OO-CC T2017-E 0117
2015-Tour

2017 Enkeltour um München


Bayern mit dem Enkel - die lang versprochene Tour steht an. Dem Enkel hatte ich schon lange eine Motorradtour in Bayern versprochen. Die Woche nach Pfíngsten steht dafür seit Anfang des Jahres fest im Kalender. Leider habe ich mit in der Woche davor etwas erkältet und das wechselhafte Wetter ist auch gerade kein Motivationsschub. Versuche das ganze mit Ingwertee und Inhalieren in den Griff zu bekommen. Joshi ruft öfters an und fragt nach meinem Befinden und wann ich denn nu endlich komme. Aber Pfingstmontag habe ich dann doch noch das Bike gepackt. Joshi hat angerufen und meint in München sei das Wetter super. Also um 13:00 Uhr Abflug. Wollte eigentlich Landstraße fahren, aber in Anbetracht der Zeit und der doch noch zu erwartenden Regenepisoden entscheide ich mich für eine direkte Route über die A9 - die kann ich bald blind fahren. Bis auf einen kleinen aber heftigen kurzen Guß in Nürnberg komme ich super durch. Die neuen Dane-Sachen zeigen hier bereits ihre Qualität. Das Naß perlt außen ab wir auf einer Lotusblüte. Um 16:50 komme ich an. Der Jubel ist groß. Franzi bestellt beim Griechen für 20:30 drei Plätze, wo wir dann auch exelent zu Abend essen. Es ist einer der Griechen, wo die Speisekarte nicht wie üblich über 20 Seiten reicht, sondern eher übersichtlich ist. Dafür aber alle Speisen von überragender Qualität. Morgen soll es regnen und wir planen einen Besuch im Botanischen Garten sowie eine Stadtrundfahrt in München. Im Botanischen Garten soll gerade die größte Blüte der Welt - der Titanwurz - ihre Pracht entfalten. Das sollten wir uns unbedingt anschauen, denn die über ein Meter große Blüte ist nur an maximal 3 Tagen im Jahr zu sehen. Und es kann Jahre dauern bis sich dieses Spektakel wiederholt. Leider soll das Teil auch bestialisch stinken - na warten wir es mal ab.

Am Dienstag sind wir schon früh auf den Beinen und der erste Weg führt wie geplant in den Botanischen Garten. Der Titanwurz ist schnell gefunden. Sieht leider nicht mehr ganz frisch aus und die Sache mit dem Gestank hält sich auch in Grenzen. Trotzdem ist das Teil schon sehr imponierend. Wir drehen noch einige Runden in den zahlreichen Gewächshäusern ehe es in Richtung Hauptbahnhof weiter geht. Dort startet die Tour in einem roten münchener Doppelstock-Sightseeing-Bus. Das wollte ich immer schon mal machen und so kommt das heute sehr regnerische Wetter gerade Recht. Wir bekommen einen super Platz in der oberen ersten Reihe. Dann geht es bei strömenden Regen los. Was in der einstündigen Runde alles zu sehen ist beeindruckt mich dann schon. Hätte nicht vermutet, daß München über derart viele imposante Gebäude und Straßen verfügt. Am Abend ist Kartenspiel, in unserem Fall Wizard, angesagt. Da muß der Opa den beiden Münchenern erst mal zeigen wo der Frosch die Locken hat.

Der Tag der ersten kleineren Einrolltour um den Stranberger See steht an. Der Vormittag ist noch etwas regnerisch. Gegen Mittag haben die Wetterfrösche sonniges Wetter angesagt. Bereits ab 11:00 Uhr fragt Joshi ständig, wann er denn nun endlich die Motorradsachen anziehen kann. Hatte eine gebrauchte Kombie im Frühjahr bei Ebay für 50 Euronen geschossen. Paßt ausgezeichnet und zusammen mit dem Leihhelm von Dani sieht Joshi echt super aus. 12:30 Uhr ist Start in München. Wir fahren kilometerlang direkt neben der Autobahn auf einer kaum befahrenen Straße. Bald kommen die ersten Ausläufer des Starnberger Sees in Sicht. Kurz hinter Seeshaupt finden wir ein orginal bayrisches Wirtshaus mit wunderbarem Seeblick. Wir stärken uns mit Schnitzel (Opa) und Leberkäse mit Ei (Joshi). Wir genießen unsere erste gemeinsame Tour. Joshi macht es richtig Spaß. Nächster Stop ist kurz vor Starnberg. Dort programmiere ich die Heimatadresse von München ein. Zu Hause angekommen bekommt Joshi das Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Und Morgen gehts zum Sudelfeld in die Berge - bei wie es ausschaut supi Wetter.

Heute steht die erste größere Runde mit dem Enkel an. Wir wollen ins Sudelfeld - quasi der Haus und Hofstrecke der Münchener Biker für einen Tagestrip. Die erste Überraschung erleben wir schon in München. Ich hatte dem TomTom gesagt, es solle mal ne schöne kurvige Strecke zum Ziel suchen. Da hat das blöde Teil natürlich auch direkt in der Stadt eine schöne "kurvige" Route geplant. So sind wir die vor 2 Tagen gefahrene Runde mit dem münchener Bus für Stadtrunfahrten in einigen Teilen noch mal mit dem Motorrad gefahren. Das dauert fast eine ganze Stunde ehe wir die Stadtgrenze verlassen. Erster Halt ist am Schliersee. Wir finden ein schönes Restaurant direkt am Wasser. JJ nimmt Pommes mit Ketschup und ich Schweizer Wurstsalat. Gestärkt geht es somit in Richtung der Berge. Kurz hinter Bayrischzell fangen schöne Kurven an. Leider wird der Spaß getrübt durch ständige Rüttelstreifen, 60 km/h Tempolimit und Überholverbot. Ursache für derartige Maßnahmen sind wohl die auf dieser Strecke in den vergangenen Jahren vorgekommenen schweren Motorradunfälle. Schade das es immer wieder ein paar Ideoten gibt. Weiter führt unser Weg zum Tatzelwurm und der mautpflichtigen Strecke nach Brannenburg. Dort programmiere ich das Navi neu in Richtung münchener Heimatadresse. Natürlich darf der obligatorische Eisbecher nicht fehlen. JJ ist genau wie der Opa ein absoluter Fan jeglicher Eisspezialitäten. Als wir uns so langsam München nähern, merke ich wie der Sozius mehr und mehr hin und her rutscht. Meine Frage, ob evtl. der Popser ein wenig weh tut, wird allerdings mit einem deutlichen NEIN beantwortet. Wir geben uns doch keine Blöse ! Zusätzlich ziehen auch noch tief dunkelblaue Regenwolken auf und haargenau am Ortseingangschild von Müchnen schickt Petrus Regengüsse hernieder. Ich fahre zum Schutz unter das Dach einer Tanke. Mein Sozius fragt verwundert warum wir hier anhalten - wir können doch weiterfahren. Cool - das hätte ich jetzt nicht erwartet. Joshi zeigt also schon jetzt, daß ein Bikerherz in Ihm steckt. Da kann ich mich noch auf viele schöne Touren mit Ihm freuen.

Freitag schieben wir einen Relax-Tag in der Therme Erding ein. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert es aber schon 1.5 Stunden ehe wir dort ankommen. Aber die Fahrt hat sich gelohnt. Vor allem natürlich Europas größte Rutschenwelt. Sowohl im Innen als auch dem Außenbereich ist Rutschspaß pur angesagt. JJ und Opa sind in Ihrem Element. Ein Hightlight ist auch die Poolbar, wo wir uns ein Bier und ein Mixgetränk genehmigen. Die 4 Stunden sind schnell vorbei. Auf dem Rückweg kaufen wir noch ein wenig Grillzeug ein. Am Abend ist Burger-Grillen auf Franzis Terrasse angesagt. Das fällt aber im warsten Sinne des Wortes ins Wasser. So tragen wir den kleinen Elektrogrill kurzerhand ins Wohnzimmer und Grillen dort - geht auch super. Und die Burger von Franzi sind einsame Spitze.

Die dritte Tour findet am Samstag statt. Auch heute ist die Lust auf eine Runde mit dem Motorrad beim Enkel noch nicht vergangen. Die Schmerzen am Po bei der gestrigen Tour scheinen vergessen. Da wir wieder mit besten Wetter beschenkt werden, soll eine Tour zum Kloster Andechs und um den Ammersee die schöne Woche mit dem Enkel beschließen. Wir sind heute schnell der Stadtgrenze von München entflohen, da der Ammersee in südwestlicher Richtung liegt. Zuerst steuern wir allerdings das berühmte Kloster Andechs an. Schon weit kann man es in der Ferne erkennen, da es auf einer kleinen Anhöhe liegt. Direkt davor erkennen wir auch bald die Klosterbrauerei. Hier wird ein wirklich sehr gutes Bier hergestellt, von dem wir heute allerdings nix kosten können. Wer allerdings denkt, dass tief im Kloster die Mönche den heiligen Saft brauen, der sieht sich getäuscht. Direkt unterhalb des Heiligen Berges, auf dem das Kloster steht, steht die topmoderne Brauerei. Hier wird soviel Bier gebraut, daß sogar bis in die USA exportiert wird. Wir finden im ersten der zahlreichen Kioske Zeit für Brezeln, Sprite und Apfelschorle. Zum Ammersee sind dann nur noch wenige Kilometer zu fahren. Wir versuchen möglichst nah an den See zu kommen, was uns jedoch gar nicht so leicht fällt. Viele Seegrundstücke sind in Privathand oder im Besitz von Campingplätzen und Segelvereinen. Aber letztlich lohnt sich die Sucherei doch und wir finden ein schönes Plätzchen zur Rast und zum Foto schießen. Wir orientieren uns danach wieder möglichst nahe am See zu fahren. Mit Fürstenfeldbruck nehmen wir die nächste Teilstrecke in Angriff. Und diese Strecke ist wirklich schön. Wunderschöne Kurven wechseln sich mit verträumten bayrischen Dörfern ab. Und ich brauche natürlich nicht zu erwähnen, daß die Straßen selbst hier in einem 1A-Zustand sind. Wir suchen eine Eisdiele, denn der Eiszahn nagt bei uns beiden. Wenig später finden wir auch eine nette italienische Eisdiele, in der Joshua sein neues Lieblingseis - Maracuja - endeckt. So gestärkt schaffen wir auch noch die restlichen Kilometer bis München. Hier beschließen wir den Tag mit einem Besuch in Taxegarten - einem der schönsten münchener Biergärten. JJ nimmt ein halbes Hahndel, Opa Krustenbraten und Franzi Kartoffelspalten - alles oberlecker. Dazu natürlich für den Opa eine richtige Maß - wenn schon - denn schon ! Morgen geht es leider schon wieder nach Hause.

Die schöne Woche mit Joshua ist nun leider auch schon vorbei. Da sich Temperaturen von knapp 30 Grad angekündigt haben, versuche ich einen Kompromis aus Autobahn und Landstraße zu finden, um nicht zu lange unterwegs zu sein. Also erst mal A9 bis Ingolstadt. Dann sehr große Teile auf der 299 ! Die bin ich schon mal gefahren und es macht auch diesmal richtig Laune. Eine Brotzeit in Bayern ist immer eine feine Sache. Und halte ich im "Troglauer Hofcafe" spontan an. Da schon einige Bikes davor stehen kann bestimmt nix schiefgehn. Bestelle also eine Truckerschnitzel. Das ist gebratener Leberkäse mit Kartoffelsalat. Kaum bestellt kommt die Bedienung wieder und meint "Leberkäse hat se nich - nimmste auch normales Schnitzel ?" Klaro - bitte aber mit einem Ei drauf. Die nette Dame zischt in die Küche um kurze Zeit später wieder zu kommen. Sie sagt "Ei kann se gerade nich - macht Dessert für Gäste". Hallo denke ich - während das Schnitzel brät, kann Sie locker 30 Eier in die Pfanne hauen. Ich rolle ungläubig die Augen und die Biker am Nachbartisch grinsen sich in Ihre Bärte. Ich muß spontan an den Elsterglanzsketch mit Sylvester Stallone denken - "Mache Eier" !! Na also dann eben ohne Ei ! Das Schnitzel ist dann allerdings sehr sehr gut und der Kartoffelsalat steht dem nicht nach. Das Ganze für 5.60 €uronen - doch alles richtig gemacht. Dann noch mal kurz von Triptis bis Bad Klosterlausnitz auf die A9 und letztlich über Camburg und Naumburg nach Halle. Alles in allem gute sechs Stunden. Abend grillen wir mit Thomas und Daniela noch super frische Forellen. Thomas hat sie extra am selben Tag vom Kerner See geholt. Supi ! Leider sind noch zwei kleinere Defekte am Bike zu vermelden. Erstens der Ausfall der linken Griffheizung, was aber aufgrund der Temperaturen zu verschmerzen war. Dann hat sich auch der Bezug des Kahedo-Sitzes an der Kante zum Tank in Selbstgefallen aufgelöst. Mal schaun was sich da machen läßt.

Mein extra Dank gilt natürlich meinem Enkel Joshua, ohne den die schönen Tage in München nicht möglich gewesen wären. Er hat seine Feuertaufe als Biker bestanden. Wenn alles klappt, so planen wir für die nächsten Pfingstferien eine Tour an der Ostseeküste entlang. Ich freue mich jetzt schon darauf.

Bilder Enkeltour