OO-CC T2017-W 0117
2015-Tour

2017 Alpen Satt mit Wörmlitzbikern


Die Wörmlitzbikertour 2017 in die Alpen ist der nächste Höhepunkt der Motorradsaison 2017. Für mich die Tour mit dem Namen "Alpen Satt". Alleine die 40.906 Höhenmeter, die wir während der Tour absolvieren, sind fast Tourrekord. Überboten werden sie nur durch die 43.720 Höhenmeter der Grand-Alpes Tour von Anfang August dieses Jahres. Dazu kommen noch die kaum zu zählenden Pässe, davon 17 Zweitausender, die wir geknackt haben und Höhenstraßen, die mit ihren beeindruckenden Panoramen die Tour zu einem unvergessenen Ereignis machen. Und das Ganze bei absolutem Kaiserwetter. Temperaturen von 7 - 32 Grad und das alles bei fast immer strahlendem blauen Himmel. Besser geht es wirklich nicht! Die Highlights waren sicherlich das Stilfser Joch, die Ötztaler Gletscherstraße sowie der wahnsinnige Gavia-Pass. Doch jetzt der Reihe nach.

Meine perönlichen Vorbereitungen waren bereits vor der Grand-Alpes Tour abgeschlossen. D.h. neue Reifen, Bremsbeläge vorne gewechselt und defekter Heizgriff links beim BMW-Händler wechseln lassen. Einige notwendige Karten der angepeilten Regionen noch eingepackt. Zwei Übernachtungen wurden im Vorfeld der geplanten Route über Booking.com gebucht. Zum Einen ca. 80km vor der Schweizer Grenze und dann noch die zweite kurz vor dem Sustenpass. Damit sollte dem Unterfangen "Schweizer Pässe" nix mehr im Wege stehen. Der Schraubergott wird von Frank per Whatsapp informiert und kann sich bei Bedarf einklinken. Das war der Plan.

Am Wochenende vor dem Tourstart gugelt Frank mal um zu schauen, ob die Pässe wettertechnisch alle zu befahren sind - sehr gute Idee. Die böse Überraschung folgt - Radrennen genau an dem Tag, wo wir dort die Pässe Sustenpass, Furkapass, Grimselpass und Nufenenpass bezwingen wollen. Das "Alpenbrevet 2017" findet dort statt. Alle Pässe für Autos und Motorräder gesperrt bzw. nur eingeschränkt befahrbar. Habe noch nie erlebt, daß die Pässe für Radfahrer und Autos gesperrt sind, damit die Motorradfahrer unbeschwert dort hochheizen können. So eine Schei...... ! Wat NU ? Ich setze mich mit Frank zusammen um die Möglichkeiten zu checken. Im Ergebnis bleibt uns keine andere Wahl, als die geplante Route zu canceln und neu zu planen. Daher also erstmal die geplanten Unterkünfte bei Booking stornieren. Dann entscheiden wir uns für eine Runde über die Roßfeldpanoramastraße in Berchtesgaden um dann weiter in Richtung Ösiland-Italien-Schweiz diverse Pässe und Hochstraßen zu bezwingen. Wieder buchen wir die zwei ersten Unterkünfte. Es kann also losgehen. Hoffentlich bleiben uns ähnliche Überraschungen im weiteren Verlauf erspart.

Und hier die Teilnehmer der diesjährigen Tour (auf dem Weg zum Kühtai-Sattel)

Opa Olaf
BMW R1200 GS ADV
Eckehard
Honda F6C Valkyre
Ronald
Honda Varadero
Frank
BMW R1200 R
Jens
Aprilia Capunord

Auf dem Stilfser Joch






Hier schon einmal die gesamte Route zum anschauen


24. August - Halle – Kirchdorf – 485 km


Am Donnerstag ist um 12:30 Uhr Start der ersten Tagesetappe. Frank muß noch arbeiten, ist aber pünktlich zu Hause. Wir treffen uns im Tannwalder Weg, wo Bunki noch ein paar Aufnahmen macht und ein kurzes Abfahrtvideo dreht. Das Ziel des Tages ist in Simbach am Inn. Das liegt unmittelbar an der österreichischen Grenze ca. 50 km südöstlich von Regensburg. Daher heist es erstmal wie bei jeder längeren Tour - Kilometerschrubben ! In Weißenfels nehmen wir die Auffahrt zur A9 um die bis zum Dreieck "Bayrisches Vogland" zu fahren, ehe es dort für kurz Zeit auf die A72 geht. Nur kurze Zeit später sind wir auch schon auf der A93, dfie wir erst bei Steinach verlassen. Hier führt uns die B20 vorbei an Straubing, Landau und Eggenfelden. Das Ziel "Gasthaus Murauer" wird gegen 18:30 erreicht.

Beim Checkin gibt's dann ein böse Überraschung. Der Cheffe weis nix von einer Booking-Buchung. Er ist nervös am Durchwuseln seines PC's und findet zunächst wirklich nichts. Er fragt mich, ob ich evtl. am letzten Sonntag gebucht habe - ich bejaha das. Er wird sichtlich nervöser und findet im Email-Ordner die Buchung. Nützt jedoch garnichts - kein Zimmer frei. Na dann mach bitte einen Vorschlag. Er kommt kurze Zeit später wieder und erklärt, daß wir in einem anderen Hotel etwa 5km entfernt zum gleichen Preis unterkommen. Als kleines Trostpflaster gibt er uns noch 2 Flaschen Rotwein und 3 Bier mit. Na das ist ja nochmal gut gegangen. Die 5 Kilometer zum Hotel Inntalhof in Kirchdorf schaffen wir schnell. Es ist noch immer ordentlich warm, und so gönnen wir uns erstmal ein Schnellbier auf der Terrasse ehe wir die Zimmer beziehen. Dann wieder zturück an die frische Luft. Allen knurrt der Magen - das läßt sich bestimmt was gegen tun. Gegen 22:30 Uhr kuscheln wir uns in die Betten. Jens und Frank sowie Ecki und Bärchen haben ein Doppelzimmer - der Opa (weil er ja angeblich so schnarcht) ein Einzelzimmer. Diese Einteilung soll während der gesamten Tour auch so bleiben.



25. August - Kirchdorf – Kötschach 355 km


Ds Frühstück im Inntalhof ist inklusive. Das ist prima, denn so sparen wir 7.5€ , die wir im Gasthof Murauer hätten bezahlen müssen. Die Sonne lacht uns an diesem herrlichen Morgen an. Bevor wir abdüsen werden noch ein paar Fotos von den Motorrädern geschossen. In der Nähe steht ein Rollator rum, der prompt an die Spitze gestellt wird - ein köstlicher Bild. Können nur hoffen, daß wir ein derartiges Gefährt sehr sehr lange nicht benötigen. Von Kirchdorf ist es nur ein Katzensprung bis Simbach. Dort verläuft am Inn die Grenze zum Nachbarland Österreich. Nur eine Brücke trennt den Ort vom Ort Braunau. Hier drehen wir eine kleine Runde in der Innenstatdt um uns das Geburtshaus des größten Massenmörders der Geschichte anzuschauen. Seit Ende 2016 ist das Haue in der Hand des österreichischen Staates, der die ehemalige Eigentümerin nach jahrelangem Streit enteignat hat. Das Haus war immer wieder Treffpunkt von Neonazis. Was mit dem Haus jetzt geschieht, ist jedoch noch völlig unklar.

Über Eggelsberg, Laufen und Freilassing folgen wir der B156. In Bad Reichenhall, der deutschen Salzstadt, steuern wir einen Supermarkt an, um notwerndige Getränke zu kaufen. Die Temperaturen sollen heute bis 30 Grad steigen - da ist regelmäßiges Trinken oberstes Gebot. Bis Berchtesgaden ist es nicht mehr weit. Die ersten Alpengipfel sind zu sehen und damit erhöht sich zwangsläufig der Charakter derr Strecke - es wird zusehens kurviger. Auch in Berchtesgaden hat der braune Diktator bis heute sichtbare Spuren hinterlassen. Davon zeugt nicht zuletzt der für den kleinen Ort völlig überdimensionierte Bahnhof. Keinen Kilometer weiter zweigt rechts der Einstieg zur Roßfeldpanoramestraße ab.

Die Fahrt über Deutschlands höchstgelegene, mautpflichtige Panoramastraße ist ein unvergessliches Erlebnis. Die Straße führt auf eine Höhe von 1.600 Metern und bietet auf der Scheitelstrecke, die auf einem Hochplateau teilweise auf österreichischem Gebiet verläuft, einen atemberaubenden Ausblick in das Berchtesgadener und das Salzburger Land. Erst müssen wir jedoch hinter zahlreichen Autos und Busse hinterher schleichen, die offenbar alle das gleiche Ziel haben - die "Dokumentation Obersalzberg". Gleich danach, am Start der Panoramastraße sind 4,50 € Maut fällig. Die dafür notwendige Karte ziehen wir an einem Automaten. Die knapp 16 Kilometer lange Straße ist wirklich ein Traum. Auf der Scheitelstrecke sind Parkplätze vorhanden. Dort erwartet den Besucher ein Rundblick auf das gewaltige Bergmassiv d es Hohen Göll, auf den Kehlstein, das Tennen- und Dachsteingebirge, den Untersberg sowie das Berchtesgadener und Salzburger Land. Wir halten natürlich mehrmals für einen Fotostopp an. Ein junges Ehepaar schießt bereitwillig Fotos von uns. Das sehr freizügig gekleidete Mädel macht dabei Verrenkungen einer Profifotografin. Ich bin nicht sicher, ob unsere Blicke dabei immer der Kamera gelten. Ecki behauptet glatt das Gegenteil und liegt damit höchstwahrscheinlich nicht ganz falsch.

Einmal in der Gegend, lassen wir uns einen Abstecher zum Königsee natürlich nicht entgehen. Wir verbinden das mit einer Pause in einer direkt am See gelegenen Gaststätte. Auf dem Weg zurück zum Parkplatz gibts Leberkäs-Semmel für den Opa und Brezeln für die anderen Biker. Gestärkt starten wir die nächste Ettappe in Richtung Großglockner Hochalpenstraße. Die B305 als Teil der Deutschen Alpenstraße führt erst in nordwestliche Richtung, ehe die B21 und auf österreichischer Seite die 176 wieder in südöstlicher Richtung in Richtung Ziel führen. In Beirau verlassen wir die 178 und es geht weiter auf der 311 in Richtung Saalfelden am Steinernen Meer. Wir passieren Zell am See und schon kurze Zeit später sind wir auf der 107, die uns direkt in Richtung Großglockner bringt.

Die Großglockner Hochalpenstraße verbindet als hochalpine Gebirgsstraße die beiden österreichischen Bundesländer Salzburg und Kärnten. Sie führt von Bruck an der Großglocknerstraße über die beiden Gebirgspässe Fuscher Törl und Hochtor nach Heiligenblut am Großglockner und hat Abzweigungen zur Edelweißspitze und zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Sie ist die höchstgelegene befestigte Passstraße in Österreich. Kurz hinter Ferleiten erreichen wir die Maustelle, wo schlappe 25.50 €uronen Maut fällig werden - die höchste Maut, die ich bisher löhnen mußte. Ab das nachfolgende Erlebnis ist jeden Cent wert. Wir bewegen uns in Höhen um 2500 Meter, wo so gut wir keine Vegetation mehr vorhanden ist - nur kahler Felsen und schneebedeckte Hänge. Die knapp 50 km lange Straße ist sehr gut ausgebaut und man kann diverse Abzweigungen nehmen. Wir entscheiden uns für einen Abstecher zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe. Dieser Teil der Straße heißt Gletscherstraße. Von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe aus bietet sich ein unvergleichlicher Blick über den acht Kilometer langen Pasterzen-Gletscher bis zum höchsten Berg Österreichs, dem Großglockner. Der Ausblick dort oben ist einfach nicht zu beschreiben. Ich kann nur jedem Biker empfehlen "Hinfahren und Anschauen".

Im weiteren Verlauf passieren wir Heiligenblut und Iselsberg. Das Ziel des Tages heißt Kötschach-Mauthen. In Oberdrauburg biegen wir auf die Gailbergstraße ab, die uns kurz vor dem Ziel über den 973 hohen Gailbergsattel bringt. Fahrerisch stellt die sehr gut ausgebaute Strecke keine größere Herausforderung dar - im unteren Teil der Nordrampe sorgen insgesamt 10 Kehren für Fahrspaß, auf der Südrampe gibt es deren ganze vier. Es macht trotzdem einen riesen Spaß, so kurz vor dem Hotel noch einmal so herrliche Kurven zu fahren. Die Pension Erlenhof ist das Ziel im Ortsteil Mauthen. Wir checken im 50 Meter entfernten Hotel Erlenhof ein. Dort gibt es auf Abendessen unhd Frühstück. Bei wunderbaren 25°C probieren wir dort einige lokale Bierspezialitäten. Bei dieser Gelegenheit planen wir die Route für den morgigen Tag. Sie soll uns über die Sella-Runde bis nahe an das Stilfser Joch bringen. Wir gugeln ein wenig und über booking.com finden wir eine preiswerte Pension im Vinschgau. Prima Sache, ich denke wir werden diese Art der Vorbuchung beibehalten. Zumal man abwechselnd über einen Link buchen kann, der uns pro Tag 30 €uro Bares bringt. Wir gehen zurück in die Pension. Auf dem Balkon trinken Ecki und ich noch eine Flasche des geschenkten Rotweins aus. Die anderen teilen sich die Biere ehe es ins Bett geht.



26. August - Kötschach - Neumarkt - 318 km (Sellarunde)


Die Ölkontroll-Leuchte meiner BMW hat am vergangenen Nachmittag mal wieder geleuchtet. Daher fülle ich kurz vor der Abfahrt noch 1/4 Liter 10W40 nach, ehe wir starten.Wir bewegen uns immer noch auf der 110. Nur wenige Meter hinter der Pension stoppen wir kurz im BILLA-Supermarkt um uns wieder mit Getränken einzudecken. Wir sind kurz vor der italienischen Grenze und der 1357 Meter hohe Plöckenpass wartet als erste Aufwärmübung auf uns. Es ist ein Pass in den Karnischen Alpen auf der Strecke von Kötschach-Mauthen im Gailtal (Kärnten) ins italienische Timau in Friaul. Die Fahrt über diesen Passs gestaltet sich sehr entspannt. Bis zum Ort Paluzza führt die weitere Route fat genau in Richtung Süden. Dann folgen wir der SS465 in nahezu östlicher Richtung bis zur SP73 Auch warten weitere schöne Berge und Pässe auf uns. Als erstes die 1760 Meter hohe Sella di Razzo. Die gut ausgebaute Straße hat zwar keine Kehren, dafür aber wunderschöne langgezogene Kurven zu bieten. Nur wenige Kilometer weiter erreichen wir den nächsten Pass - die Sella Ciampigotto. Der Weg bis zur Passhöhe verläuft ohne merklichen Höhenunterschied. Erst danach führen z.T. beindruckende Kehren mit bi szu 15% Gefälle wieder ins Tal hinab. Das sind jedoch alles nur kleine Aufwärmrunden für bald folgenden Kracher der Sella-Runde. Die meisten Pässe davon bin ich zwar schon einmal gefahren, aber die Genialität dieser herrlichen Gegend der Dolomiten mit ihren Panoramen kann man nicht oft genug genießen.

Der Wintersportort Cortina d'Ampezzo muß dafür erst noch passiert werden. Wieder Erwarten ist die Durchfahrt durch den Ort, der 1956 Austragungsort der Olympischen Winterspiele war, schneller als erwartet. Jetzt wartet auch schon der 2110 Meter hohe Passo di Falzárego auf uns. Was für eine Gegend. Hier hat der der Schöpfer mal ganze Arbeit geleistet. Riesige Gesteinsbrocken türmen sich rechts und links der Straße auf. Diese wiederum ist in einem Top Zustand und läßt die Fahrt auf den Pass bei sonnigstem Wetter zu einem waren Vergnügen werden. Der als Teil der "erweiterten Sellarunde" bekannte Passo di Falzárego ist der östlichste Hochpunkt der Großen Dolomitenstraße. Keine 3 Kilometer entfernt überqueren wir den 2192 Meter hohen Passo di Valparola, an dessen Scheitel ein verfallenes Rifugio zu sehen ist. Wir schießen an beiden Pässen Fotos ohne Ende.

Weiter gehts im Pässerausch - das Sellajoch mit 2213 Metern wartet schon auf uns - Panoramen ohne Ende - einfach traumhaft. Doch es gibt heute keine Pause, den der an der Provinzgrenze zwischen Venetien und Trentino gelegene Passo di Fedaia mit seinen 2057 Metern ist zu bezwingen. Sowohl der am östlichen Ende des Stausees gelegene Scheitel als auch die fast auf gleicher Höhe gelegene Staumauer am Westende des Sees bieten phantastische Ausblicke auf die gletscherbedeckte Flanke der Marmolata. Doch auch dieser Pass ist heute noch nicht das Ende. Der 2013 Meter hohe Passo di Valles ist noch zu knacken. Das ist jedoch eher unspektakulär - lediglich die Abfahrt auf der Ostrampe vermittelt etwas Kurvenspaß.

Zu unserem Ziel Neumarkt im Etschtal ist noch ein ganzes Stück. Wir sind mittlerweile auf der SP81, die nahe des Lago di Paneveggio in die SS50 übergeht. Wir passieren Predazzo (Pardatsch) im Fleimstal. Kurz hinter Kastell im Fleimstal verlassen wir die SP232 und biegen in nördlicher Richtung auf die SP48 ab, die eine Verbindung zwischen dem Fleimstal und dem Etschtal darstellt. Die Abfahrt ins Etschtal macht Spaß. Herrliche Kurven auf excellentem Asphalt führen uns hinab bis auf nahezu 200 Meter ü.M. Bärchens Navi ist ein wenig desorientiert, was das Auffinden der Pension anbelangt. Doch nach einigen Minuten finden wird dann doch das Hotel, indem wir einschecken. Unsere Pension, die zum Hotel gehört, ist 200 Meter erntfernt. Der Wirt spricht Deutsch - greift sich sein Fahrrad und fährt vorneweg um uns die Pension zu zeigen. Eine halbe Stunde später sind wir wieder im Hotel - Hunger und Durst. Eigentlich hatten wir uns auf ein Bad im Pool gefreut. Doch leider war das in der Beschreibung nicht so eindeutig - Pool nur im Hotel und nicht in der Pension - Schade. Dafür ist das Essen und die danach angebotenen Obstler von ansprechender Qualität. Es fängt an zu regnen. Wir sitzen unter einer großen Markise und freuen uns über die Abkühlung. Zurück in der Pension, planen wir den nächsten Tag und köpfen die noch übrige Flasche Rotwein. Das Ziel morgen ist Temù - eine norditalienische Gemeinde in der Provinz Brescia in der Lombardei.



27. August - Neumarkt - Temù - 318 km


Wir frühstücken im 200 Meter entfernten Hotel. Die aufgerufenen 12,-€ sind jedoch ihren Preis nicht wert. Zurück in der Pension buxieren wir die Motorräder aus der sehr engen Einfahrt. Wir starten wir immer gegen 9:00 Uhr. Es geht in nördlicher Richtung das Etschtal hinauf Richtung Bozen. Dort ich die Pool Position und lasse das Navi seinen Job machen um dem nervendem Verkehrsgewühl möglichst schnell zu entschwinden. Kurz nach Bozen übernimmt Frank wieder die Führungsarbeit. Mit dem Penserjoch wartet schon der erste Zeitausender des Tages auf uns. Wir bestaunen die Sarner Schlucht mit ihren ungeheuer glatten Wänden aus rötlichem Porphyrfels und bizarr überhängenden Vorsprüngen. In Richtung Sterzing durchqueren wir im unteren Teil der südlichen Auffahrt insgesamt 24 meist unbeleuchtete Tunnel, die zwischen 20 und 500 Meter lang sind, ehe es im oberen Teil viele schöne Kehren und Kurven mit teilweise 13% Steigung zu durchfahren gilt. Es wechseln 10 %ige Anstiege mit flacheren Abschnitten ab, dann taucht der reizvoll zwischen grünen Wiesen und bewaldeten Bergkuppen gelegene Ort Sarnthein auf. Ab hier wird es wieder steiler bis wir die Passhöhe erreichen.

Die Abfahrt vom Pass führt durch das Eggental und ist mit 10% Gefälle oft kurven- und kehrenreich. Das macht Laune ! Diese wird jedoch schlagartig getrübt, als wir in Sterzing einrollen. Überall Polizeiautos, Absperrungen und mit gelben Westen gekleidete Ordner. Was ist hier los? Die Lösung läßt nicht lange auf sich warten, denn in einem Kreisverkehr kommen und Radfahrer entgegen. Na prima - wieder mal ein Radrennen. Zu allem Unglück ist von dem Rennen auch der Jaufenpass betroffen. Da steht eigentlich als nächster auf unserer List.

Wir müssen umplanen. Dazu rollen wir an eine nur wenige hundert Meter entfernte Tanke. Überall Stau - Stau - Stau - ratloes Autofahrer - ratlose Motorradfahrer! Die einzige Möglichkeit unser gebuchtes Hotel am Abend in Temù zu ereichen ist : Im großen Bogen zurück nach Bozen und dann weiter in südwestlicher Richtung. Und das heißt 50 Kilometer auf der stark befahrenen SS12 hinter uns zu bringen. Das ist wirklich ätzend, denn an Überholen ist kaum zu denken. Wir fahren also ein zweites Mal durch Bozen. Das ist aber dieses mal unkomplizierter, da wir fast ausschließlich auf Schnellstraßen unterwegs sind. Trotzdem nehmen fahren wir auf der SS38 einige Zeit in die falsche Richtung. Der Guide Frank merkt das jedoch relativ schnell und wir sind 10 Minuten später auf der SS42, die gerade auf den ersten Kilometern hinter Bozen wunderschönen Kurven zu bieten hat.

Weiter westwärts wartet der mit der mit nur 1363 Mtern hohe Mendelpass schon auf uns. Die Strecke bietet, da sie fast komplett durch Wälder führt, nur am Scheitel etwas Aussicht ins Etschtal. Interessant am Mendelpass ist vor allem die obere Ostrampe wegen ihrer Kehren, während die Westrampe in dieser Hinscht kaum etas zu bieten hat. Da wir aus Richtung Bozen kommen können wir die Befahrung richtig genießen. Wir folgen weiter der SS42 um schon kurze Zeit nach dem Mendelpass der Passo di Tonale (1884m) in Angriff zu nehmen. Beide Rampen des Passes sind gut ausgebaut - wir rollen quasi gemütlich über die Passhöhe.

Das solls aber für heute noch lange nicht gewesen sein. Ein richtiger Kracher liegt noch vor uns - der 2618 Meter hohe Gaviapass. Er stellt die Verbindung zwischen Bormio im Valtellina (NW) und Ponte di Legno im Val di Sole (S)dar. Vorher umrunden wir den Lago di Santa Giustina, ehe wir in Ponte di Legno rechts auf die SP29 abbiegen. Dies ist die Südrampe des Passes, die es wirklich in sich hat. Gerade um unteren Teil ist die Straße so schmal, daß schon einentgegenkommendes Motorrad zu Schweizausbrüchen führen kann. Das Ganze bei zum Teil Steigungen bis 16% ! Die Passhöhe selbst liegt zwischen Dreitausendern inmitten einer weiten Hochebene und bietet herrliche Ausblicke auf den Adamello-Gletscher. Das obligatorische Hospiz ist ein beliebter Bikertreff. Oben angekommen mache ich drei Kreuze. Es war für mich der bisher anspruchvollste Pass, den ich befahren habe. Die anderen Biker sehen das genauso. Wir nehmen uns mehr als eine halbe Stunde Zeit um die wirklich phantastische Gegend in uns aufzusaugen. Auf einer kleinen Anhöhe sehe ich die Spitze einer Holzskulptur und so nehme ich mir die Zeit einige Steintreppen zu steigen um mnir das Teil näher anzuschauen. Es stehen dort auch noch einige Eisen-Skulpturen die ebenfalls sehenswert sind. Der Ausblick von dieser Erhöhung ist noch mal ein Traum. Auch meiner Mitfahrer klettern anschließend auf die Anhöhe.

Als wir wieder bei den Motorrädern sind, trübt sich der Himmel ziemlich schnell dunkelgrau ein. Düstere Wolken ziehen auf. Da wir die gesamte Südrampe wieder zurück müssen, ist ein wenig Eile angesagt. Im Regen möchte ich diese Streck auf keinen Falle befahren. Die im unteren Bereich stehenden Pinien werfen dann ihre Nadeln ab, was zu nicht zu kalkulierenden gefährlichen Situationen führen kann. Zum Glück nieselt es aber nur kurzzeitig und wir kommen wohlbehalten wieder unten an. Ecki filmt die gesamte Auffahrt und Abfahrt mit der Kamera. Ich empfehle dringend beim Vorführen des Films den Angetrauten vorher Berühigungspillen zu reichen. Die weinigen Kilometer bis zum Hotel Scatori sind anschließend auch schnell geschafft. Bärchens Navi findet mal wieder die Adresse nicht und wir stehen plötzlich auf einem kleinen Privatgrundstück an einem steilen Hang mitten im Ort. Die nette Bewohnerin zeigt uns den Weg zum Hotel, was nur 50 Meter weiter direkt an der Straße liegt. Wir checken ein. Das "Biker Welcome" Hotel hat sogar eine Garage für unsere fünf Bikes. Dazu müssen wir eine ziemlich steile und holperige Gasse neben dem Hotel runterfahren. Die Einparkerei in die Garage ist mehr als Filigranarbeit. Mal schaun wie wir morgen früh da wieder rauskommen.

In dem kleinen Örtchen gibt es Unmengen Gaststätten. Wir entscheiden uns für eine Pizzeria. Wir werden nicht enttäuscht. Alle Speisen sehr lecker. Wir trudeln anschließend zurück zum Hotel um noch ein Bierchen zu trinken. Gegenüber erschallt Musik, was Ecki, Frank und mich animiert, mal nachzuschauen was das los ist. Auf einer kleinen Bühne spielt eine italienische Band, wo mich vor allem der Musiker mit der Zieharmonika begeistert. Auf dem Parkett tanzen viele Leute, die das wirklich gut beherrschen. Ein älterer Mann mit Zopf ist der Hammer - stielecht schiebt er eine wesentlich jüngere Dame zum Tango über das Tanzparkett - grandios und typisch italienisch. Wir bleiben noch eine Weile um uns an der Musik und dem begleitenden Schauspiel zu erfreuen. Dann noch ein Bierchen am Hotel, wo Bärchen und Jene noch immer sitzen. Um 23:00 Uhr ist dann für uns Nachruhe - die Band spielt noch bis 0:30 (wohl gemerkt Sonntags) !!



28. August - Temù - Hochgurgl - 294 km


Mit einigem Geschick schaffen wir es, die Bikes aus der Garage zu buxieren und heil vor dem Hotel zu parken. Kurzes Beladen und schon rollen wir wieder den nächsten Pässen entgegen. In südwestlicher Richtung werden die ersten Kilometer weiter auf der SS42 und dann auf der SS39 absolviert. Die Schweizer Grenze ist dann auch schnell erreicht. Hier achtet Frank besonders auf die Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeiten. Bei den Eidgenossen wird bereits ab 1 km/h empfindlich bestraft - und das auch noch einkommensabhängig. Und da die Kammeraden auch noch von hinten blitzen ist selbst bei Motorradfahrern höchste Aufmerksamkeit geboten. Auf schweizer Seite ist die Bundesstraße 29 bis zum Berninapass unser Metier. Da wir schon um 8:45 starten, sind wir bereits gegen 10 Uhr um Anstieg zu diesem 2330 Meter hohen Pass. Der Pass verbindet das Bündner Land in der Schweiz mit dem italienischen Veltlin. Die Straße ist sehr gut ausgebaut und auf der südlichen Auffahrt mit vielen Serpentinen versehen. Nachdem wir die üblichen Fotos im Kasten haben, gehts die Südrampe wieder zurück um in Richtung Livigno über die Forcola di Livigno (2315m) - fast auf gleichhohem Niveau. Der Weg über die Forcola de Livigno ist einer von drei Zugängen in das isoliert gelegene Wintersport- und Zollausschlußgebiet Livigno und verbindet dieses mit dem Schweizer Kanton Graubünden. Auf der Paßhöhe befindet sich der schweizerisch-italienische Grenzübergang - der kleine Abstecher über die Schweiz ist damit beendet. Leider schnallen wir das mit dem Zollfreigebiet erst zu spät. Sonst hätten wir für ca. 97 Cent für einen Liter Super tanken können. Kurz nach 11 Uhr verlassen wir Livigno.

Schon gegen halb zwölf knacken wir mit dem Passo d’Eira den nächsten Zweitausender. Der Scheitel des Passo d’Eira liegt in einer Biegung der SS.301 und befindet sich mitten im Ort Eira. Wir stoppen nur kurz für einige Fotos und fahren weiter. Wir liegen sehr gut in der Zeit und gönnen uns mal eine knappe Stunde Pause in einem italienischen Ristorante. Ich probiere eine Polenta. Das ist ein meist aus Maisgrieß hergestellter fester Brei, der verschiedene Zutaten haben kann. Meine Polenta ist mit Käse und schmeckt ausgezeichnet. Jetzt wartet der mit 2503 Metern höchste schweizer Straßenpass auf uns - der Umbrailpass. Dazu zweigen wir nur kurz vor dem Stilfser Joch in Richtung Norden ab. Nur wenige hundert Meter weiter ist bereits die Paßhöhe erreicht.

Also kurzes Foto und zurück zum Anstieg aufs Stilfser Joch. Mit diesem Pass verbindet mich die Erinnerung an 2014, als ich dort mitten im Anstieg der Ostrampe mit defektem Kühler meiner Super Tenere einen kleinen Zwangsstopp einlegen mußte. Heute befahren wir den Pass von der anderen Seite. Der Pass wird wohl zurecht als "Königin aller Passstraßen" bezeichnet. Sie überwindet auf 30 km einen Höhenunterschied von 1900 m und ist sowohl von der Landschaft als auch von der Streckenführung her wohl die eindrucksvollste Gebirgsstraße in den Alpen. Mit ihren insgesamt 87 Kehren ist die Straße ein Garant für Fahrspaß. Es ist zum Glück Montag und somit hält sich der Verkehr gegenüber den Wochenenden in Grenzen. Das ist natürlich relativ, den was sich an Fahrradfahrern, Oldtimern und Skatern dort hochquält ist schon beeindruckend. Ganz zu schweigen von den italienischen Knieschleifern, für die die durchgezogene weiße Mittellinie in der Kurve nur ein grober Anhaltspunkt ist, den man natürlich beidseitig befahren kann. Selbst in der unübersichtlichsten Rechtskurve fahren die Jungs einem Meter links neben der Linie und überholen alles was ihnen vors Visier kommt - Lebensmüde !

Auch von der Westrampe ist der Antieg ein Genuß. Auf der Passhöhe angekommen, ist kaum ein Parkplatz für unsere Bikes zu bekommen. Es gelingt uns dann aber doch fast an der gleichen Stelle wie 2014 ein Fleckchen zu finden. Eine halbe Stunde muße sein. Fotos schießen und Landschaft gucken. Wieder auf dem Motorrad geht's dann die 48 durchnumerierten Kehren hinab ins Tal. Ich habe ganz besonderen Respekt vor den Fahrradfahrern, die teilweise ohne Helm mit knapp 80 km/h den Berg runterbrettern. In den Kurven genauso schnell wie wir, kann man wenn überhaupt nur auf längeren graden Stücken überholen. Im Tal angekommen rollen wir auf die SS38. Jetzt liegen ätzende 60 Kilometer vorbei an Prad und Schlanders bis Meran vor uns. Das ist eine derart stark befahrene Strecke, dass an Überholen nicht zu denken ist. Mit 50-60 km/h schleichen wir dahin.

Das wird erst ab Meran besser, den kurz danach beginnt die Auffahrt zum Timmelsjoch. Das Timmelsjoch zählt zu den Klassikern der Ostalpen und verbindet das Südtiroler Passeiertal mit dem österreichischen Ötztal. Wir kommen über die Süd-Ost-Rampe, die fahrerisch interessanter, aber auch vom Zustand her wesentlich schlechter ist als die Abfahrt auf der östereichischen Seite, die teilweise Autobahncharakter hat. Auch ist die Auffahrt von der Süd-Ost-Rampe wesentlich länger als die Abfahrt, die etwa bei Zwieselstein endet. Gespickt mit 44 Kehren und einer Länge von knapp 50 km ist dieser Pass einer der schönsten in den Alpen. An mehreren Haltepunkten informieren Architektur-Skulpturen über Natur, Geschichte, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft der Region. Wir halten an einigen der aus Beton gegossenen "Guckröhren" an, um diverse Fotos zu schießen. Frank ist öfters mal nicht zu sehen. Er ist auf der Suche nach Steinhaufen, die Susi irgendwann mal dort aufgestellt hat. Und davon gibt es hier oben mehr als genug. Offiziell stehen 2509 Meter auf dem Passschild. Die Höhe ist aber umstritten und soll eigentlich nur bei 2474 Metern liegen. Uns ist das recht egal, denn die Ausblicke mit denen wir belohnt werden, lassen jede Diskussion über die Höhe des Passes absolut in den Hintergrund verschwinden. Auf dem Pass wird ständig gebaut - vor allem auf der Österreichischen Seite. Sogar ein Motorradmuseum auf 3.000 m² zeigt rund 230 klassische Motorräder von mehr als 100 Herstellern sowie einige automobile Raritäten. Auf der österreichischen Seite werden aktuell 14 €uro Maut fällig.

Es ist nicht mehr weit bis zu unserem heutigen Nachtlager. Die wenigen Kilometer bis Obergurgl begleitet uns Nieselregen. Dort angekommen finden wir das "Smarthotel Bergresidenz" zunächst nicht. Ich gehe ins 4 Sterne Superrior Mühle Resort Hotel um mal nachzufragen. O.K. wir sind hier genau richtig - der Checkin ist hier und das Smarthotel ist keine 70 Meter entfernt. Da es jetzt einen anderen Namen hat, konnten wir es natürlich nicht finden. Die nette Dame klärt uns auf, daß es aufgrund der vielen Reservierungen der Hausgäste Probleme mit dem Essen gibt. Zumahl hat der Sous Chef Urlaub. Kommt aber nochmal rein und sie ruft mich an, wenn sich da was machen läßt. Ich bin not amused und gebe Ihr zu verstehen, daß es ja wohl kein Problem sein kann, für 5 hungige Biker was in die Pfanne zu hauen. Wir checken also im Smarthotel ein. Kaum von der Dusche raus, ruft mich die Dame von der Rezeption an. No Problem - wenn möglich gleich kommen - dann sind die Hausgäste noch nicht da. Prima - whatsapp an die Truppe - sammeln in 15 Minuten - Abmarsch zum 4 Sterne+ Resort. Dort angekommen plaziert man uns auf den "billigen" Plätzen. Alle anderen Tische sind nobel eingedeckt - das Personal in feinstem Zwirn steht wie angetackert. Aber es wird dann doch anders als es den ersten Anschein hat. Eine nette Kellnerin bedient uns. Es gibt teilweise erlesene Speisen, die wieder Erwarten auch preislich ganz o.k. sind. Ich nehme als Vorspeise z.B. ein Kalte Andalusische Gemüsesuppe mit Bruchetta - Fantastisch ! Zum Abschluß gibt's leckere Obstler.



29. August - Hochgurgl - Inzell - 295 km


Die Jagd auf die Alpenpässe geht in die nächste Runde. Vorher aber erst einmal Frühstück im 4*+ Hotel. Für 15 €uronen bekommen wir hier das beste Frühstück der Tour, was aufgrund der Sterne des Hotels auch nicht anders zu erwarten war. Das kleine Regengebiet des gestrigen Abends hat sich verzogen. Strahlend blauer Himmel begrüßt uns. Die Temperaturen liegen allerdings bei geschmeidigen 7 Grad, was bei einer Höhe von etwa 1900 Metern aber auch normal für 8:30 Uhr ist. Alle ziehen sich noch einen dünnen Pullover unter die Kombi, denn es bleibt in der nächsten Stunde bestimmt bei diesen Temperaturen. Es geht nämlich nochmal knapp 1000 Meter höher. Das Ziel ist der Rosi -Mittermaier-Tunnel. Laut Wikipedia "Wurde er als Tiefenbachtunnel 1982 eröffnet, sein Südportal befindet sich in 2829 m ü. A. Höhe, ist damit der höchstgelegene Straßentunnel Europas und führt die Ötztaler Gletscherstraße vom Rettenbachferner zur Talstation der Tiefenbachbahn". Die Länge der Röhre beträgt 1729 Meter. Na dann schaun wir mal was uns da erwartet.

Als erstes mal 5.50€ Maut. Das ist im Gegensatz zum Großglocker und zum Timmelsjoch ja fast schon ein Schnäppchen. Wir sind dann doch sehr begeistert von dem was wir erleben. Eine klasse Auffahrt oft mit grandiosen Blick auf den Gletscher hoch auf dem Gipfel. An der Straße zum Rettenbachferner wird gebaut. Sie ist gesperrt. Wir biegen links zum Teifenbachferner ab. Hinter einer Kurve erwartet uns der Eingang zum Tunnel. Eine ziemlich dunkle Röhre die schnurgerade leicht bergauf verläuft. Dahinter geht's in einem großen Rechtsbogen auf einen gewaltig großen Parkplatz. Während die Jungs dort erst einmal Halt machen, fahre ich noch eine kleine geschotterte Stichstraße hinauf. Volltreffer - etwa 200 Meter weiter eine kleine Parkmöglichkeit mit supergenialem Ausblick. Ich treffe ein Ehepaar aus Sachsen, die gerade zu einer Wandertour aufbrechen wollen. Als ich ihn frage, wie hoch wir hier sind, zückt er ein Profi-GPS-Gerät und verkündet - 2831 Meter. Absoluter Höhenrekord mit meinem Bike. Ich fahre wieder "runter" zu den 4 Jungs und überrade Sie noch mal da mit hoch zu kommen. Alles machen das und so entstehen bestimmt die besten Fotos der Tour - seht selbst.

Die Abfahrt wieder hinab in Richtung Sölden ist natürlich auch grandios. Weiter gehts im Ötztal in Richtung Norden. Wir passieren den Touristenort Ötz und orientieren uns anschließend auf der L237 in Richtung des nächsten Zweitausenders - dem Kühtaisattel. Die Straße über den Kühtai-Sattel verbindet das Oetz im Ötztal (W) mit Gries im Sellraintal (O). Kurz vor der Passhöhe machen wir Halt am Speicher Lägental, der vom Flüßchen Finstertalbach und anderen kleinen Zuflüssen gespeist wird. Nur einge Meter weiter entdecke ich eine herrliche Linkskurve, die geradezu zum Fotografieren einlädt. Also mach ich mich als erster auf dem Weg und postiere mich im Scheitel der Kurve um die Jungs mittels Serienaufnahme zu fotografieren. Das klappt ausgezeichnet. Es entstehen wunderschöne Bilder mnit den Bergen und dem kleinen Steusee im Hintergrund. Fahrerisch sind die wenigen Kilometer bis zur Passhöhe keine große Herausforderung.

Auf kleinen Nebenstraßen führt der weitere Weg Richtung Insbruck. Das können wir jedoch nicht komplett umfahren. Dafür erhaschen wir aber wunderschöne Blicke auf die mitten im Ort stehende Bergiselschanze - eine der vier Schanzen der Internationalen Vierschanzentournee. Vorbei an Insbruck rollen wir immer weiter talwärts auf der 171 - parallel zur Inntalautobahn. Rechts zweigt bald das Zillertal ab. Wir fahren aber weiter ostwärts Richtung deutscher Grenze. Bei St. Johann zweigt die 176 in nördlicher Richtung ab. Die deutsche Grenze erreichen wir dann auch schon bald. Der erste Ort in Deutschland ist Reith im Winkel. Von hier aus weiter in Richtung Ruhpolding, einem der Biathlon-Mekkas in Deutschland. Ds heutige Ziel ist Inzell, wo wir in einem kleinen Gasthof einchecken. Der Laden scheint komplett in südosteuropäischer Hand. Auf der Terrasse nehmen wir ein Schnellbier. Dann einchecken und nachfolgend ein kleiner Spaziergang im ort. Ecki sucht eine Spaßkasse um Geld abzuheben. Zurück in der Pension müssen wir etwas gegen den Hunger tun. Es ist hausgemachte Haxe im Angebot. Ecki, Bärchen und ich nehmen so ein Teil. Schmekct ganz lecker, im Gegensatz zu dem angebotenem lokalen Bier. Wir planen die Tour für den vorletzten Tag. Die nahegelegene tschechische Grenze lädt zu einem Beusch des Landes ein. Also buchen wir per "booking.com" drei Zimmer in einer Country und Westernkneipe - inkl. Frühstück für alle zusammen 150,- €uro. Wir sind gespannt, denn die Bilder sind vielversprechend.



30. August - Inzell - Klatovy - 300 km


Heute haben wir mehr Zeit als die vergangenen Tage, da wir uns auf relativ flachen Terrein bewegen. Wir fahren in nordöstlicher Richtung, und passieren wieder mal die Grenze nach Österreich oberhalb von Salzburg. Wir bewegen uns teilweise auf Straßen, die wir schon am zweiten Tag gefahren sind - nur natürlich in anderer Richtung. So kommen wir auch noch mal durch Braunau und sind dann auch schon wieder in Tschland. Der nächste Plan heißt "Eisdiele suchen", was in Schöllnach passiert. Eine super moderne Eisdiele wartet auf uns. Der nette und sehr gesprächige Inhaber bestaunt Eckis F6C und meint Super Harley. Als er erfährt, das es eine Honda ist, schaut er dann doch etwas pickiert. Das Eis ist aber eine Wucht. Der Cheffe hört nicht auf zu erklären, das alles ökologisch ist und keine Geschmacksverstärker oder Konservierungstoffe enthalten sind - wir müssen Ihm glauben.

Zum Grenzort Bayerisch Eisenstein sind es nur noch wenige Kilometer. Der liegt im Böhmerwald bzw. Bayerischen Wald. Die Straßen dorthin sind von guter Qualität und einige kleinere Kurven machen hin und wieder auch Spaß. Auf der linken Seite kommt kurz vor dem Grenzort ein relativ großer Berg in Sicht. Ein Hinweisschild bringt dann auch Klarheit. Es handelt sich um den Großen Arber, dem höchsten Berg in dieser Gegend. Ich habe so düster in Erinnerung durch diverses Gugeln, daß der Berg eine Motorrad-Eldorado ist. Da ich an letzter Stelle fahre, versuche ich mich mit Lichthupen, Hupen unjd Langsamfahren bemerkbar zu machen. Erfolglos - die Truppe fährt weiter. Hinter der Grenze warten sie dann auf mich. Da wir super in der Zeit liegen, ist es kein Problem umzukehren und die Runde über dem Großen Arber noch mitzunehmen. Alle sind einverstanden. Der Abzweig ist dann auch bald gefunden. Die Fahrt hinauf führt über viele schön geschwungene Kurven. Auf den Gipfel selbst kommt man jedoch nur per Seilbahn. an der Talstation angekommen rollen wir aber gelich wieder bergab in Richtung Grenze. Eine wunderschöne Abwechslung kurz vor dem Ziel in Tschechien.

Die letzten Kilometer zum "Steak Restaurant Penzion Country Saloon" übernehme ich die Führung. Die Penzion liegt direkt an einer Hauptstraße. Mal sehen wir das mit dem nächtlichen Verkehr so ist. Wir empfangen die Schlüssel für mein Einzelzimmer und die Famieliensuite mit 2 Schlafzimmern. Die Motorräder können wir kostenlos in einer Garage wenige Meter entfernt vomHotel parken. Es ist erst halb vier. Eine halbe Stunde später treffen wir uns auf der Terrasse. Gambrinus und Pilsner Urquell vom Faß sind im Angebot. Preise natürlich auf sehr sehr moderatem Niveau - 32 - 40 Kronen pro 0.4 Liter - das sind etwas 1.20 bis 1.60 €uro ! Es ist noch reichlich Zeit bis zum Abendessen. Daher werden erstmal ein paar kleinere Vorspeisen bestellt - Suppen - Kartoffelchips - etc. Dazu immer lecker tschechisches Bier. Das ganze Anwesen macht einen sehr guten Eindruck. Angefangen von Klapptüren, Sätteln auf den Barhockern bis hin zu allerlei Western-Utensilien - alles top. Auch die "klimatisierten" Zimmer sind top in Schuß. Hier waren wirklich Liebhaber des amerikanischen Westens beim Einrichten am Werke.

Es wird dann doch so langsam Abend und wir möchten die Spezialitäten des Hauses probieren. Und das sind amerikanische bzw. südmarikanische Steaks am offenen Grill zubereitet. Es gibt sie in allen erdenklichen Größen von 250g bis 600g und in allen Preislagen. Ich entscheide mich für ein 300g Teil. Ähnlich Jens und Ecki - Bärchen greift zum 400g Stück und Frank nimmt ein 250g Schweinesteak. Was soll ich sagen - die Jungs dort habens drauf. Alles super zubereitet und geschmacklich ein Highlight der Tour - ob Medium oder Well Done - es paßt alles. Dazu Kartoffelspalten oder Pommes und Grüne Bohnen. Boh-Eih - ich bin begeistert. Anschließend finden noch etliche Bierchen und lokale Spirituosen den Weg in den Verdauungstrackt.

Die Planung des nächsten Tages ist einfach. Auf möglichst geradem Weg auf kleinen Straßen in Richtung Heimat. Sorgen macht uns die Wettervorhersage. Aber warten wir erst mal den nächsten Tag ab. Da können wir immer noch kurzfristig kleine Änderungen an der Route vornehmen.



31. August - Klatovy - Halle - 331 km


Es ist wie in jedem Jahr. Die letzte Etappe nach Hause steht an. Kurz vor der deutschen Grenze tanken wir noch einmal für moderate 1.20 € / Liter Super. Ein Halt am Supermarkt ist fest eingeplant. Das klappt auch bald. Wir binkern Oblaten, Hörnchen, Tschechensenf und Schnaps. Da werden sich die Muttis zu Hause bestimmt freuen. Es fängt leicht zu regnen an. Ecki stülpt sein Ganzkörperkondon über und ich probiere mal die neuen quitschgrünen Regenüberzieherhandschuhe für 6 €uro aus dem Baumarkt. Kurz hinter Franzensbad passieren wir die Grenze. Der Regen wir wieder weniger und hört bald danach auf. Am Ortsausgang von Weida halten wir für eine weitere Pause. Es gibt thüringer Bratwurst mit Kartoffelsalat oder Nudelsalat. Wir nähern uns Sachsen-Anhalt. Vorbei an Greiz und Gera sind wir auch schon bald in Weißenfels. Dort ziehen tiefblaue Wolken auf. Und dann erwischt es und doch tatsachlich ab Merseburg. Die letzten 10 Kilometer erleben wir "den Regen der Tour" ! Wir lachen - denn die vorhergehenden Tage der Tour waren wettertechnisch die absolute Sahne. Beim Röpziger Fleischer werden noch schnell 30 Würstchen gekauft - Am Abend ist Grillen bei Frank unterm Carport zusammen mit den Frauen angesagt. Das war sie dann also - die Wörmlitzbikertour 2017 !

Sorry wegen der sicher vielen Rechtschreib und Grammatikfehler im Text. Aber ich habe den Bericht noch schnell vorm Urlaub mit Heike am Samstag geschrieben. Wenn ich wieder zurück bin, wird da sicher noch mal drüber geschaut.

Da ich die Tour ja "Alpen Satt" genannt habe, gibts es hier am Ende eine kleine Zusammenstellung der während der Tour überfahrenen Pässe bzw. befahrenen Hochstraßen in chronologischer Reihenfolge. Ich hoffe, daß ich keinen vergessen habe - ansonsten meldet Euch. Die GPS-Mitschnitte der einzelnen Tagestouren kann man übrigens im Trackbook anschauen und herunterladen. Am Ende der Tour ergeben sie zusammen 2700 Kilometer.

1Roßfeldpanoramastraße1600 Meter
2Großglockner2505 Meter
3Kaiser-Franz-Josefs-Höhe2369 Meter
4Gailbergsattel973 Meter
5Plöckenpass 1357 Meter
6Sella Ciampigotto1790 Meter
7Sella di Razzo1760 Meter
8Passo Tre Croci1809 Meter
9Passo di Falzárego2110 Meter
10Passo di Valparola2192 Meter
11Passo di Sella2213 Meter
12Passo di Fedaia2057 Meter
13Passo di Valles2013 Meter
14Penserjoch2211 Meter
15Mendelpass1363 Meter
16Passo di Tonale1884 Meter
17Gaviapass2618 Meter
18Berninapass2330 Meter
19Forcola di Livigno2315 Meter
20Passo d’Eira2208 Meter
21Umbrailpass2503 Meter
22Stilfser Joch2763 Meter
23Timmelsjoch2509 Meter
24Tiefenbachtunnel 2829 Meter
25Kühtai-Sattel2017 Meter
26Talstation Großer Arber1050 Meter


Das Tourvideo gibts auf der Desktop-Version in der Rubrik Videos

Opa Olaf im August - September 2017

Bilder Alpen Satt Tour