta zur Passhöhe weist 27 davon auf, etliche von ihnen unübersichtlich und schmal. An der Nordrampe besteht der Belag vieler der 24 Kehren noch aus Pflastersteinen, die noch aus der Ausbauphase des Passes im Ersten Weltkrieg stammen.
Wir können diese Informationen umfänglich bestätigen. Ich bin den Pass bereits mit den Wörmlitzbikern anläßlich der 7-Ländertour 2010 gefahren und habe so meine Erinnerungen. Der Verkehr ist heute wieder gigantisch, was gerade die Nord-Auffahrt über die gepflasterten Kehren noch spezieller macht. Wenn dann auch noch eine Horde junger dynamischer Porsche Fahrer meinen, hier eine kleine Rallye veranstalten zu müssen, dann ist doppelte Aufmerksamkeit geboten.

Die Passhöhe ereichen wir dann aber doch problemlos und nachdem die notwendigen Fotos im Kasten sind, machen wir uns an die Abfahrt. Hier sind zwar keine gepflasterten Kurven im Angebot, aber die Straßen sind dafür teilweise extrem schmal und unübersichtlich. Wir bewegen uns auf der 206 über Trenta immer am kleinen Flüßchen Isonzo zu rechten, der uns weiter bis Most na Soci begleitet. Hier wird der Fluß angestaut und bildet einen kleinen See, der durch seine extrem türkise Farbe besticht. Ab Most na Soci ist der Idrijca Fluss - ein Zufluss zum Isonzo - unser Begleiter.

Wir sind überwältigt von der Schönheit der Natur hier in Slowenien - Wald so weit das Auge reicht. Auch macht es unglaublich Spaß sich hier mit dem Motorrad zu bewegen. Unser heutiges Ziel Postojna, auch deutsch Adelsberg. Die Etappe ist mit 205 Kilometern extra so kurz geplant, damit wir dort die größten Tropfsteinhöhlen Europa besichtigen können. So erreichen wir das "ECO Hotel Center" schon gegen 14:30. Uns bleibt also noch genügend Zeit für die Höhlenbesichtigung. Zu den Höhlen finden wir im WIKI:


Die Höhlen von Postojna, slowenisch Postojnska jama (italienisch Grotte di Postumia, deutsch auch Adelsberger Grotte), eigentlich im ganzen Ausmaß Postojna-Höhlensystem (Postojnski jamski sistem), liegen in der Nähe der slowenischen Stadt Postojna (deutsch: Adelsberg, italienisch: Postumia). Im dortigen Karstgebiet befinden sich die zweitgrößten bekannten und für Touristen erschlossenen Tropfsteinhöhlen der Welt (nach der Jeita-Grotte im Libanon). Das gesamte Höhlensystem ist 24 Kilometer lang. Der erschlossene und ganzjährig für den Tourismus geöffnete Teil umfasst 5 km, wovon die Besucher 3,5 km mit einem Zug zurücklegen. Das Höhlensystem besteht aus drei Hauptebenen – auf der untersten fließt noch heute der Fluss Pivka.

Der Checkin ist schnell erledigt und so können wir uns schon bald auf den Weg zu den Höhlen machen. Diese liegen ca. 1.5 km vom Hotel entfernt. Als wir dort ankommen, ist die nächste Führung 17:00 Uhr - wir haben also gut eine Stunde Zeit, um für den notwendigen Nachschub an Flüssigkeit zu sorgen. Kurz vor fünf reihen wir uns die Schlange ein, die sich vor dem Höhleneingang gebildet hat. Wir bekommen jeder einen Audio-Guide und steigen in den Höhlenzug, der uns 800 Meter in den Berg hineinfährt. Auch hier kann man schon sehr beeindruckende Tropfsteingebilde sehen. Dann beginnt die eigentliche Besichtigung. Und die ist wirklich mehr als umwerfend. Wir wandern auf asphaltierten kleinen Wegen von einer Höhle in die nächste. Alle haben irgendwelche Namen, die sich aus der Art und der Farbe der Tropfsteine ableiten. Die Teile sind teilweise mehrere Meter hoch. Eigentlich unbeschreibbar - man muß es mit eigenen Augen gesehen haben. Fasst am Ende ereichen wir die größte Höle des Komplexes. Sie ist mehrere Fußballfelder groß und fasst 10.000 Besucher, die hier Konzerte einer ganz besonderer Art erleben können - tief unter der Erde. In unmittelbarer Nähe sehen wir auch in 20 Meter Tiefe den Pivka-Fluß, wie er durch die Höle rauscht. Einfach gigantisch der gesamte Komplex. Die Höhle hat ganzjährig eine Temperatur von 10 Grad - bloß gut, dass ich dass vorher gegugelt habe und wir Jacken dabei haben. Umso krasser gestaltet sich nach 1.5 Stunden Besichtigung das Temperaturgefälle beim verlassen der Höhle - draußen sind es 25 Grad mehr.

Wir gehen zurück in den Ort und suchen eine Gaststätte. Das ist garnicht so einfach, denn die Auswahl ist eher übersichtlich. Letztlich finden wir in der Nähe des Hotels einen Italiener. Und was soll ich sagen - der absolute Volltreffer. Der Kellner spricht gut Deutsch und Englisch und ist üneraus kommunikativ. Die Speisen sind allererste Sahne und die angebotenen Weine aus der Region lassen uns eine ganze Weile hier verweilen. Zurück im Hotel treffen wir in der Lobby auf zwei Deutsche aus Thüringen. Sie sind dienstlich in der Gegend und arbeiten für einen Autozuliefer, der hier in Slowenien seine Werkzeuge fertigen lässt. Zwei ganz nette Typen, mit denen wir noch ganz nett bei einem Bierchen plaudern.

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Tag 5

Wir starten in den Tag mit einem ganz ordentlichen Frühstück. Hier in der Gegend gibt es noch eine weitere Sehenswürdigkeit - die Höhlenburg Predjama. Da fahren wir ales erstes hin. Keine 11 km sind wir unterwegs, als diese einzigartige Burg erscheint. Hier wieder die kleinen Infos aus dem WIKI:

Die Höhlenburg Predjama (Predjamski Grad, auch Höhlenburg Luegg) befindet sich bei dem Dorf Predjama (Luegg), neun Kilometer von Postojna (Adelsberg) in Slowenien. Die Burg befindet sich in einem Höhlenportal, genannt Erazmova Jama (Erasmushöhle). Am Ende des Tales, in dem der Bach Lokva unter einer hohen Felswand versickert, wurde die Burg in einer auf halber Höhe der Felswand befindlichen großen Höhle errichtet.

In der 123 Meter hohen senkrechten Felsenwand thront ein über 800 Jahre altes uneinnehmbares mittelalterliches Wunder. Hinter der größten Höhlenburg der Welt befindet sich ein Geflecht von geheimen Gängen, von denen aus sich der Ritter Erasmus von Predjama auf seine Raubüberfälle begab. In der Höhle unter der Burg fanden Fledermäuse ihr Heim. Erhalten ist u.a. der Geheimgang, der die uneinnehmbare Burg mit einem rund 14 km langen Höhlensystem verbindet über das die Burg auch bei Belagerungen ohne Probleme versorgt werden konnte.

Wir sind total geflasht als wir dieses geniale Bauwerk bestaunen. Leider reicht die zur Verfügung stehende Zeit nicht aus, eine Besichtigung zu machen, zumal erst in einer Stunde geöffnet wird. So müssen einige Fotos reichen.

Unser heutiges Ziel ist die Insel Rab, wo wir direkt im Hafenbereich von Rab ein schickes Hotel gebucht haben. Die Fahrt verläuft fasst ausschließlich in einer wundervollen Berglandschaft mit Höhen zwischen 600 und 900 Metern. Eine klasse Strecke, die vor allem nach Überquerung der kroatischen Grenze auch noch Kurvenspaß vom Feinsten zu bieten hat. Kurz unterhalb von Novi Vinodolski erreichen wir die Küstenstraße an der Adria. Sie führt uns bis Senj, einem Ort, den wir schon von unserer Kroatien-Tour kennen. Zur linken türmt sich das Gebirge auf und zur rechten sehen wir ständig die Insel Krk. Wir finden ein kleines Bistro, von dem man einem großartigen Blick auf das Meer und die Insel Krk hat. Von Senj aus sind es noch ca. 40 Kilometer auf der E45 bis wir den Fährhafen nach Rab erreichen. Und wir können diese Kilometer richtig genießen, den entgegen den vielen Berichten im Netz, dass die Straße meist sehr staulastig ist, haben wir heute nahezu keinen Verkehr. Und dann ist diese Straße einfach ein absoluter Traum. Vorbei an vielen kleinen Buchten, die hinter jeder Kurve zum Fotostopp einladen.

Am Fährhafen haben wir 45 Minuten Wartezeit. Es ist wieder brütend heiß. Die Überfahrt dauert nicht lange und die restlichen 15 Kilometer bis ins Hotel "Villa Arbia" sind schnell geschafft. Der Checkin dauert gefühlt eine Ewigkeit - 4 Engländer stehen vor uns und haben Fragen - Fragen - Fragen. Wir haben ein Zimmer im 20 Meter höher gelegenen Nebenhaus. Heißt bei 36 Grad die Koffer 50 Stufen nach oben schleppen. Dafür sitzen wir eine halbe Stunde später direkt am Meer - lassen uns eine frische Briese um die Ohren pfeifen und kämpfen gegen die Unterhopfung an. In einem Bistro direkt neben uns schauen die kroatischen Fans das Spiel ihrer Mannschaft bei der Fussball Europameisterschaft an - Stimmung vom Feinsten - leider nur 2:2 gegen Albanien - alle sind traurig und ahnen wohl schon, dass es in der Gruppe mit Spanien und Italien wohl nur zum dritten Platz reichen wird.

Es ist Essenzeit und wir suchen uns eine schickes Restaurant. Danach besuchen wir noch die sehr schicke Strandbar "The Beat Beachclub" in unmittelbarer Nähe des Hotels. Hier wird klasse Musik gespielt und einige Mixgetränke warten auf uns. Das Zimmer im Hotel ist zum Glück klimatisiert, und so können wir eine sehr entspannte Nacht verbringen.

Bilder des Tages

Tag 6

Für das Frühstück haben wir einen Voucher für das riesige Nachbarhotel "Valamar Padova" bekommen. Der Frühstücksbereich ist gigantisch. Es ist noch keine Saison und so ist die Anzahl der Gäste sehr überschaubar. Ich stelle mir gerade vor, was hier in der Hauptsaison abgeht. Des Angebot zum Frühstück ist einem 4 - Sterne Hotel angemessen. Alles ist im Überfluß vorhanden und sehr schön drapiert.

Wir steuern den Fährhafen an und haben total Glück, dass wir als letzte noch schnell auf die Fähre kommen. Wieder auf der Uferstraße E65 können wir die nächsten 2.5 Stunden atemberaubende Ausblicke bestaunen. Wieder ist der Verkehr kaum der Rede wert, was es uns ermöglicht, den Blick mal hinab in die vielen kleinen Buchten abschweifen zu lassen - eine tolle Strecke.

Unser heutiges Ziel ist das Hotel "Villa Katarina" in Trogir, genauer gesagt auf der Insel Otok. Die gesamte Altstadt zählt seit 1997 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Als wir den Ort erreichen sind es schlappe 36 Grad und die Hauptstraße ist wegen massiver Bauarbeiten gesperrt. Unsere Navis haben offenbar auch schon einen Hitzekoller und keinen wirklichen Plan, wie wir zum Hotel kommen sollen. Da hilft nur eins - schauen was die Einheimischen so machen. Ich klemme mich hinter eine junge Rollerfahrerin. Das passt - über kleinste Nebenstraßen umfährt sie die Baustelle und nach einiger Zeit hat auch Navi die Spur zum Hotel wieder aufgenommen. Wir reißen uns die Jacken runter und bestellen heute mal sofort ein Bier. Erst danach checken wir ein. Und da das heutige Hotel einen schicken Pool hat, wird der als nächstes besucht. Was für eine Abkühlung, nachdem wir heute teilweise die 40 Grad Marke gerissen haben.

Die Besichtigung der Altstadt sparen wir uns dann doch lieber. Zum einem sind es immer noch über 30 Grad und der Fußweg von 3.5 Kilometer bei diesen Temperaturen schreckt uns dann doch etwas ab - man kann halt nicht alles haben. Zum Abendessen brauchen wir nur etwa 200 Meter zu laufen und finden direkt am Strand ein gutes Restaurant. Ich bestelle gegrillte Kalamari - sehr lecker. Wir halten es hier eine Weile aus, da auf dem TV das EM-Spiel Dänemark - England gezeigt wird. Im Hotel zurück gibt es dann noch im Zimmer das Spiel Spanien - Italien zu sehen.

Bilder des Tages

Tag 7

Heute ist wieder ein kürzere Etappe geplant, die uns bis kurz vor Dubrovnik bringen wird. Ein Hotel zu einem angemessenen Preis in Dubrovnik für zwei Tage zu finden gestaltete sich in der Planungsphase recht schwer. Es werden Preise jenseits von 450 €uro aufgerufen. Darauf können wir wirklich verzichten und haben das Hotel "Villa Babilon" in Zaton gebucht. Das ist ein kleiner Ort etwa 12 Kilometer vor Dubrovnik und mit einem Preis von 290.-€ für zwei Tage inkl. Pool können wir sicher gut leben. Von Zaton fährt ein Bus nach Dubrovnik, sodaß wir das Bike nicht bewegen müssen. Da können wir nur hoffen, das alles wie geplant klappen wird.

Die Straße Nr. 8 leitet uns den ganzen Tag immer direkt an der Adria entlang. Eine klasse Strecke die nach 25 Kilometer Split tangiert. Hier verhaspelt sich meine Navi total und wir müssen eine 15 Kilometer lange Extrarunde drehen. Aber dann läuft alles wie am Schnürchen. Man könnte am liebsten in jeder Kurve und Bucht anhalten - so begeisternd ist die Gegend. Ich freue mich aber auch schon sehr auf den Pool im Hotel, da die Temperaturen sich wieder in den Mitte Dreizigern bewegen.

Wir kommen im Hotel an. Alles geschlossen - an der Tür ein Zettel - kein Strom in der Region - bitte anrufen. Das machen wir dann schließlich auch. Keine 20 Minuten später kommt ein Mitarbeiter, der uns erklärt, dass es weiträumig landesübergreifend inkl. Albanien und Montenegro zum Blackout gekommen ist. Er hofft , dass es am Abend wieder alles normal laufen wird. Das ist zu hoffen, denn ohne Klimaanlage ist die Nacht bestimmt sehr kurz. Wir können zumindest das Zimmer beziehen. Das geht extrem schnell, denn der Pool ruft.

Wir treffen zwei deutsche junge Ehepaare aus Bayern, die hier für 5 Tage eingecheckt haben. Da es im Hotel aktuell keine Bedienung gibt, geben sie uns den Tipp, zum 50 Meter entfernten Supermarkt zu gehen, wenn wir Getränke brauchen. Klappi macht sich sofort auf die Spur und kommt mit 2 Sixpacks zurück. Einige werden gleich am Pool gelöscht.

Der Strom kommt zum Glück am späten Nachmittag zurück und sofort springen die Außengeräte der Klimaanlagen an. Glück gehabt - wir werden heut gut schlafen. Vorher ist allerdings noch genügend Zeit, um uns nach einer passenden Lokalität zum Abendessen umzuschauen. Den Tipp dafür geben uns die 4 Bayern. Wir gehen zur Bucht herunter, wo sich das schicke "Dandy Restaurant" befindet. Das liegt unmittelbar am Wasser und bietet ein ausgezeichnetes Angebot an Frischfisch. Das nutze ich natürlich, und bestelle See Bass - deutsch Wolfsbarsch - ein ausgezeichneter Fisch. Ich werde nicht enttäuscht - der Fisch ist sehr köstlich.

Am Nachbartisch nimmt ein Ehepaar Platz, mit dem wir schnell ins Gespräch kommen. Sie kommen aus Holland und machen mit dem Auto auch eine kleine Balkanrundreise. Wie auch schon in der Vergangenheit, mache ich die Erfahrung, dass die Holländer ein überaus nettes Völkchen sind - selten war ein Gespräch so unterhaltsam. Beide sprechen sehr gut Englisch und auch ihr Deutsch ist 100% besser als mein Holländisch. Zurück im Hotel sitzen wir noch ei Weilchen am Pool bis um 21:00 noch das EM- Spiel Holland gegen Frankreich geschaut wird.

Extrem laaannngggweeiiilig !!!!!!!


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Tag 8

Der erste motorradfreie Tag der Tour wird genutzt, um Dubrovnik einen Besuch abzustatten . Wir haben gestern Abend noch ausgiebig den Busfahrplan studiert und uns einen Plan gemacht. Das Frühstück im Babilon ist so la-la. Kein Buffett und man kann zwischen drei überschaubaren Menüs wählen. Gegen 10 Uhr gehen wir zur Bushaltestelle, die direkt gegenüber dem Hotel liegt. Mit einiger Verspätung sitzen wir dann im Bus - Karten beim Fahrer - schon mal gut. Keine 20 Minuten später erreichen wir die Metropole der Adria. Am Fährhafen liegt schon ein Kreuzfahrtschiff - allerdings der kleineren Art. Der Bus bringt uns bis zur Haltestelle in der Nähe der historischen Altstadt, zu der man in WIKI folgendes findet:

Dubrovnik ist eine Stadt im südlichen Kroatien an der Adriaküste. Die Altstadt wurde im Jahr 1979 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Stadt liegt nordöstlich von Lokrum, der letzten Insel an der südlichen Adria, wo dann das offene Meer beginnt. Die Stadt liegt an den Südhängen des Dinarischem Gebirges am Fuße des 412 Meter hohen Berges Srđ und ist die letzte größere Küstenstadt im Süden Kroatiens. Nördlich gelangt man nach etwa 11 Kilometern zur Staatsgrenze von Bosnien und Herzegowina. Montenegro ist etwa 38 Kilometer südlich von Dubrovnik entfernt. Die Altstadt von Dubrovnik ist ein einmaliges mittelalterliches Areal einer mit Mauern befestigten Stadt mit zahlreichen Baudenkmälern aus dem Mittelalter, Barock und Renaissance, die sich heute in einem ausgezeichneten Zustand befinden und ein in sich geschlossenes architektonisches Ganzes bilden.
Da die Bushaltestelle oberhalb der Altstadt liegt, haben wir einen genialen Blick auf die Stadt. Die Temperaturen sind schon wieder bei 33 Grad angekommen. Ehe wir im Zentrum der Altstadt ankommen, gilt es gefühlt 300 Stufen hinab zu steigen - eine schweißtreibende Angelegenheit. In der Altstadt ist schon allerhand los - tausende Touris drängeln sich durch die sehr engen Gassen. Im Prinzip wechseln sich ausschließlich Restaurants und Andenken-Läden ab. Wir schleckern erstmal ein gutes Eis, ehe wir zu einer Besichtigung starten. Gasse hoch - Gasse runter .... Pause .... Radler .... Gase hoch .... Gasse runter .... Gasse hoch. In all diesen Gassen und vielen Innenhöfen Restaurants, vor denen nette Angestellte die Touris zum Verweilen auffordern. Wir sind auf der Suche nach dem Start der 1940 Meter langen Stadtmauer, die man komplett begehen kann. Die finden wir dann auch irgendwann. Die rufen geschmeidige 35 €uro auf, was uns dann doch abschreckt. Außerdem ist man dort oben der Sonne gnadenlos ausgeliefert - geschätzt bei 40 Grad und mehr. Wir schlendern noch ein wenig durch die hübschen Gassen und auch für ein leckeres Bierchen ist genügend Zeit, ehe wir uns auf den Rückweg zum Hotel machen. Natürlich wieder die vielen Stufen berghoch - mein T-Shirt ist total duchgeschwitzt.

Der Bus läßt wieder eine Weile auf sich warten. Gegen 15:30 sind wir wieder im Hotel und suchen Abkühlung im Pool. Am Abend besuchen wir wieder ein Restaurant am Wasser - heute das "Konoba Vala". Das Essen ist ebenfalls ganz gut, auch wenn wir den Eindruck haben, dass hier mehr Massenabfertigung als guter Service geboten wird. O.K. wir essen gut und im Hotel warten dann noch kalte Biere aus der Minibar auf uns. Morgen verlassen wir Kroatien. Landschaftlich sicher eine der schönsten Gegenden, wo man in Europa Motorrad fahren kann. Etwas anders schaut mit den Preisen aus. Die kroatische Währungseinheit ist ab dem 1. Januar 2023 der Euro , das einzige offizielle Zahlungsmittel in Kroatien, das die bisherige Kuna abgelöst hat. Und das merkt man leider als Tourist sehr deutlich. Die Preise in den Restaurants haben duchaus deutsches Niveau und auch die Hotels haben deutlich angezogen. Das bin ich mal gespannt, wie sich das in den noch folgenden Ländern entwickeln wird.


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Tag 9

Heute verlassen wir Kroatien und werden 3 weitere Balkanstaaten kennenlernen. Bis kurz vor Dubrovnik fahren wir die gleiche Strecke wie gestern mit dem Bus. Kurz hinter der riesigen Brücke biegen wir dann jedoch auf die 223 ab, die uns bis zur Grenze nach Bosnien Herzegowine bringt. Die Grenzkontrolle ist in 30 Minuten erledigt. Dann sind wir auch schon auf der M20. Kurzt nach Ort Trebinje wird es dann die M6 die weiter am Fluss Trebišnjica bis Zupa führt. Hier bin ich etwas unaufmerksam und biege falsch ab. O.K. no Problem - 5 km zurück und schon sind wir wieder auf der richtigen Route. Das Gleiche passiert kurz vor Grabovo, wowir eigentlich auf die P23 abbiegen wollten, um dann in Kotor die berühmten Kotor-Serpentienen von ober her zu fahren. Leider merke ich den Fehler erst zu spät und so bleiben wir auf direkter Route nach Kotor auf der P11. Eine sehr gute Strecke mit vielen super Panoramen. Vor allem, als tief im Tal die Bucht von Kotor erscheint.

Hier biegen wir auch wieder falsch ab. Zunächst macht die Straße einen ganz guten Eindruck. Ich wundere mich aber doch schon, dass uns keine Fahrzeuge entgegen kommen. Nach einigen Kilomtern ist auch klar warum. Die Straße bzw. das was man noch Straße nennen kann wird immer schmaler und ist mit Steinen ordentlicher Größe übersäht. Stopp - hier geht nichts mehr - wir müssen zurück, was keine leichte Übung ist, da die Maschine gewendet werden muß - keine 2 Meter Platz und rechts geht es mehrere hundert Meter bergab. Wir schaffen das natürlich und sind nach 10 Minuten wieder auf der Hauptstraße P11 die dann auch bald in die E80 und E65 übergeht. Der Verkehr ist gigantisch und an überholen ist nicht zu denken. So geht es weiter bis, wir schließlich in Kotor sind und dort ein nettes Lokal finden, wo wir Bruscetta essen und kalte Limo trinken können. Das wurde aber auch höchste Zeit. Wir verlassen Kotor auf der E80 - leider ohne die Kotor-Serpentinen - leider. Denn allein der Blick auf diese ist wohl schon gigantisch. Bald sind wir wieder auf er E80, die wieder direkt am Meer in Richtung Süden führt. Bei Petrovac biegen wir links auf die M2 ab. Das nächste Ziel ist der Skadar-See, zu dem man im WIKI folgendes findet:

Der Skutarisee (auch Shkodrasee oder Skadarsee, historisch auch italienisch Lago di Scutari) ist der größte See der Balkanhalbinsel und der größte See Südeuropas. Die hier verwendete Bezeichnung hat der See nach dem früher verwendeten italienischen Namen der an der Südostspitze des Sees gelegenen albanischen Stadt Shkodra (serbisch/montenegrinisch Скадар/Skadar). Der See liegt im Grenzgebiet zwischen Montenegro und Albanien, der montenegrinische Anteil an der Fläche des Sees ist etwas größer als der albanische. Nach Südwesten ist er durch das bis zu 1600 Meter hohe Gebirge Rumija von der nur 20 Kilometer entfernt liegenden Adria getrennt, während sich an der Nordostseite ein weit gedehntes, teilweise versumpftes Flachland anschließt.

Wir erreichen den See und biegen auf die südliche Uferstraße P16 ab. Die ersten Kilometer sind noch ganz in Ordnung. Der See zur linken tief unter uns gibt ein super Panorama, für das wir aber schon bald keine Blicke mehr übrig haben. Die Straße wird immer enger und oft reiht sich Schlagloch an Schlagloch. Dabei ist sie oft nicht mehr als 2 Meter breit, was bei entgegen kommenden Autos zu einem Abenteuer wird. Das Ganze geht etwa 40 Kilometer so und ich höre Klappi im Helmlautsprecher einige Flüche ausstoßen. Aber was soll's wir müssen da jetzt durch.

Bald sind wir auch schon an der Grenze zu Albanien und zum heutigen Ziel Shkodra ist es nicht mehr weit. In der Stadt selbst herrscht reger Verkehr. Unser Hotel Tradita, ein charmantes Boutique-Hotel, ist schnell gefunden. Ein Mitarbeiter weist uns sofort einen Platz für unsere Bikes direkt vor der Bar zu. Wir sind ganzschön duchgeschwitzt. Das sieht auch der Kellner hinter der Bar und spendiert erstmal ein Bier auf's Haus - Klasse !!

Das Hotel ist wie eine Oase inmitten einer kleinen Geschäftsstraße. Ein super Innenhof mit vielen Tischen lädt zum Verweilen ein. Die klimatisierten Zimmer sind mit historischen Möbeln ausgestattet. Wir checken ein und können die nassgeschwitzten Klamotten auf einem kleinen Balkon zum trocknen stellen. Dann müssen erst mal einige Biere getrunken werden - der Tag heute war sehr anstrengend.

Für das Abendessen finden wir einen schönen 2-er Tisch im Innenhof. Wir bestellen Fisch überbacken in einer Art Tonpfanne. Überaus lecker, wenn man von der Tatsache absieht, dass de Fisch sehr viele Gräten hat. Wir bestellen jeder noch einen köstlichen Rose-Hauswein.

Am Nachbartisch nimmt eine Familie Platz - Mann mit 2 Frauen und 2 Kindern. Die Frauen in schwarzer Vollverschleierung - es ist nur ein kleiner Schlitz für die Augen zu erkennen - das Ganze bei immer noch geschmeidigen 30 Grad. Es handelt sich bei der schwarzes Kutte um eine s.g. Niqab. Da bin ich aber gespannt, wie sie Getränke und Essen zu sich nehmen. Und siehe da - es wird unterhalb des Mundes der Schleier etwas gelüftet, wo eine Glas Cola und später auch das Essen verschwindet. Alter Falter - ich bedauere die armen Frauen - Religionen muß ich wirklich nicht verstehen. Um 21:00 Uhr gibt es dann auf dem Zimmer noch das EM-Spiel Schweiz gegen Deutschland.

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Tag 10

Die zweite Übernachtung in Albanien ist heute am Ohridsee vorgesehen. Wir bekommen morgens im Hotel ein schönes Frühstück. Dann verlassen wir die Stadt auf der 762. Wir passieren die Tirana - die Hauptstadt Albaniens. Man merkt sofort am Verkehr, dass man sich der Stadt nähert. Hier wohnen mehr als 600.000 Einwohner. Wir sind schon froh, als wir uns durch das Gewühl gekämpft haben. Kurz hinter Elbasan orientieren wir uns östlich auf der 852 entlang des Flusses Lumi Shkumbin. Er ist eine ganze Weile unser Begleiter. Es geht stetig bergan und kurz vor dem Ohrid See sind wir auf gut 900 Meter. Schon kurz danach erscheint im Tal der See.

Der Ohridsee ist der zweitgrößte See der Balkanhalbinsel sowie einer der ältesten der Erde. Er gehört zum größeren Teil zu Nordmazedonien, dessen größtes Gewässer er ist, zum kleineren Teil zu Albanien. Der Wasserspiegel liegt 695 m ü. A. Die maximale Tiefe beträgt 288 Meter. Seine Fläche wird in Nordmazedonien mit 349 Quadratkilometern angegeben. Am nordmazedonischen Ufer sind Ohrid und Struga die wichtigsten Städte, am albanischen ist es Pogradec. Insgesamt leben mehr als 200.000 Menschen rund um den See. Der See ist im Zentrum des UNESCO-Welterbes Natur- und Kulturerbe der Ohrid-Region. 1979 wurde der jugoslawische Teil des Sees als Naturerbe eingetragen - 2019 wurde auch der albanische Teil ins Welterbe aufgenommen.

Den See zur linken sind es keine 20 Kilometer bis zum Hotel. Hier gestaltet sich die Suche nach dem "Hotel Victoria" mehr als spannend. Das Ufer, an dem das Hotel liegen soll, ist etwa 200 Meter entfernt. Das Navi will mich auf einen Weg abbiegen lassen, der einigermaßen gute Offroad Erfahrungen voraus setzt. Wir befragen Klappis Navi. Sein Navi fürt uns 500 Meter zurück, auf einen Dreckweg, der dem vorigen kaum nachsteht. O.K. als dann hinab - Loch an Loch - wir schlängeln uns durch.

Das Hotel kommt endlich in Sicht. Kurz davor eine kleine Straße, die direkt auf die Hauptstraße führt - haben wir total übersehen. Egal - jetzt stehen wir vor dem Hotel und können einchecken. Klasse Zimmer mit derektem Blick auf den See - ein Traum. Das Hotel ist top in Schuß. Ein großer Gastraum mit riesigen offenen Türen - keine 20 Meter vom See entfernt. Wir schlüpfen in die Badehosen und genießen die herrliche Abkühlung. Dann wird der Akku aufgetankt - in Form von ganz leckeren Bieren. Danach wird noch etwas relaxed, mit den Angehörigen telefoniert (machen wir eigentlich jeden Abend) und der Whatsapp Status befüllt. Klappi ist wieder mal eine wenig enttäuscht - er hat heute noche keine 60 Besucher auf seiner Status - Seite. Das ist offenbar so etwas wie eine Schallmauer, bei der dann endlich Freude aufkommt. Aber das wird bestimmt noch.

Das Essen im Hotel ist genauso lecker, wie auf den Bewertungen von "Booking.com" zu lesen ist. Ich nehme frischen Koranfisch (im Prinzip eine Süßwasserforelle), in einer Glasform. Überaus gut zubereitet und sehr sehr lecker. Nach dem Essen gönnen wir uns noch eine Flasche Wein. Am Nachbartisch sitzt wider ein Ehepaar aus Holland. Auch mit ihnen kommen wir sofort ins Gespräch. Derweil holt der Kellner eine riesieg Flasche Raki hinter dem Tresen vor. Wir sollen den unbedingt kosten - natürlich auf's Haus. Das Zeug ist offenbar selbst gebrannt und hat sicher über 50%. Schmeckt aber ganz lecker und kaum ist das Glas alle, wird nachgeschenkt. Dieses Hotel ist für mich das bisher beste, was wir während unserer Reise hatten, zumal auch die Preise endlich ein deutlich besseres Niveau haben, als in Kroatien. Ein wenig ärgere ich aber doch. Bei der Planung der Tour wollten wir eigentlich noch einen Abstecher nach Nord Mazedonien machen, um das kaum 15 Kilometer entfernte Kloster Sveti Naum anzuschauen. Die Tagesetappe war jedoch sehr hart und bei den noch am Abend herrschenden Temperaturen habern wir das dann doch abgewählt. Und dann vielleicht noch zweimal an der Grenze zu stehen macht auch keinen Spaß.

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Tag 11

Die dritte Übernachtung in Albanien ist heute wieder am Meer in Saranda. Wir haben die Route am Abend etwas modifiziert, denn eigentlich war der Llogara-Pass im Programm fest eingeplant. Das wären dann aber gute 350 Kilometer, auf ausschließlich kurvigen Terrain. Kurven hatten wir gestern bis zum Abwinken und da der Wetterbericht wieder Temperaturen um 35 Grad prognostiziert, entscheiden wir uns für eine Abkürzung, d.h. den direkten Weg von Pogradec nach Saranda. Dort erwartet uns ein Hotel in unmittelbarer Strandnähe.

Wir verlassen unser schönes Hotel und benutzen die kleine steile Auffahrt zur Hauptstraße. Wir folgen der SH75 und stellen bald fest, dass die Wahl die Straße nicht die schlechteste Option war. Schnell sid wir auf 1000 Meter Höhe und die vielen Kurven laden bei 1A Straßenzustand zum Cruisen eine. Wir haben es nicht eilig, den auch die heutige Strecke ist nur 245 km lang. Wir fahren heute auch ein ganzes Stück durch Griechenland. Die Grenze passieren wir am Fluss Sarantaporos. Nach 15 Minuten Wartezeit haben wir die Grenze passiert. Das allerdings auch nur, nachdem uns etliche Autos vorbeigewunken haben - Klasse. Jetzt sind wir gute 50 Kilometer auf griechischem Gebiet unterwegs. Die Straßenqualität wird nochmal einen ganzen Zacken besser. Hier haben sie eine Straße mit nagelneuem Asphalt überzogen und es macht gigantisch Spaß hier zu fahren. Gefült sind wir die ersten, die diese Straße nutzen - kaum Verkehr.

Aufgrund der kurzen Etappe sind wir schon relativ früh in Saranda. Hier ist dann jedoch der Teufel los - sprich Verkehr bzw. Stau vom Allerfeinsten. Bei 35 Grad ist das eine Situation, die Biker nicht unbedingt lieben. Dazu kommt, dass der ganze Ort mit vielen kleinen Einbahnstraßen "gesegnet" ist. Das WIKI sagt:

Saranda (albanisch auch Sarandë) ist eine Hafenstadt im äußersten Süden Albaniens mit rund 17.500 Einwohnern. Saranda ist ein beliebter Badeort am Ionischen Meer unweit der griechischen Insel Korfu. Saranda liegt an einer kleinen, nicht sonderlich geschützten und nach Süden offenen Bucht, die von 200 bis 400 Meter hohen Hügeln umgeben ist. Von hier sind es nur wenige Kilometer zur südwestlich gelegenen griechischen Insel Korfu. Die bedeutendste Sehenswürdigkeit bei Saranda sind die ausgedehnten antiken Ruinen von Butrint etwa 15 Kilometer südlich der Stadt, seit 1992 Unesco-Weltkulturerbe.
Wir schlängeln uns durch die engen Straßen - Fast alle gefließt und abschüssig, was ich mit bei regnererischem Wetter besonders amüsant für Biker vorstelle. Das Navi dreht auch wieder am Apfel - wir drehen einige Extrarunden - natürlich immer im Stau. Mir läuft der Schweiß in Strömen. Endlich ist das "Hotel Royal Saranda" erreicht. Einparken direkt an der Straße, nachdem wir einen der unzähligen Roller etwas "umgeparkt" haben. Die überaus nette Servicekraft am Empfang spendiert mal schnell eine 1.5 Liter Flasche Wasser aus dem Kühlschrank. Wir checken ein und ziehen sofort die Badehose an. Das Meer ist keine 50 Meter entfernt und läßt den Körper etwas abkühlen. In einer schicken Bar direkt am Strand gibt es endlich etwas, um die Unterhopfung zu bekämpfen - wurde aber auch höchste Zeit. Am Abendessen besuchen wir wieder die schicke Bar. Wir sind sehr angetan von den überaus netten Kellnern. Das können wir eigentlich für ganz Albanien feststellen. Alle Leute sehr sehr zuvorkommend und höflich. Auch von der Sauberkeit der Orte sind wir beeindruckt. Insofern hat sich sich der "Geheimtipp Albanien" wirklich bewahrheitet.

Nach dem Abendessen drehen wir noch eine ausgiebige Runde an der langen Uferpromenade. Es sind Unmengen von Menschen unterwegs und die unzähligen Restaurants, Caffe's, Eisdielen und Bistros laden zu Verweilen ein. Wir holen erstmal ein Eis - Zahlung in Euro zum Glück möglich. In einer schicken Musikkneipe finden wir in der obersten Etage einen schönen Tisch mit Blick auf's Meer. Wir testen die angebotenen Cocktails, von deren Qualität wir dann aber doch nicht so überzeugt sind. Macht aber nichts - die Aussicht und die wirklich Klasse Musik entschädigen. Gegen 22:30 sind wir wieder im Hotel.

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Tag 12

Griechenland wir kommen zurück. Vorher gönnen wir uns aber ein ganz passabeles Frühstück auf der Hotel-Terasse im 5. Stock. Wir müssen uns dann wieder aus der quirliegen Stadt herausmanövrieren. Auch um 9:30 ist hier schon ordentlich was los. Letztlich schaffen wir es dann doch und sind wieder auf dem Weg Richtung Griechenland, was wir nach knapp 50 Kilometern erreichen. Mit dem Pamvotida-See erreichen wir den südlichsten Punkt unserer Reise. Von hier aus geht es gute 50 Kilometer stetig bergan, bis wir auf gut 1000 Meter Höhe sind. Die Qualität der Straße ist ausgezeichnet und durch die nicht endenden Kurven läßt es sich ausgezeichnet fahren. Beim letzten Fotostopp am See habe ich irgendwas an den Helligkeits-Einstellungen meines Eier-Fones verstellt, mit dem Effekt, dass das gesamte Display schwarz ist. Wir halten dann auch wenig später mitten in den Bergen am schicken Bistro Koridallos an. Eine überaus nette Kellnerin bringt uns die gewünschte kalten Getränke. Ich kümmere mich derweil um mein Handy und bin so langsam am Verzweifeln. Plötzlich melden sich zwei Typen aus Deutschland, die hinter der Ecke des Bistros sitzen. Sie haben offenbar unsere Unterhaltung gehört und einer der zwei bietet sofort seine Hilfe an.

He gib mir mal Dein Handy - Ich bin Ingenieur
Und siehe da - nach gefühlt 5 Minuten ist das Problem wirklich gelöst und der Bildschirm ist zum Leben erweckt. Wir unterhalten uns noch eine ganze Weile mit den zweien ehe es weiter geht. Was für ein Zufall - mitten im griechischen Nirgendwo triffst Du zwei coole Typen, die die dann auch noch bei einen Technikproblem helfen - wie klein ist doch die Welt

Das heutige Ziel Kalampaka ist dann auch schnell erreicht. Das Hotel "Galaxy Kalampaka" liegt mitten im Ort. Wir können auf einem kleinen Hinterhof parken. Dazu sollen wir nur 50 Meter die Einbahnstraße in die falsche Richtung fahren - ist kein Problem "machen hier alle so". Die super nette Dame an der Rezeption meint, heute hätte es wenig Sinn zu dem weltberühmten Klöstern zu fahren - viel zu heiß. Besser am frühen Morgen die 20 km lange Ringstraße um die Berge und Klöster fahren. Wir nehmen diesen Rat gerne an und checken erst mal ein. Direkt am Stadtrand liegen die Meteora Klöster zu den man folgendes findet:

Die Metéora-Klöster, östlich des Pindos-Gebirges nahe der Stadt Kalambaka in Thessalien, Griechenland gelegen, gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der Name Metéora leitet sich von altgriechisch μετέωρος metéōros, deutsch ‚in der Luft schwebend‘ ab. Dieser Name beschreibt die Lage der Klöster, die auf hohen Sandsteinfelsen gebaut wurden und bei dunstiger Luft manchmal zu schweben scheinen. Die gesamte Anlage besteht aus 24 einzelnen Klöstern und Eremitagen, von denen heute nur noch sechs bewohnt sind. Die restlichen achtzehn Klöster sind entweder zu schwer zu erreichen oder wurden wegen Einsturzgefahr verlassen.
Der folgende kleine Stadtrundgang macht dann schon Spaß auf den morgigen Tag. Die riesigen Felsen türmen sich hinter den Häusern auf und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr raus. Wir finden schließlich auch eine schickes Restaurant und speisen natürlich griechisch. Auch hier ist die Bedienung (ältere Dame) sehr kommunikativ und nett. Ich bin bisher sehr angetan von Griechenland.

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Tag 13

Wie geplant starten wir den Tag mit einer Runde um die gigantischen Felsen von Meteora. Hinter jeder Kurve wechseln die Panoramen. Fasst auf jeden Berg ist hier ein Kloster gebaut. Ich frage mich, wie die Menschen im 16. Jahrhundert diese Meisterleistungen vollbracht haben. Wir halten mehrmals an, um die fantastischen Eindrücke festzuhalten. Ich habe bisher auf meinen Reisen kaum etwas schöneres bewundern können. Allein die Besichtigung von Meteora war die Reise wert.

Nach einer Stunde Besichtigung machen wir uns auf den Weg zur zweiten Übernachtung in Griechenland. Es sind heute gute 400 Kilometer und wir haben uns daher kurzfristig dafür entschieden, davon große Teile auf der Autobahn zu fahren. Und wir stellen fest, dass dies eine garnicht so schlechte Entscheidung war. Denn die ersten knapp 200 Kilomter machen wirkich Spass. Ständige wechselnde Panoramen, gespickt mit einer unzähligen Anzahl von suoer ausgebauten Tunneln, erhöhen den Spaßfaktor ungemein. Leider wird der Fahrspaß durch genauso viele Mautstationen gestört, bei denen dann oft nur Maut im Centbereich fällig wird. Das ist ungemein nervig.

Wir erreichen Thessaloniki und können zwischendurch schon mal einige Blicke aufs Meer werfen. Die Fahrt über die Autobahn hat den Vorteil, dass wir schon gegen 15:OO das "Lucy Hotel" erreichen. Das große Hotel liegt etwas außerhalb von Kavala an einer schönen Bucht. Wir können unmittelbar am riesigen Hoteleingang unsere Motorräder abstellen. Das Hotel ist ein einem ausgezeichneten Zustand und wurde bestimmt erst vor kurzen renoviert. Ein großer Pool mit Bar lädt zur Abkühlung ein. Also einschecken und nichts wir hin. Es gibt leckeres Bier, bei dem die Gläser aus dem Gefrierschrank kommen. Nachdem der Teil der Abkühlung gelungen ist, geht's danach in den Pool - große Klasse.

Es folgt ein kleiner Spaziergang am Strand entlang, bis wir eine schöne kleine Bar finden. Wir testen mal das einheimische Mythos Bier und stellen fest, dass auch die Griechen gutes Bier brauen können. Wir entspannen hier eine ganze Weile, ehe es langsam ins Hotel zurück geht.

Zum Abendessen besuchen ein schickes Restaurant des Hotels. Wir bekommen einen Tisch mit wunderbaren Blick aufs Meer. Der Kellner spricht sehr gut Deutsch. Er hat wohl einige Jahre in Deutschland gelebt und so kann er uns auch einiges zur Geschichte des schönen Hotels erzählen. Unser erster Eindruck hat nicht getäuscht - das Hotel ist erst vor einigen Jahren komplett saniert worden. Der wunderbare Abend wird genutzt und wir bestellen noch ein Gläschen guten Wein, ehe es zur Nachtruhe geht.

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Tag 14

Heute verlassen wir Griechenland.. Die 2 Tage in diesem Land haben uns überaus gut gefallen. Angefangen von der Sauberkeit in die Orten bis zur extremen Gastfreudschaft - alles top. Der Weg in Richtung Türkei führt heute wieder lange Teile über die Autobahn. Und damit sind wieder etliche Mautstellen zu passieren, die wieder Kleinstbeträge verlangen.

Vorher wird im Hotel ein wirklich gutes Frühstück serviert. Wir nähern uns der türkischen Grenze. Auf der griechischen Seite ist alles relativ easy. Auf der der türkischen Seite ist alles anders. Angefangen von den gigantischen Grenzbauten, die offenbar hier schon allen Besuchern zeigen sollen, dass hier der Sultan das Sagen hat. Dann wird von jedem Einreisenden ein schickes Foto gemacht. Also Helm ab und immer schön in die Kamera lächeln. Dann ist es auch die erste Grenze, an dem die grüne Versicherungskarte verlangt wird. Dabei stellt Klappi fest, dass seine Karte geschmeidige 3 Jahre abgelaufen ist. Nur Glück, dass der türkische Kontrolletti das nicht gemerkt hat. Schließlich passieren wir nach einer Stunde die Grenze und können die Reise fortsetzen.

Unser Ziel ist das "Tekirdağ Yat Hotel". Das liegt wieder mitten in der Stadt und wir können unsere Motorräder hier wieder in einer zum Hotel gehörenden Garage parken. Der Checkin ist schnell erledigt, nachdem ein Mitarbeiter geholt wurde, mit dem wir uns auf Englisch unterhalten können. Es wird Zeit, dass wir etwas trinken gehen. O.K. kein Problem, denn in unmittelbarer Nachbarschaft des Hotels gibt es viele Restaurants und Bistros. Wir fragen nach Bier, werden am ersten Restaurant abgewiesen und sofort and das Nachbarrestaurant "Weitergeleitet". Hier wird uns klar gemacht, dass es Bier nur gibt, wenn wir auch etwas essen. Na das kann ja lustig werden.

Wir gehen also weiter und versuchen unser Glück direkt an der Strandpromenade, wo sich Bistro an Bistro reiht. Hier sollten wir doch Glück haben. Vor jedem Bistro stehen quasi "Einweiser", die lautstart und zum Teil auch körperlich die Gäste zum Eintreten überreden wollen. Aber auch hier das gleiche Szenario - Bier nur wenn etwas gegessen wird. O.K. es ist schon 17:00 Uhr und wir setzen uns in eine Bar direkt am Wasser. Der junge Kellner spricht nur Türkisch. Auf der Speisekarte, die keine Preise hat, finden wir Köfte. Die nehmen wir und letzlich bekommen wir auch 2 Keramik-Tassen mit Bier. Das Essen ist nicht wirklich gut. Ich möchte dann bezahlen und werde vom Kellner an eine 20 Meter entfernte Bude geführt, wo "Big-Mama" sitzt. Sie rechnet und rechnet und rechnet. Dann schreibt Sie auf einen Zettel eine Zahl. Ich rechne kurz mal die Lira in Euro um. Das kan ja wohl nicht sein - 2 mal Köfte und 2 Bier für schlappe 38 €uro. Ich gebe der Dame zu verstehen, dass der Preis viel zu hoch ist. Sie schlägt eine andere Tonart an und faselt etwas von Provision - Provision. Wir streiten uns noch eine Weile, bis ich die Schnauze voll habe - bezahle letztlich und gehe zurück zu Klappi. Und da kommt doch tatsächlich der junge Kellner und hält mir sein Handy vor das Gesicht. Mit einem Handy-Übersetzungsprogramm fragt er mich ersthaft, ob er ein Trinkgeld bekommen kann. Das ist an Frechheit ja wohl kaum zu überbieten. Ich bekomme so langsam Puls - wir verlassen die Bar und sehnen uns nach Griechenland zurück.

In unmittelbarer Nähe ist ein riesiges Zelt aufgebaut - locker 150 x 30 Meter. Hier werden hauptsächlich Klamotten internationaler Hersteller wie Nike, Addidas, Puma, Boss usw. angeboten - natürlich alles "Orginals" - natürlich zum Bruchteil des orginalen Preises. Allerdings ist die Qualität teilweise wirklich sehr gut und wir würden gerne einige Teile kaufen. Aber die Händler akzeptieren nur türkische Lira. Kreditkarten und Euro sind nicht möglich. Das ist natürlich doof. Aber wir haben auch keine Lust wegen der Sachen jetzt in der Stadt nach einem Geldautomaten zu suchen. Ich erinnere mich an meinen letzten Türkei Urlaub 2016 mit meinen Kumpels der Männertagsrunde. Da waren wir in einem 5 Sterne Hotel und wurden den ganzen Tag vom Personal gepampert. Und es wurde 1A Service geboten. Aber hier sind wir abseits der großen Touristenhotels und da zeigt sich die andere (wahre) Seite der Türkei.

Der Ort verfügt über eine schöne Seebrücke. Die schauen wir uns natürlich auch an. Wir gehen danach zurück ins Hotel, wo es in der Lobby einen Kühlschrank gibt, wo wir uns Getränke in Form von Efes-Bieren holen können. Klappi hat derweil mit seiner Versicherung telefoniert, um das Problem mit der Grünen Karte zu lösen. Alles völlig easy - die Versicherung will eine Email schicken mit der aktuellen Karte. Die trifft auch wenig später ein. Holger schickt sie an die Rezeption des Hotels weiter wo sie ausgedruckt wird - Problem gelöst. Morgen ist der Goldstrand in Varna das Ziel.

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Tag 15

Das Frühstück im Hotel hat auch nicht viel mit denen von Antalya oder Side zu tun. O.K. man wird satt - das ist aber auch schon alles. Da wir das Prozedere vom letzten Grenzübergang kennen, sind wir gespannt, wie das heute ablaufen wird, wenn wir die bulgarische Grenz erreichen. Da die Spritpreise in der Türkei extrem günstig sind, wollen wir hier auch noch die Maschinen auftanken. Beim Bezahlen wird die Kreditkarte von Klappi nicht akzeptiert. O.K. dann bezahle ich erstmal und wir müssen dann im Hotel mal schauen was mit der Karte los ist.

Die Straßen in Richtung Bulgarien sind von sehr guter Qualität. Der Verkehr ist sehr überschaubar und so können wir auch öfters einen Blick in die Gegend schweifen lassen. Kurz hinter einer Kurve werden wir von der türkischen Polizei rausgewunken. Absteigen - Helm ab und warten was los ist. Der Cheriff kommt zu mir und verlangt erstmal alle Dokumente. Das hält er mir einen Notizblock vor die Nase und schreibt zwei Zahlen drauf. 90 und 112 ! Darunter ein Strich und eine weitere Zahl 1130 ! Er versucht mir in miserablem Englisch zu erklären, dass hier 90 km/h erlaubt sind und ich 112 gefahren bin. Protokoll oder Meßgerät sind Fehlanzeige. Er druckt einen riesigen Zettel aus und erklärt, dass ich das Teil an der Grenze vorzeigen soll. Klappi erleidet natürlich das gleiche Schicksal. Na mal schaun, wie das an der Grenze läuft.

Die erreichen wir nach 30 Kilometern. Hier werden wieder alle Dokumente verlangt und natürlich ein Bild für Erdos Fotoalbum gemacht. Dann zeigt die Dame im Häuschen auf ihren Computer. Ok - keine Chance die Strafe zu umgehen - Kreditkarte raus und die verlangten 1130 Lira (34 Euro) bezahlen. Klappis Kreditkarte wird wieder nicht akzeptiert - also zahle ich erstmal. Auf der bulgarischen Seite hat sich ein kleiner Stau gebildet, den wir aber auch in einer knappen halben Stunde hinter uns haben. Ich bin froh endlich die Türkei verlassen zu können. Ich bin - gelinde gesagt - ziemlich enttäuscht von dem Land. Alles was ich hier gesehen habe, bringt mich zu der Ansicht, dass die Türkei nichts in der EU zu suchen hat. Es ist das einzige Land unserer Reise, in dem die Touristen gnadenlos abgezockt werden.

In Bulgarien sind wir die ersten 70 Kilometer auf der E87 unterwegs. In gebirgigem Gelände fahren wir duch viele kleine Orte. Die Straßen sind hier oft in einem schlechten Zustand und mit den Häusern sieht es nicht viel besser aus. Gefühlt wurde an denen die letzten 100 Jahre nichts gemacht. In dieser absolut ländlichen Gegend begegnen uns auch oft Pferdewagen, die hier offenbar noch immer zum Transport genutzt werden. Außerdem Unmengen von freilaufenden Hunden, die uns als Motorradfahrer das Leben schwer machen.

Wir erreichen mit Burgas die erste Touristenmetropole. Der Verkehr ist hier auch entsprechend hoch. Weiter über Pomorie passieren wir dann auch bald Nessebar. In Varna ist das an der Hauptstraße gelegene "Family Hotel Belle Epoque Beach" schnell gefunden. Der zum Hotel gehörenden kleine Parkplatz ist total besetzt. Wir stellen die Bikes direkt auf einem kleinen Grünstreifen vor dem Hotel ab. Wir werden hier 2 Tage bleiben und die Akkus wieder auftanken. Der Weg nach dem Checkin führt uns zum etwa 100 Meter entfernten Strand, wo wir eine schönes Restaurant finden, wo Pilsner Urquell vom Faß ausgeschenkt wird. Der Strandbereich ist sehr gut besucht und bietet oft schöne Aussichten.

Klappi checkt kurz seine Emails und stellt bestürzt fest, das seine Kreditkarte gesperrt wurde. Man hat wohl Krimminelle Machenschaften, bzw. Unregelmäßigkeiten entdeckt. Holger schickt zur Klärung eine Email an die Bank und bekommt die Antwort, dass die Karte nicht wieder freigeschaltet werden kann. Neue Karte liefern dauert 5 Tage - also für uns nicht praktikabel. Jetzt hat er wirklich ein Problem. Keine Chance an Bargeld zu kommen - Tanken geht nicht - Hotel bezahlen geht nicht - Essen kaufen auch nicht!!! Die Ursache für die Sperrung der Karte war offenbar, dass ein "Intelligenter Algorithmus" der Bank gemeint hat, dass mit den vielen kleinen Centabbuchungen (Maut in Griechenland) irgendwas nicht stimmt. Aber zum Glück habe ich zwei Kreditkarten von unterschiedlichen Banken dabei. So überlasse ich Klappi eine der beiden Karten für den Rest der Reise. Wir stellen uns die berechtigte Frage, was passiert wäre, wenn ich die Reise aus irgendwelchen Gründen nicht fortsetzen könnte und Klappis Karte gesperrt ist. Eine wirkliche Lösung haben wir nicht gefunden, bis auf die Tatsache, dass bei der nächsten Reise immer 2 Karten am Mann sein sollten.

Wir schlendern weiter in Richtung Port Varna, wo viele sehr schöne Gaststätten ihre Gäste anlocken. So kehren wir auch ein und nutzen das Angebot an frischem Fisch - ganz lecker. Wir sind rechtzeitig zurück im Hotel um nach das Achtelfinalspiel der Fußball EM zwischen Deutschland und Dänemark zu schauen. Gewonnen- jetzt also im Viertelfinale gegen Spanien - das wird schwer !

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Tag 16

Der zweite motorradfreie Tage unserer Reise ist auch gleichzeitig wieder mal Waschtag. D.h. wir werfen einige unserer Funktionswäscheteile und T-Shirts ins Waschbecken und unter Zugabe von "Rai in der Tube" werden die Teile wieder für die letzten Tage der Tour fit gemacht. Wir wollen uns heute mal den Goldstrand etwas näher anschauen. Das ist der Strand, der sich nördlich zwischen Varna und Albena befindet. Das war zu DDR-Zeiten eines der beliebtesten Reiseziele. Wir machen uns also auf den Weg. Von Hotel aus müssen wir nur die Straße überqueren und sind im Promorski-Park. Zur Rechten befinden sich flache Gebäude mit Duchgängen zu vielen Restaurants und zum Strand. Alles sehr gut besucht. Keine Wunder, denn es ist Sonntag und zu den Touristen gesellen sich natürlich Heerscharen von Einheimischen Gästen. Es reiht sich Restaurant an Restaurant. Viele mit wohlklingenden Namen wie "Punta Cana Beach Bar". Das ist im Prinzip der Stadtstrand von Varna - der eigentliche Goldstrand beginnt erst etwas 15 Kilometer weiter nördlich. Nach cirka einem Kilometer ändert sich das Bild aber drastisch. Auf der linken Seite der Promenade sieht man vergammelte alte Gebäude, die sicherlich noch aus den o.g. DDR-Zeiten stammen. Überall liegt Müll herum. Auch der Strand schaut nicht mehr so schick aus. Viele große Steine, zwischen denen offenbar viele Einheimische Ihren Platz gefunden haben. Wir gehen noch einen Kilometer weiter, ohne dass sich der Eindruck wesentlich ändert. Schließlich finden auch wir einen kleinen Platz zur Rast und zum Baden. Die Temperatur des Schwarzen Meeres ist jedoch auch schon so hoch, dass von einer Abkühlung nicht gesprochen werden kann.

Wir gehen zurück in Richtung Varna - Beach und finden eine sehr schicke Bar. Hier gibt es Staropramen vom Faß - das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Wir biegen im Primorski Park in Richtung Varna-Zentrum ab. In der Fußgängerzone ist ziemlich viel Betrieb. Die zahlreichen Caffes und Restaurants sind gut besucht. Wir suchen uns auch ein schönes Caffee und bestellen einen Kortado. Das ist im Prinzip ein doppelter Espresso mit aufgeschäumter Milch. Er ähnelt somit dem bekanntern Espresseo Machiato, der jedoch mir weniger Milch zubereitet wird. Klappi versucht an einem Geldautomaten mit der EC-Karte Bargeld zu ziehen. Keine Chance - die Karte wird erwartungsgemäß nicht akzeptiert. Die sehr zahlreichen Eisdielen der Stadt ziehen mich magisch an. O.K. also versuchen wir es mal hier mit der Kreditkarte. Und was soll ich sagen - kein Problem. Wir suchen uns aus den etwa 30 Sorten jeder 2 Kugeln aus und werden nicht enttäuscht - absolut lecker.

Zurück im Hotel sammeln wir zunächst die Wäsche ein, die wir am Morgen über einige Stühle der Terasse gehängt hatten. Klappi geht nochmal zum Strand, wo in einem kleinen Stadion eine Beach-Handball Turnier stattfindet. Ich nutze die Zeit und entspanne auf dem Zimmer. Zum Abendsessen machen wir keine Kompromisse und besuchen das gleiche Restaurant "Staria Chinar" wie am Vorabend. Auch heute werden wir hier nicht enttäuscht. Im Hotel schauen wir noch das EM Spiel zwischen Spanien und Georgien, was Spanien erwartungsgemäß 4:1 gewinnt. Jetzt ist es amtlich - das Viertelfinale spielt "Schland" gegen die Spanier - für mich das vorgezogene Endspiel.

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Tag 17

Mit über 460 Kilometern erwartet uns heute die längste Tagesetappe der Tour. Dabei ist die Bulgarisch-Rumänische Grenze zu passieren und wir müssen durch Bukarest durch. Das Ganze bei Temperaturen, die wieder in den Mitte-Dreizigern liegen werden. Auf der A2 passieren wir Schumen und weiter auf der der E7 erreichen wir den Grenzort Russe. Eine gigantische, aber sicher auch sehr alte Brücke überspannt den Grenzfluß - die Donau.

Die Grenzkontrolle befindet sich kurz hinter der Brücke. Hier gibt es zum Glück eine extra Spur für LKW, die sich hier auch in einer endlos langen Schlange aneinander reihen. Blos gut, dass wir uns hier nicht anstellen müssen. Aber auch die PKW-Kontrollen dauern heute eine ganze Weile. Nach 45 Minuten haben wir es endlich geschafft.


Jetzt ist die rumänische Hauptstadt Bukarest unser nächstes Ziel. Und je näher wir kommen, desto heftiger wird der Verkehr. Aber unser Navi scheint eine gute Route gefunden zu haben. Es wählt die 503 anstatt des Autobahnringes auf der A0. Zur Rechten kann man manchmal die Autobahn erblicken. Hier scheint sich alles zu stauen. Aber wir haben uns zu früh gefreut. Wenige Kilometer später erwischt es uns auch. Auf der 2 - spurigen Straße geht nichts mehr - Schritt-Tempo ist angesagt - LKW über LKW auf beiden Fahrspuren. O.K. dann also Sitzhaltung straffen - Kombi öffnen und ab durch die Mitte. Hier ist natürlich allerhöchste Konzentration gefragt. Teilweise links und rechts nicht mehr als 10 Zentimeter Platz. Aufgrund des nicht mehr möglichen Sprechkontaks zu Klappi (defektes Mikro) muß ich zusätzlich darauf achten, dass Klappi nicht zu weit aus meinem Rückspiegel verschwindet. Allerdings muß man sagen, dass die Autos und LKW fasst immer Platz machen, wenn sie unsere Bikes sehen - das finde ich total Klasse und wünsche mir, dass es so auch in Deutschland gehen würde. Das Ganze "Gestaue" geht über 30 Kilometer und wir sind froh, dass es sich wieder normalisiert als wir die A3 erreichen.

Ab Ploiesti fängt es wieder an Spaß zu machen. Wir nähern uns dem heutigen Ziel Brasov und damit kommen die Berge immer, immer näher. Zu Brasov finden wir:

Brașov (deutsch Kronstadt, von 1950 bis 1960 nach Josef Stalin Orașul Stalin „Stalinstadt“) ist eine Großstadt in Rumänien mit etwa 250.000 Einwohnern. Historisch war sie eines der Zentren der Siebenbürger Sachsen und die wirtschaftlich stärkste Stadt Siebenbürgens. Kronstadt ist eine der am meisten von Touristen besuchten Städte Rumäniens. Hierher kommen jährlich tausende von Menschen. Ihre Schönheit, ihr Charme und die Leidenschaft machen einen sprachlos. Es ist ein perfekter und idealer Ort, wo man unbeschwert seinen Traumurlaub verbringen kann.
Da bin ich wirklich gespannt, ob sich das durch eigene Erfahrungen bestätigen läßt. Zumindest ist die Anfahrt durchs Gebirge schon mal Klasse. Wir bewegen uns auf Mittelbegirgsniveau, also Höhen um die 1000 Meter. Die Straßen sind in einem duchweg guten Zustand und auch der Zustand der vielen kleinen Orte macht schonmal einen viel besseren Eindruck als in Bulgarien. Die gebuchte Fereinwohnung "Albert Residence with Parking" ist garnicht so leicht zu finden. Wir müssen eine Einbahnstraße in umgekehrter Richtung fahren. Das ist wohl für Anlieger erlaubt. Vor zwei Tagen habe ich schon mal ein Online-Checkin duchgeführt. Jetzt stehen wir vor der verschlossenen Tür. Klappi ruft beim Vermieter an und bekommt einen Code genannt, mit dem wir einen kleinen Schlüsselsafe öffnen können. Mit dem darin befindlichen Schlüssel sperren wir ein großes Holztor auf. Auf dem Innenhof können wir die Bikes parken. Der Schlüssel zur wirklich sehr gut ausgestatteten Wohnung steckt an der Tür. Der Kühlschrank ist gefüllte mit kühlem Wasser, Fanta, Cola, Wein und Bier. O.K. das kann man bei einem Preis von 140,- für die Nacht auch verlangen.

Wir gehen in die Stadt. Kronstadt war die südöstlichste deutsche Stadt in Siebenbürgen und bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts waren die Deutschen in Kronstadt die zahlreichste Volksgruppe. In den 1970-er Jahren sind viele Deutschstämmige in die Bundesreuplik und Österreich ausgewandert. Der Anteil der heute noch in Siebenbürgen lebenden Deutschen ist nicht bekannt . Aber man sieht an jeder Ecke den alten deutschen Einfluß. Die Stadt macht einen sehr schmucken Eindruck. Alle Gebäude, zumindest die im von uns besuchten historishcen Stadtkern, sind in einem Top Zustand. Nirgendwo sind Dreckecken zu sehen. Die gesamte Innenstadt ist von Touristen aus aller Welt übersäht und die sehr vielen Gaststätten sind ordentlich besucht. So finden wir dann auch unsere Location fürs Abendessen - das Lokal "Mediterra". Wie der Name schon vermuten läßt werden hauptsächlich mediterrane Speisen und frischer Fisch angeboten. Wir entscheiden uns für heute mal für Pasta und werden nicht enttäuscht - auch wenn die Wartezeit von 50 Minuten dann doch etwas lang ist. Wir können die Zeit aber mit einem guten Rose überbrücken.

Wir wollen noch eine kleine Runde in der Stadt drehen. Wir kommen aber keine 10 Meter, als wir vor der nächsten Gaststätte stehen bleiben, wo auf einem großen TV ein EM-Spiel läuft. Wir versperren wohl einem Ehepaar die Sicht auf den Bildschirm und prompt kommt die Ansage in bestem Sächsisch :

He - macht Euch mal von der Linse weg
Kein Problem - da sind noch zwei Plätze am Tisch frei und wir gesellen uns zu den zwei Sachsen. Es entickelt sich wieder mal ein lebhaftes Gespräch. Sie sind mit dem Auto auf Rumänien-Rundreise und wollen wohl hauptsächlich die Orte in Siebenbürgen besuchen. Wir trinken noch einige Biere gemeinsam, ehe es gegen 22:30 zurück in die Ferienwohnung geht.

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Tag 18

Mit der Transfăgărășan werden wir heute die erste der 2 rumänischen Traumstraßen überqueren. Dabei ist überqueren nicht übertrieben, denn es müssen gute 1.500 Höhenmeter überwunden werden. Das Ganze gespickt mit unzähliegen Kurven und Kehren. Die Vorfreude auf diese Straße ist groß. Zunächst steht aber eine kleiner Spaziergang am Morgen an. Zum Frühstück sollen wir in ein Restaurant in der Innenstadt gehen. Das ist in unmittelbarer Nähe des Marktes. Das Angebot ist wirklich sehr gut. So geht es gestärkt auf die 240 km lange Etappe.

Kurz vor dem Ortsausgang von Brasov ist plötzlich Stopp - nichts geht mehr - Stau. Wir nehmen wieder die Mittelspur, bis wir am Anfang des Staus ankommen. Dort geht dann eine Dreiviertelstunde nichts mehr. Die Polizei hat die Straße vor einer Bahnbrücke abgesperrt - keine Ahnung was hier los ist. Dann schiebt sich ein gigantischer Schwertranport unter der Brücke durch. Und dann können wir die Fahrt endlich fortsetzen. Wir wollten eigentlich noch das nahe gerlegene Dracula Schloß Bran besuchen. Das lassen dann aber doch bleiben und fahren auf der 73 und 73A in nördlicher Richtung, bis wir die E68 erreichen. Hier ist wieder gigantischer Verkehr und Überholmöglichkeiten sind faßt ausgeschlossen. Die Berge zur Linken bilden eine schönes Panorama und machen Freude auf das Highligt des Tages.
Kurz vor Scoreiu biegen wir dann endlich auf die 7C ab. Wir befinden uns auf 450 Meter Höhe. Die nächsten 10 Kilometer steigen moderat an, bis wir auf 550 Meter angelangt sind. Erst jetzt wir es richtig gigatisch. Allein die nächsten 30 Kilometer bis zum höchsten Punkt der Transfăgărășan sind die Reise wert. Zum WIKI findet man zu der Straße:

Die Transfogarascher Hochstraße (Transfăgărășan) ist eine 2042 Meter hoch gelegene Passstraße in Rumänien. Die Straße verbindet das Argeș-Tal in der Großen Walachei mit dem Olt-Tal in Siebenbürgen, wobei sie das Făgăraș-Gebirge – eine Gebirgsgruppe in den Transsilvanischen Alpen – überquert. Die Transfogarascher Hochstraße ist Teil der 151 Kilometer langen, in Süd-Nord-Richtung verlaufenden Nationalstraße (Drum național) DN 7C. Auf einer Höhe von 2042 m unterquert sie den 2398 m hohen Paltinu, einen Berggrat der Karpaten. Der Tunnel ist 887 Meter lang mit sechs Meter breiter Fahrbahn und ein Meter breitem Gehweg, dabei viereinhalb Meter hoch.


Die Fahrt auf dieser Straße gehört wirklich zum Schönsten, was ich während meiner vielen Motorradtouren erleben durfte. Überwältigende Panoramen gepaart mit Kurven und Kehren vom Allerfeinsten auf den folgenden 100 Kilometern lassen Spaß aufkommen. Die Qualität der Straße wechselt mehrmals - von exzellent bis "sanierrungsgbedürftig", wobei sich die schlechten Abschnitte in Grenzen halten. Auf der Abfahrt hinab ins Tal in Richtung des heutigen Ziels Curtea de Argis (Argisch) kehren wir im "Transfagarasan Tree House Village" ein. Das ist gigantisches Restaurant, welches in die Bäume gebaut ist. Hier kann sogar verschiedene Baumhäuser für eine Übernachtung buchen - das hätte ich vorher wissen sollen - Schade. Auf dem großen Parkplatz vor dem Treehouse stehen bestimmt 50 Motorräder - sowohl Einheimische als Besucher aus halb Europa. Wir legen hier eine schöne Pause ein. Klappi bestellt zwei Windbeutel (keine Ahnung wie die hier heißen) mit Sahne und Obst. Beim Bezahlen am Treesen fragt mich die Kellnerin, ob wir schon Bären gesehen haben. Mir kommt die Frage etwas komisch vor. Wir machen uns auf das etzte Teilstück des Tages - Kurven und nochmals Kurven. Keine 10 Kilometer sind wir unterwegs, als ein vor uns fahrender PKW und ein Motorradfahrer mit Sozia in einer Kurve plötzlich halten. Keine 5 Meter vor uns eine Bärin mit 2 Jungen. Die Sozia auf dem Bike hat ich Handy offenbar griffbereit uns schießt schnell ein paar Fotos. Ich überlege einen kurzen Augenblick, ob ich das Handy aus dem Tankrucksack hole. Das ist mir dann doch zu gefährlich - wer weis was passirt, wenn es der Bärin zu bunt wird. Also wieder Gas und ab ins Tal.

Unser heutiges "Hotel Possada" in Argisch liegt in einer kleinen Seitenstraße. Ein wunderbarer Biergarten direkt vor dem Hotel ist Anlaufpunkt nach dem Checkin. Wir bestellen 2 Biere und sitzen über unserer Karten. Der Wetterbericht für den morgigen Tag verheißt nichts Gutes. Es zieht wohl ein großes Regengebiet mit Gewittern über unsere Region hier mitten in den Karpaten. Muß das gerade jetzt sein? Mir der Transalpina wollen wir die zweite rumänische Traumstraße fahren. Sie hat eine ähnliche Charakteristik wie die Transfăgărășan und steht ganz oben auf der Highlight-Liste der Tour. Wir werden abwarten, wie sich das Wetter entwickelt und dann morgen früh entscheiden. Die Alternative ist eine Route durchs Tal.

Am Abend ist Fußball angesagt. Unter einem kleinen Vordach das Hotels hängt ein TV und die vielen Plätze sind für Einheimische Rumänen reserviert. Wir finden noch einen Tisch am Rand, von dem die Sicht jedoch nicht so toll ist. Zum Glück gibt es in der Lobby auch noch einen TV und wir wehseln die Plätze. Nebenbei wir eine Kleinigkeit zu Essen bestellt. Ich bin immer noch gesättigt von den am Nachmittag gegessenen "Windbeuteln runänischer Art". So esse ich nur gebratene Hühnerleber mit frischem Weißbrot. Genau die richtige Menge für heute. Hoffentlich bessert sich das Wetter und wir können die Transalpina doch fahren.

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Tag 19

Die ganze Nacht gewittert und regnet es. Auch am morgen läßt das nicht wirklich nach. Die Vorhersagen und der Regenradar verheißen für den ganzen Tag keine Besserung. Die Berge ringsherum sind völlig verhangen. Ich frage den Mitarbeiter an der Rezeption, was er davon hällt, bei diesem Wetter die Transalpina zu fahren. Seine Ernst gemeinte Antwort:

This is not a good idea !
So werden wir wohl schweren Herzen die Route für den heutigen Tag ändern müssen. So ein Mist - der erste Regentag der Tour erwischt uns gerade heute und wir müssen die Transalpina von der Liste streichen. Wir gehen zum Frühstück. Das schaut heute alles andere als einladend aus. Das Buffett scheint völlig lieblos drapiert. Auch die Auswahl ist mehr als bescheiden. Am Nachbartisch sitzen 6 Bedienstete, die allesamt am Handy spielen - keine Blicke für die Gäste. Ich vermisse Marmelade im Angebot. Als sich endlich mal ein Mitarbeiter bewegt, frage ich ihn danach. Er brabbelt etwas in seinen Bart und kommt 5 Minuten später mit einem kleinen Schälchen mit Marmelede zurück. Dabei erzählt er so etwas wie "Das Einzige was wir haben". He Leute es geht um Marmelade und nicht um Kaviar. Der abgebotene Saft ist rotes Zuckerwasser - ungenießbar. Das Frühstück ist wirklich eine Katatstrophe - zum Glück die erste während und hoffentlich auch die letzte während der Tour.

Als wir Bikes mit den Taschen beladen und uns für den Start fertig machen regnet es immer noch. Klappi zieht sofort seine Regenjacke an. Ich spare mir das, da meine Dane Kombi eigentlich total wasserdicht ist. Wir fahren zunächst bis Râmnicu Vâlcea, wo wir rechts abbiegen. Eigentlich wäre es noch weiter westlich bis Novaci gegangen, wenn wir zur Transalpina gefahren wären. So biegen wir auf die E81 ab. Hier fließt der Fluß "Alt", mit 615 km der viertlängste Fluss Rumäniens. Er mündet etwa 5 km westlich von Turnu Măgurele in die Donau. Die Fahrt an diesem Fluß hat auch seine Reize, denn der Fluß schlängelt sich durch ein wunderbares Tal. Leider wird der Blick auf die Berge links und rechts sehr häufig durch tielhängende Wolken, Dunst und Nebel versperrt. Wir sind froh, dass wir die Route gewählt haben. Auf der Transalpina im Nebel und Regen zu fahren, mit Null Ausblick auf einer Länge vom gut 140 Kilometern, hätte wirklich nichts gebracht.

Jetzt quält sich allerdings der gesamte Verkehr in Richtung Norden auf unserer Strecke. Wir stehen daher mehrmals im Stau oder zähem Verkehr. Einmal müssen wir mal wieder auf der Mittelspur einen 5 km langen Stau "umfahren". Das wird erst besser, als wir uns Sibiu (deutsch Hermannstadt) auf der Autobahn A1 nähern. Wir umfahren die Kreisstadt und sind wieder auf der E81, die uns bis nach Sebeș (deutsch Mühlbach), unserem heutigen Ziel bringt. Das "Hotel Classic" ist heute leicht zu finden, da es direkt an der Hauptstra0e liegt. Es regnet immer noch und wir stellen die Bikes direkt vor dem Hotel ab. Checkin völlig easy - nur wenige Minuten später können wir die nassen Sachen zum trocknen aufhängen. Wir so oft in Hotels ist hier wieder mal extremer Mangel an Haken oder anderen "Aufhängemöglichkeiten". Als müssen wieder mal diverse Lampen und der TV dafür herhalten. Ansonsten macht das Hotel aber einen sehr feinen Eindruck. Auf der Hinterseite ein schöner Garten mit überdachter Terasse und Bar. Die ersten Biere der Marke CiUC (gesprochen Schuk) finden schon bald den Weg ins Ziel. Dieses einheimische Bier ist wirklich sehr gut. Dazu noch ein paar Bruscetta - was willst Du mehr? Bevor wir zu Bett gehen, parken wir noch die Motorräder um. Auf der hinteren Seite gibt es einen großen hoteleigenen Parkplatz, wo die Bikes wahrscheinich etwas sicherer stehen - der Kellner meint "Total Safe" - wir glauben ihm.

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Tag 20

So langsam neigt sich unser Balkantour dem Ende entgegen. In vier Tagen sind wir wieder zu Hause. Bis dahin warten aber noch einige schöne Fahrtage auf uns. Heute wird zunächst gut gefrühstückt. Man kann zwischen verschiedenen Platten wählen. Dazu gibt es Spiegeleier oder Rühreier, gut gebrühten Kaffee und sehr guten O-Saft. Das ganze Gegenteil zu Gestern. Heute steht noch eine Runde in Rumänien auf dem Plan. Ja es ist erstaunlich - aber Rumänien ist ein riesen Land und man unterschätzt hier oft die Entfernungen.

Wir sind anch wie vor auf der E81 in Richrung Norden unterwegs. Erst kurz hinter Cluj-Napoca (Klausenburg), der zweitgrößten Stadt Rumäniens und Hauptstadt des Kreises Cluj in Siebenbürgen verlassen wir die E81 und sind die restlichen 100 km auf der 1H - E58 - 1C und 18 unterwegs, bis wir den Zielort Baia Mare erreichen. Die gut 100.000 Einwohner zählende Stadt liegt in der Nähe des Dreiländerecks Ungarn-Ukraine-Rumänien. Das "Hotel Diafan" ist hier für einen Tag gebucht. Unsere Navis spielen in der Innenstadt mal wieder Rodeo mit uns. Erst nach vielen Versuchen finden wir schließlich eine kleine Schluppe zum Hotel. Es liegt direkt am großen Makrtplatz, der aber eigentlich nicht befahren werden darf. Wir möchten einchecken - werden aber vor dem Hotelzimmer ausgebremst. Überall stehen Möbel auf dem Flur und im Zimmer tummeln sich etliche Handwerker. Eine Mitarbeiterin erklärt uns, dass im Zimmer das Bett getauscht werden muß. Kein Problem - dauert ein knappe Stunde. Okay wir schmeißen unsere Taschen in einen zweiten kleinen Raum des Apartments und verziehen uns vor das Hotel, wo ein schöner Biergarten unter kühlenden Bäumen auf uns wartet. Hier finden sofort einige Biere ihren Weg und zusätzlich wird wieder Bruscetta für den kleinen Hunger bestellt. Zwischendurch kommt eine alte Bettlerinn an den Tisch, um uns mit einem Holzkochlöffel zu segnen und nach Almosen zu fragen.

Am Nachbartisch sitzt eine 4 - köpfige Familie, die sich auf Deutsch unterhält. Unser Kommunikations-Talent Klappi quatscht die natürlich sofort an. Er ist Deutscher und lebt mit seiner russischen Frau und seinen Kindern hier in der Stadt. Auf Deutschland ist er überhaupt nicht gut zu sprechen. Da geht doch alles drunter und drüber, die Kinder können kaum noch in den Innenstädten spielen und am Stachus in München (wo er ein paar Jahre lebte) lümmeln sich nur noch Bettler rum. Hier in Rumänien ist alles viel besser. Die Kinder können sich frei bewegen, auf Straßen spielen und eine gute Wohnung hier in der Stadt kann man für 200 €uro mieten. Seine Kinder gehen natürlich in eine Deutsche Schule, die von deutschen Auto-Autozulieferen hier in der Nähe betrieben wird. Er will seinen Kindern "Nur das Beste" bieten. Ziemlich schwerer Tobac finde ich und beteilige mich daher Null-Komma-Nix an der Unterhaltung. Auch Klappi hört damit auf und meckert noch eine Stunde später über die Blödbommel.

Wir starten einen kleinen Rundgang durch die Stadt. Alles macht einen sehr guten Eindruck. Um den gesamten Marktplatz reihen sich schöne Bistros, Eisdielen und Restaurants. In einer Nebenstraße erreichen wir den Stefansturm, einen 40 Meter hoher Wachturm aus dem 15. Jahrhundert im gotischen Stil. Ein sehr imposantes Bauwerk, bei dem Teile der frühen Bebauung unter riesigen, auf dem Platz vor dem Turm eingelassenen Glasplatten, zu sehen sind. Nur wenige Meter entfernt steht die 300 Jahre alte Holy Trinity Catholic Church, die nicht nur äußerlich in einem sehr guten Zustand ist. Keine 100 Meter weiter finden wir im "Restaurant Millennium" Platz unter schönen kühlenden Bäumen und da hier auch noch Pilsner Urquell vom Faß angeboten wird, bleiben wir eine ganze Weile hier. Auf dem Markt testen wir dann auch noch die Eisqualität, ehe wir im Hotel zu Abend essen.

Morgen werden wir Ungarn duchqueren und kurz vor der Hohen Tatra nächtigen. Wir wollen möglichst Autobahnen und Schnellstraßen benutzen. Dafür ist in Ungarn eine elektronische Maut notwendig, die man in wenigen Schritten Online buchen kann. Setzt voraus man ist im Besitz einer gültigen Kreditkarte oder eines Paypal Accounts. Da seine Kreditkarte ja gesperrt ist, versucht Klappi es mit Paypal. Keine schlechte Idee, wenn man sein Paypal Passwort kennt. Also buche ich die zwei Ungarn Online-Vignetten. Wir merken uns also für spätere Reisen:

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Tag 21

Die ursprüngliche Planung für die heutige Tour haben wir geändert. Bei 35 Grad auf endlosen, kleinen Landstraßen entlang der Ukrainischen und Slowakischen Grenze zu fahren, ist garantiert extrem langweilig. Das wäre zwar kilometermäßig viel kürzer, aber zeitmäßig bestimmt nicht. Kurz hinter Satu Mare ist die rumänisch-ungarische Grenze, wo wir heute absolut entspannt durchrollen können. Auf der M3 weiter bis kurz vor Miskolc - hier dann nordwärts auf der M30 in Richtung ungarisch-slowakischer Grenze, die auch ohne Kontrollen passiert wird. Oh wie schön ist doch das Reisen innerhalb der EU. Mit Košice umfahren wir die zweitgrößte Stadt der Slowakei. Alsbald nähern wir uns dann auch schon Poprad, unserem heutigen Ziel. Wir haben heute ausgezeichnete Sicht und schon von weitem ist die Hohe Tatra auszumachen - ein faszinierender Anblick. Mit der "Wellness Pension Vila Mery" haben wir wieder ein gute Wahl getroffen. Das Appartment verfügt über mehrere Zimmer und einen wirklich schön gestalten Gartenbereich mit überdachtem großem Barbereich. Hier lassen wir uns erstmal nieder und genehnigen uns ein - zwei leckere Staropramen vom Faß. Im Barbereich findet offenbar eine Familienfeier statt. Viele Kinder und ausgespochen gut gekleidete Personen machen Party. Wir fragen den Cheff des Hauses nach Gaststätten, wo nach Möglichkeit heute Abend das EM-Spiel Deutschland- Spanien gezeigt wird. Keine 15 Minuten soll es angeblich in der Fußgängerzone kein Problem sein.

Wir machen uns dann kurz vor 18:00 Uhr auf den Weg. Die Fußgängerzone ist übersäht mit unzähligen Restaurants. Wir finden schnell etwas passendes, wo wir direkt unterhalb eines großen TV in zwei super bequemen Sesseln Platz nehmen können. Na das paßt ja super. Wir bestellen Bier und Essen. Ich muß allerdings eine Stunde auf meine Pizza Diavolo warten. Aber das hat sich dann auch gelohnt - das Teil ist wirklich "Diavolo". Leider verliert "Schland" das Spiel - auch wenn das Ding mit dem nicht gegebenen 11-Meter noch lange für Gesprächstoff sorgen wird. Zwischendurch starte ich noch einen Video-Call nach Hause. Hier findet wieder Public-Viewing statt. Da wäre ich auch gerne dabei. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben.

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Tag 22

Wie vermutet können wir das Frühstück im Barbereich des Gartens genießen. Bei bestem Wetter wird uns hier ein wirklich gutes Buffett angeboten - es fehlt an nichts. Wir bezahlen noch schnell die Biere von Vortag, ehe wir auf die Bikes steigen. Die ersten 50 Kilometer des Tages sind wir südlich der Hohen Tatra unterwegs. Ein Anblick, den man so schnell nicht vergessen wird. Überall grüne Wiesen und kurz dahinter die schneebedeckten hohen Gipfel der Tatra.



Während wir gestern noch 470 km am Ende des Tages auf dem Tacho hatten, sollte die heutige Tour 200 km kürzer sein. In Ružomberok steuere ich erstmal einen großen Tesco-Supermarkt an, und kaufe eine Flache 57% - igen Tatratee. Das ist einer meiner beliebtesten Kräuterschnäpse und muß unbedingt mit nach Hause genommen werden. Wir umfahren Ostrava großräunmig. Schon eine Stunde später erreichen wir Opava (Troppau). Das "Katarain Hotel" liegt wieder direkt an einer Hauptstraße und macht von vorne nicht gerade einen einladenden Eindruck. Das ändert sich aber sehr schnell. Wir können unser Motorräder auf einem großen Parkplatz hinter dem Hotel abstellen. Dieser geht über in einen super schönen überdachten Außenbereich des Hotels. Auch der Innenbereich macht einen sehr schicken Eindruck. Dazu paßt heute auch das Zimmer optimal. Es hat eine riesengroße Terrasse, wo wir unserer durchgeschwitzten Sachen trocknen können und die Stiefel zu "ausqualmen" abstellen. Dann natürlich ab in den Biergarten, wo es heute endlich mal das leckere Radegast Bier vom Faß gibt. Für mich eines der besten Tschechischen Biere - aber über Geschmack kann man ja bekanntlich trefflich streiten.

Es folgt ein schöner Rundgang in Opava. Es ist Samstag und ich staune, wie wenig Menschen uns hier begegnen. Wir schieben das aber hauptsächlich auf die Temperaturen, die sich wieder mal im mittleren dreiziger Bereich bewegen. Es ist Zeit für ein Eis. Nach einiger Zeit finden wir dann endlich eine kleine Eisdiele. Zurück im Hotel verbringen wir den Rest des Tages unter dem schützenden Dach des Biergartens.

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Tag 23

Der vorletzte Tag wird uns heute bis Harrachov ins Riesengebirge bringen. Wir sind auf historischen Wegen unterwegs, den mit Olmütz umfahren wir die sechstgrößte Stadt Tschechiens. Hier wir seit über 600 Jahren der berühmte "Olmützer Quargel" (Sauermilchkäse mit Rotschmiere) hergestellt, von dem ich überigens totaler Fan bin. Schließlich lassen wir auch noch Pardubice links liegen, wo sich der Besuch des im Renaissancestil gebauten Schlosses anbietet würde. Wir lassen das wegen der wiederum hohem Temperaturen dann doch lieber bleiben. Hradec Králové (Königgrätz), nur 20 km hinter Pardubice gelegen wir großräumig umfahren. Die letzten 50 Kilometer bis zu unserem Tagesziel Harrachov sind dann nochmal ein motorradtechnischer Leckerbissen, denn wir sind im Riesengebirge. Wunderbare Straßen, z.T. tief im kühlenden Wald, erhöhen die Stimmung spürbar.

In Harrachov war ich schon mehrmals zu Besuch - mit dem Männertagsteam, den Wörmlitzbikern und mit meiner Frau Heike. Es ist jedesmal ein Erlebnis, hier ein paar Tage Urlaub zu machen. Bisher haben wir immer in der Pension "Zum Glasmacher Ernst" geschlafen. Da war leider kein Zimmer mehr zu bekommen und so habe ich für heute ein Zimmer in der "Pension & Restaurant Krakonos" gebucht. Wir suchen wieder mal verzweifelt die Einfahrt zur Pension. Ich nehme eine schmale kleine Schotterstraße, was sich natürlich als falsch herausstellt. Also wieder eine kleine Runde im Ort drehen, bis die richtige (und wirklich zu übersehende) Einfahrt gefunden wird. Die Pension liegt keine 50 Meter oberhalb der Seilbahnstation entfernt, die Urlauber hinauf zur Skiflugschanze bringt. Vom Zimmer aus hat mit einen genialen Blick auf die Schanzenanlagen. Leider wurde die Schanze nach der Skiflugweltmeisterschaft 2014 endgültig gesperrt und verfällt seither. Grund sind wohl finanzielle Probleme.

Nachdem Checkin genießen wir den wunderschönen Blick von der glasumbauten Terrasse ins Tal hinab und füllen die Flüssigkeitsreserven mit leckerem Krakonos-Bier. Es folgt ein kleiner Spaziergang auf der Hauptstraße des Ortes, wo noch fasst alle Geschäfte göffnet haben. In einem Spirituosen - Laden kaufe ich noch eine Flasche 53%-igen Tatratee (für mich der Beste). Der Laden ist fest in asiatischer Hand und es wird nur Barzahlung akzeptiert - €uro geht auch. Die Dame bemüht ihren Rechner und möchte 25 €uronen (ein gut gerundeter Betrag). In einem kleinen Textilladen kaufen Klappi und ich jeder noch ein schönes Harrachov-T-Shirt und ich finde auch noch eine schicke Sonnenbrille. Im Hotel speisen wir gut zu Abend und runden den schönen Tag noch mit 2 Gläschen Tatratee ab. Morgen sind wir wieder in Halle ....

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Tag 24

Der letzte Tag unserer Balkantour ist angebrochen. Bei strahlendem Sonnenschein und noch ganz erträglichen Temperaturen bekommen wir ein super Frühstück in der Pension. Für die Heimfahrt haben wir die Strecke wieder etwas modifiziert. Wir wollen über Polen bis zum Grenzübergang oberhalb von Görlitz auf Landstraßen fahren. Ab da dann auf die A4 und schließlich das letzte Stück auf der A14. Der Landstraßenteil ist super. Über viele Kurven sind wir mal in Polen - dann wieder Tschechien und wieder in Polen. Auf polnischem Gebiet erreichen wir die A1, die an der Grenze in die deutsche A14 übergeht. Und ab hier ist es wieder mal das schlichte Chaos. LKW - Stau auf 3 Spuren - bei 33 Grad. Ich probiere die gleiche Taktik wie in den Balkkanstaaten - zwischen der rechten und mittleren Spur ab durch die Mitte. Hier ist allerdings viel mehr Aufmerksamkeit gefragt, denn im Gegensatz zu zu den Balkanstaaten machen die LKW (und PKW) hier nicht so oft Platz oder winken uns durch. Außerdem ist das in Germany offiziell laut StVo nicht erlaubt. Das interessiert mich aber wirklich herzlich wenig - Scheiß auf die StVO. So kommen wie dann doch noch relativ schnell durch den 5 km langen Stau. Ursache war nichts weiter als die wieder eingeführten Grenzkontrollen an der polnischen Grenze Aber anstatt die LKW auf eine Spur zu führen, dürfen die hier alle 3 Spuren der Autobahn blockieren. Ich frage mich ernsthaft, was in den Hirnen der Leute vorgeht, die so etwas entscheiden - vernutlich extrem wenig. Der Rest des Tages ist dann relativ entspannt - gegen 15:00 bin ich wieder zu Hause, wo sich Heike freut, mich wieder gesund in den Armen zu halten.

Fazit und Ausblick

Eine wirklich schöne Tour ist zu Ende. Mit 6550 Kilometern war sie fasst so lang, wie die letztjährige Jakobswegtour und mit 24 Tagenn war sie gleichzeitig die zeitmäßig längste. Es war ohne Zweifel eine anstrengende aber auch extrem spannende Tour. Die durchweg hohen Temperaturen zwischen 30 und 40 Grad kosteten ganzschön "Körner". Aber wir wurden belohnt mit vielen unvergesslichen Eindrücken in bisher nicht bekannten Ländern und gleichzeitig hatten wir viele Begegnungen mit phantastischen Menschen.

Positiv war auch, dass wir 2 mal einen Tag Pause eingelegt haben, um die Akkus wieder aufzuladen. Sehr positiv überrascht waren wir von Albanien und Rumänien - die 2 Länder, vor denen uns vor der Tour viele Bekannte gewarnt hatten. Es war ganau das Gegenteil - super nette Leute, klasse Service und wohltuend saubere Orte. Dagegen haben uns Bulgarien und die Türkei ziemlich enttäuscht. Die Unfreundlichkeit, die Aufdringlichkeit und Abzocke in der Türkei waren mehr als grenzwertig. Ich frage mich, was dieses Land mit seiner Lebensart in der EU zu suchen hat. In Bulgarien wurden wir oft an die Verhältnisse in der DDR erinnert - viel Dreck und arme Menschen außerhalb der Touristen-Hotspots.

Für das kommende Jahr ist eine Norwegentour geplant , an der auch wieder die Wörmlitzbiker teilnehmen möchten. Eigentlich wollten auch unsere 2 rheinischen Frohnaturen an der Reiese teilnehmen. Sie haben sich aber kurzfirstig abgemeldet, da sie mit Ihren lokalen Motorradgruppe eine Tour fahren möchten. So werden wir höchstwahrscheinlich mit 7 Leuten unterwegs sein. Das ganze ist gerade in Planung. Ich sehe dabei ziemliche Probleme, was die Findung eines gemeinsamen Termins anbelangt. Aber wir haben ja noch reichlich Zeit. Ich würde mich freuen, wenn es klappen wird.


Opa Olaf im August 2024



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