OO-CC T2014 0117
2015-Tour

2014 Alpen mit Hindernissen


Die alljährliche Wochentour steht an. Wie so oft, ist die Findung des Termins und der Route eine langwierige Angelegenheit. Das ist jedoch nur allzu verständlich, wenn man bedenkt, das es gilt, 5-8 Leute unter einen Hut zu bringen. Eigentlich soll es Anfang September nach Norwegen gehen. Aber durch das zur Verfügung stehende Zeitfenster von max. einer Woche entscheiden wir uns dann doch für eine Alpentour. Dafür soll's nach dem Wunsch aller im kommenden Jahr wieder auf große Nordlandtour geben. Bin gespannt, ob wir das hinbekommen - nach den Erinnerungen an die 2009-er Norwegentour hätte ich sehr große Lust, dort mal wieder vorbei zu schauen. Der Termin für die 2014-er Tour wird auch festgezurrt - vom 27. August bis 3. September. Insgesamt haben 8 Biker Ihr Interesse bekundet. Frank, Olaf, Jens, Ronald, Micha, Thomas sowie ein Kollege von Ronald und Frank. Am Ende sind die ersten vier sowie Ronalds Kollege (auch Frank) dann beim Start dabei. Ursprünglich wollte ich mit Micha bereits am 22. August in Richtung Französische Seealpen aufbrechen um uns dort die höchsten befahrbaren Alpenpässe "reinzuziehen" und uns dann am 28. August mit den anderen Bikern in der Nähe des Stilfser Jochs zu treffen. Leider sagte Micha die Tour dann noch kurzfristig ab, sodass ich am 27. August dann mit den verbliebenen 4 Bikern von Halle aus starten werde. Wieder nix mit Seealpen. Aber irgendwann werde ich mir auch diese Gegend näher anschauen. Dafür wollen wir vom 14. bis 20. September noch mal mit einer Bekannten von Micha in Richtung aufbrechen.

Für's Wetter wird Tourneuling Ronald (Bärchen) verantwortlich gemacht. Eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe - hoffentlich bekommt er das hin. Umso näher der Termin kommt, desto mehr steigt die Vorfreude. Eine Woche vor Tourstart treffen wir uns bei Frank um die Route im Groben zu planen. Der erste Tag soll uns mal wieder nach Cesky Krumlov, der Weltkulturerbestadt unweit des Lipno Stausees in Böhmen führen, die wir bereits während der Alpenmasters-Tour 2012 besucht haben. Die weitere Planung sieht diverse Zweitausender-Pässe sowie die Stichstraßen zu den Drei Zinnen, der Kaunertaler Gletscherstraße und der Ötztaler Gletscherstraße vor. Evtl. schaffen wir ja auch noch die Zillertaler Hochalpenstraße. Die letzten 2 Tage der Tour wollen wir in Berchtesgaden verbringen. Kultur ist geplant - der Besuch der Ausstellung am Obersalzberg. Da in unmittelbarer Nähe auch die 35 km lange Roßfeldpanoramastraße (Deutschlands höchstgelegene und mautpflichtige Panoramastraße) liegt, planen wir die auch mit ein. Woh - es ist ein toller Plan! Das ein Plan nur ein Plan ist, soll sich auf der Tour bewahrheiten - Ihr könnt gespannt sein.

Das 2014 Team

Gesamtübersicht - 2350 km


Höhenprofil



 Tag 1 - Mittwoch 27.8.2014
Cesky Krumlov - 457 km
( Sonne ... Sonne ... Pivo ... )


Der Tag beginnt mit herlichen Sonnenschein - Ronald (Bärchen) hat offenbar einen guten Draht zu Petrus. Pünktlich um 8:00 Uhr versammeln wir uns beim Bärchen. Frank wie immer auf seiner BMW R1150R, ich auf meiner Yamaha Super Tenere, Bärchen auf seiner "neuen" Honda Varadero, Jens auf seiner Suzucki V-Strom und Ronalds Kollege Frank auf einer Yamaha FJR 1300. Alle sind besten gewappnet - notwendige Inspektionen und Reifenwechsel sind erledigt. Heike schießt schnell noch ein paar Bilder, ehe es losgeht. Das Brummen der 5 mächtigen Bikes läßt meine Herz höher schlagen - endlich wieder auf Tour ! Kurz vor dem Start schalte ich am Eier-Fone noch den GPS-Tracker an - dann rollen wir los !

Das nächste Ziel ist erst einmal die B95, wo wir dann bei Frohburg auf die A72 Richtung Chemnitz wollen. Wir kommen u.a. an Neukieritzsch vorbei, wo sich eine Büffel-Ranch befindet. Eine Woche vor Tourstart kam in der TV-Serie "Beef-Buddies" ein wunderbarer Bericht, der mich veranlasst, mit einigen Wörmlitzer Bekannten dort Anfang Oktober zu einem Grillabend aufzuschlagen. Bei Frohburg erreichen wir wie geplant die A72. Nun gilt es die paar Autobahnkilometer bis Chemnitz zu überbrücken. Der Himmel verfinstert sich zwar teilweise ganz gewaltig - aber die Schleusen halten dicht. Kurz vor Chemnitz fahren wir ein paar Kilometer auf der A4 bevor die B95 bis zum Grenzübergang kurz hinter dem Fichtelberg für längere Zeit unsere bevorzugte Straße ist. An Bärenstein vorbei wird's langsam immer bergiger auf dem Weg nach Oberwiesenthal, unmittelbar in der Nähe des Fichtelberges, der ehemals höchsten Erhebung der DDR. Von den alten Grenzbefestigungen ist kaum noch etwas zu sehen, als wir auf tschechisches Territorium fahren.

Dort heißt das nächste Ziel Karlovy Vary - die bekannteste Bäderstadt in Böhmen - ehemals Karlsbad, die wir kurz vor 12:00 Uhr erreichen. Mit Plzen steuern wir wenig später gegen 13:30 die nächste weltbekannte Stadt Tschechiens an. Hier liegt die die wohl weltweit bekannteste Brauerei. Für einen Besuch reicht die Zeit leider nicht. Dafür finden wir eine Filiale von KFC, (Kentucky Fried Chicken) die wir für eine längere Pause nutzen. Während alle schon die bestellten "Leckerlies" probieren, steht das Bärchen einsam vor dem Laden und wartet und wartet und ..... Erst als er noch einmal nachfragt, bringt man Ihm das Gewünschte. So können wir gestärkt die letzten Kilometer bis zum Tagesziel in Angriff nehmen.

Cesky Krumlov

Gegen 16:30 sind wir dann endlich in Cesky Krumlov. Nach einer kurzen Irrfahrt finden wir die schon vor 2 Jahren besuchte Pension Prelat. Sie bieten uns 3 Doppelzimmer zum Preis von je 73,- € an. Wir akzeptieren und checken ein. Allerdings irritierte uns der angegebene Preis doch etwas, den im Internet war ein Doppelzimmerpreis von 1590,-CZK zu finden, was beim aktuellen Kurs von 27,60 nur rund 58,- €uronen ergibt. Die Erklärung war jedoch im Laufe des Tages leicht zu finden. Gaststätten und Hotels setzen mal kurzerhand den Umrechnungskurs auf 20:1 fest, was schon mal einen satten Gewinn macht. Wir beschließen daher, am kommenden Morgen die Zimmerrechnung in Kronen per Kreditkarte zu bezahlen, was uns die "richtigen" Preise garantieren sollte.

Nach gut einer halben Stunde treffen sich alle zum Abmarsch in die nur wenige Meter entfernte City - das Ziel ist erst einmal eine Tränke um der drohenden Unterhopfung zu entgehen. Die ist schnell gefunden und die erste Runde "Eggenberg" der örtlichen Brauerei wird getestet. Die Meinung ist geteilt und nach der nächsten Runde Budweiser sind sich alle einig, das dies die bessere Wahl ist. Während wir die wohlverdienten Bierchen genießen, betrachten wir das bunte Treiben rings herum. Unmengen Touris angeführt von, wie üblich "dauerfotografierenden" Asiaten bevölkern die Stadt, die offenbar nur aus Kneipen und Souvenirläden besteht. Am Nachbartisch grüßt uns ein netter älterer "Einheimischer", der glaube ich schon vor 2 Jahren dort saß und uns Budweiser wärmstens empfiehlt. Dafür darf er offenbar auf Kosten der Kneipe sein beliebtes weltbekanntes Bier genießen - toller Job !

Da sich so langsam auch ein gewisses Hungergefühl einstellt, drehen wir noch eine Runde im Ort. Zunächst immer an der Moldau entlang, sehen wir auch bald die Burg und Schloß, welche alles überragend auf einem Berg am gegenüberliegenden Ufer der Moldau thronen. Weiter geht's durch kleine Gassen auf der Suche nach einer Gaststätte. Ich erinnere mich, dass wir vor 2 Jahren eine wirklich wunderbare Lokalität gefunden haben und versuche mich zu orientieren. Nach einiger Zeit finden wir die dann auch, werden aber abgewiesen. Ohne Bestellung - keine Chance. Nach einigem Suchen finden wir dann doch Platz in einem Restaurant, welches original böhmische Speisen anbietet. So gibt's dann doch noch "Knedlicki" mit Fleisch - und alle sind glücklich. Da es noch nicht so spät ist, legen wir auf dem Weg zurück zur Pension noch einen kleinen Boxenstop für ein Bierchen ein. Hier wird Bernard-Bier ausgeschenkt und das trifft leider überhaupt nicht unseren Geschmack. Der Weg zur Unterkunft ist danach schnell geschafft und ich freue mich auf mein Bett. Mein operiertes "neues" Knie hat gut mitgespielt und ich bin optimistisch für den Rest der Tour. Dafür macht mir aber die Hüfte Probleme und ich hoffe, daß ich die vorsorglich eingepackten IBU-800 nicht brauchen werde.

 Tag 2 - Donnerstag 28.8.2014
Bad Kleinkirchheim - 387 km (Nockalmstraße)


Der Tag begrüßt uns zwar mit etwas Frühnebel, der aber gewiss in der nächsten Stunde bis zur Abfahrt verschwunden sein wird. Das Buffet ist bereits aufgebaut und wir genießen die frischen Hörnchen und Brötchen. Frank übernimmt für den heutigen Tag die Rechnung und siehe da, für ein Doppelzimmer sind 1590,-CZK und für's Einzelzimmer 890,- CZK fällig. Damit kommen wir bei "normalem" Umrechnungskurs auf knapp 150,- €uronen und nicht wie am Vorabend verlangt auf 219 € !

Der Weg aus der Stadt ist schnell gefunden. Die Straße 160 soll und bis zur österreichischen Grenze bringen. Der Tourguide ist jedoch offenbar der Meinung uns die Schönheiten kleiner verträumter Dörfer zeigen zu müssen und biegt schon wenig später auf die teilweise kaum mehr als 2 Meter breite 162 und 1608 ab. Der sportliche Ehrgeiz besteht teilweise darin die Hinterlassenschaften der örtlichen Viehwirtschaft geschickt zu umfahren. Eine Viertelstunde später hat Frankie wieder die richtige Peilung und wir sind wieder auf der Hauptstraße, an deren linken Seite sich die Moldau parallel entlang schlängelt.

Die rund 40 km bis zur österreichischen Grenze sind in knapp einer Stunde geschafft. Der Straßenzustand ist besser als vor 2 Jahren und die Fahrt entlang der Moldau macht wirklich Spaß. Im Ösiland geht's auf die Bundesstraße 126 bis wir diese kurz hinter "Swettl an der Rodl" verlassen um die L1496 und L1508 bis zur Bundesstraße 127 zu fahren. Einige Minuten später finden wir auch die Donaufähre in Ottensheim. Auch die kennen wir schon von der Tour im Jahr 2012. Kurz nach 11:00 Uhr erreichen wir das gegenüberliegende Ufer der Donau. Damit haben wir zwar Linz geschickt umfahren, aber spätestens als wir die Bundesstraße 1 in Richtung Wels erreichen, erkennen wir die Ausmaße des Linzer Speckgürtels. Es geht nur noch im Schritt-Tempo vorwärts. Dafür können wir aber in der Ferne schon die ersten schneebedeckten Gipfel der Alpen erkennen.

In Lambach verlassen wir die die 1, biegen auf die 144 ab und um 12:00 Uhr wird in Traunfall ein ordentlicher Boxenstop eingelegt. Direkt an der Straße ist ein großer Imbiß - mit "Steckerlfischen" als Spezialität. Sieh lecker aus, aber bis auf Frank-2 entscheiden sich aller für Bratwürste. Ich nehme vorher ein Langos, welches jedoch seinen Namen nicht verdient. Ein Almdudler rundet das Menü ab. So gestärkt kann es weitergehen. Um 13:00 Uhr geht's für knapp 15km an der Uferstraße des Traunsees entlang. Am gegenüberliegenden Ufer ragt der 1600 Meter hohe Traunstein empor - in beeindruckendes Panorama. Wir passieren Bad Ischl um einige Kilometer am Hallstätter See entlang zu cruisen. In Radstadt wir getankt, in Österreich immerhin 20 Cent billiger als in Schland. Allzu lange halten wir uns jedoch nicht auf, denn die Nockalmstraße steht heute noch auf dem Programm. Bärchen hat mit dem Wetter wirklich alles richtig gemacht - die Anzeige am Moped erreicht die 30 Grad Marke. Wir entledigen uns einiger Sachen ehe es weiter geht.

Gegen 15:30 Uhr begrüßt uns die Region Obertauern und kurz nach 16:00 Uhr passieren wir bei Innerkrems die Mautstelle zur Nockalmstraße - 9,50 € Maut sind fällig. Knapp 35 km mit 52 Kehren liegen vor uns. Und das Ganze ohne eine einzige Ortsdurchfahrt. 20 Minuten später sind wir auf der höchsten Erhebung - der Eisenthaler Höhe - 2042 Meter ! Das Bärchen und Frank-2 haben somit auch Ihren ersten Zweitausender mit dem Motorrad bezwungen. Die Touri-Falle bietet immer nach die "berühmte" Murmeltiersalbe an, die warscheinlich für innere und äußere Anwendungen geeignet ist. Nach einem umfangreichen Fotoshooting geht's weiter und gegen Viertel-Sechs sind wird in Ebene Reichenau. Ich bin die Nockalmstraße nun schon zum 2-ten Mal gefahren und ich auch diesmal begeistert. Die Kehren sind nicht wirklich mit denen des Stilfser Jochs oder des Timmelsjochs zu vergleichen, was die Fahrt auf dieser Straße aber gerade zum Erlebnis werden lässt. Für mich eine der schönsten Strecken, die ich bisher in den Alpen gefahren bin.

Verzweifelt suchen wir die Pension, in der wir vor zwei Jahren übernachtet haben. Erst nach einiger Zeit wird klar, dass die sich in Predlitz befindet. Das ist genau die entgegengesetzte Richtung und 25 km entfernt. So suchen wir also in der näheren Umgebung nach einer Bleibe für die Nacht. Nach einiger Sucherei mit z.T. abenteuerähnlichen Preisen und Zimmerzuständen find wir gegen 18:30 Uhr das Hotel Kirchenwirt in Bad Kleinkirchheim. Pro Nase sind 38,-€ + 2.50,-€ Kurtaxe fällig. Das von der Familie Aldo Kern privat geführte Haus macht einen guten Eindruck und auch die angebotenen Speisen versprechen einen gemütlichen Abend. Die Preise sind zwar nicht mehr auf tschechischem Niveau aber wohl immer noch angenehmer als die in den kommenden Tagen zu erwartenden, wenn wir in Italien übernachten werden. Das Essen ist wirklich gut und auch das lokale Villacher Bier ist nicht zu verachten. Die Stimmung im Restaurant ist prima - der Wirt ist hier offenbar der beste Kunde - was sich an einem Ösi-Genuschel bemerkbar macht, was wirklich kaum noch ins Hochdeutsche zu übersetzen ist. Er ist ständig am Hantieren mit einem Laptop um die Kneipe mit Musik zu beschallen. Dabei ist der Geschmack offenbar sehr breit gefächert, denn er reicht von österreichischem Florian-Silbereisen-Verschnitt bis zu ACDC. Mein Knie hat wieder prima durchgehalten und auch die Hüfte hat noch nicht solche Schmerzen verursacht, dass die IBU's zum Einsatz kommen müssen.

 Tag 3 - Freitag 29.8.2014
La Villa Stern - 269 km
(Drei Zinnen und viel mehr ....)


Am Tag 3 der Tour sollen einige spektakuläre Pässe in Angriff genommen werden - die Drei Zinnen und einige Pässe der Sella-Runde. Dafür stärken wird uns erstmal kräftig auf wirklich guten Morgenbuffett des Kirchwirtes. Ich Zahlen heute die Rechnung, ehe es wie immer gegen 9:00 Uhr auf die Motorräder geht. Kurz hinter Bad Kleinkirchheim passieren wir den Milstätter See und Spittal an der Drau. Im Drautal immer auf der Bundesstraße 100 entlang erreichen wir gegen 11:20 Uhr den Abzweig auf die Pustertaler Höhenstraße. Die Pustertaler Höhenstraße (L234) befindet sich im Hochpustertal und verläuft oberhalb des Drautals in den Lienzer Dolomiten. Einstieg ist im Osten nahe Lienz in Leisach. Hier geht's zum ersten Mal so richtig zur Sache. Die engen Straßen mit Steigungen bis z.T. 17% verlangen höchste Konzentration. Nach knapp 30 Kilometern sind wir um 12:00 Uhr wieder auf der B100. Eine wirklich wunderschöne Strecke liegt hinter uns.

Immer weiter auf der Drautalstraße erreichen wir gegen 12:30 Uhr Toblach. Wir sind nun schon auf italienischem Gebiet und orientieren uns südlich um den Einstieg zu den Drei Zinnen zu finden, welcher sich kurz vor dem Lago di Misurina befindet. Von hier aus sind es noch ca. 8 km bis zum Parkplatz an den Drei Zinnen. Die Mautstelle ist genau um 13:00 Uhr, fünf Kilometer vor dem Gipfel, passiert und wenig später stehen wir auch schon am höchsten Punkt. Wir finden 11,-€ Maut für das kurze Vergnügen dann doch schon ganzschön fett, verglichen mit der Nockalmstraße, der Silvretta oder der Kaunertaler Gletscherstraße. Das einzig wirklich beeindruckende ist das Panorama. Mit einer Höhe von 2320 Metern haben Bärchen und Frank-2 schon wieder einen neuen persönlichen Bike-Höhenrekord aufgestellt. Aber die richtig großen Klopper warten ja an den kommenden Tagen noch auf uns. Um 13:30 Uhr sind die letzten Fotos im Kasten und der Rückweg beginnt.

Um 14:00 Uhr sind wir bereits in Cortina d'Ampezzo und nehmen mit dem Passo Giau - 2236 Meter - den nächsten Zweitausender in Angriff. Der ist um 14:40 Uhr geknackt. Weiter gehts mit der Jagd auf die Gipfelpässe. Es folgt mit 2105 Metern der Passo Falzarego, mit 2192 Metern der Passo Valparola, den wir gegen Dreiviertelvier erreichen. Wir beschließen nach der Abfahrt eine Übernachtung für den heutigen Tag zu suchen. In La Villa Stern entdeckt der Tourguide eine schöne Pension. Eine sehr nette ältere Dame macht einen guten Preis und die halbe Stunde, die Sie zum Herrichten der Zimmer benötigt, überbrücken wir mit Flaschenbieren, die per Kasse der Vertrauens preiswert zur Verfügung stehen. Kurz vor Fünf können wir die Zimmer beziehen und schon wenig später geht's in den Ort, wo wir zunächst noch im Freien bei herrlicher Abendsonne sitzen, ehe es um 18:00 Uhr zum Pizza-Essen in die Gaststube geht.

Als wir wieder in der Pension ankommen, holt Jens die Skatkarten und wir vertreiben uns den Abend mit Knack und Bierchen. Die Wirtin spielt derweil am Nachbartisch ein Kartenspiel, wo irgendwelche Spielstände mit Kreide auf einer Schiefertafel notiert werden. Morgen soll über das Stilfser Joch in Richtung Kaunertal gefahren werden. Ich freue mich schon. Leider verläuft die Nacht nicht ganz so, wie erwartet. Meine Hüfte macht mir zu schaffen und die erste IBU ist fällig.

 Tag 4 - Samstag 30.8.2014
Fendels - 310 km
(Timmelsjoch ... Regen ....)


Der Tag beginnt mit schlechten Nachrichten. Die Wirtin hatte am Abend mitbekommen, dass wir heute über das Stilfser Joch wollen und zufällig am Morgen im Fernsehen gehört, dass dieser Pass sowie der Umbrail-Pass aufgrund einer Radsportveranstaltung ganztägig für den normalen Verkehr gesperrt sind. Damit haben wir die A-Karte gezogen, denn das heißt - Umplanen. Also Karten raus und überlegen, wie wir dem Ganzen noch eine positive Wende geben können. Außerdem ist auch schlechtes Wetter im Anmarsch, was die Entscheidungen noch schwerer macht. Da die Alternativen in den Alpen bekanntlich nicht so groß sind, bleiben nicht viele Möglichkeiten um irgendwo in die Nähe des Tagesziels in der Nähe der Kaunertaler Gletscherstraße zu kommen. Wir finden eine Route und so gehts mit ein wenig später auf die Piste. Gegenüber den vergangenen Tagen ist das Wetter sichtlich schlechter geworden. Tief hängende Wolken begrüßen uns und der Himmel ist Grau in Grau. Zumindest regnet es nicht (mehr) und wir müssen die Bikes nur vom nächtlichen Naß befreien. Da meine Hüfte wieder zu schmerzen beginnt, werfe ich gleich ein IBU ein, um wenigstens während der Fahrt schmerzfrei zu sein.

Als nächstes stehen einige schöne Pässe der Sella-Round auf dem Tableau. Wir starten mit dem Grödner-Joch, gefolgt von Sella-Joch. Es fängt leicht an zu regnen, was uns im Moment aber noch nicht sehr stört. Der Weg führt uns weiter über Passo Costalunga (Karerpass) und an Bozen vorbei zum Passo Della Mendolo (Mendelpass). Wenig später ist machen wir auf dem Passo Padale (Gampenjoch) halt. Als wir von einem netten Radfahrer gebeten werden, ein Bild von ihm zu schießen, erzählt der uns so ganz nebenbei, dass morgen auch noch das Timmelsjoch und der Jaufenpass sowie das halbe Ötztal ebenfalls wegen einem Radrennen, dem Ötztaler Radmarathon gesperrt sind. Verdammter Mist - das heißt wir holen wieder die Karten raus und müssen wieder umplanen. Denn eigentlich sollte der morgige Rückweg vom Kaunertaler Gletscher über diese beiden Pässe führen.

Daher entscheiden wir uns, noch heute das Timmelsjoch zu nehmen und am nächsten Tag eine andere Strecke zu suchen. Warum kommen die Kameraden nicht mal auf die Idee diese Pässe wegen einem Motorradrennen zu sperren - das wäre ja mal ne Maßnahme (hihihi). So langsam hat sich auch Dauernieselregen eingestellt. Gegen 15:00 Uhr erreichen wir das Timmelsjoch. Je näher wir kommen, desto schlimmer wird es mir Regen - die eigentliche Auffahrt zum Pass ist reine Schwerstarbeit und Spaß sieht anders aus. Sicht 100 Meter und Dauerregen. Auf der Passhöhe angekommen wird nur kurz verweilt und es geht postwendend wieder runter ins Tal. Erst als wir kurz nach 16:00 Uhr das Ötztal erreichen, hört der Regen so langsam auf. Ich habe ein komisches Gefühl zwischen den Beinen und die Kontrolle an Tanke ergibt, dass sich auf unerklärliche Weise dort Feuchtigkeit angesammelt hat. Na prima - hoffentlich entwickelt sich das nicht zu einem größeren Malheur.

Wir erreichen gegen 16:15 Uhr Sölden. Dort ist der Teufel los - Unmengen Leute bevölkern die Straßen. Alle sicherlich wegen dem morgendlichen Radrennen hier unterwegs. Da wird es bestimmt mehr als schwer, eine Unterkunft zu finden. Das bewahrheitet sich auf dem weiteren Weg durchs Ötztal. Keine Chance auch nur ein Zimmer zu bekommen. Alles wegen dem verdammten Radrennen ausgebucht. Frank-2 hat die goldige Idee mal bei seiner Pension Burgschroffen in Prutz anzurufen, die er erst vor einer Woche verlassen hat. Er ist sonst immer zum Wintersport dort und nach einigen Telefonaten steht fest - wir bekommen dort die nötigen Zimmer. Außerdem ist das auch noch ein exelenter Ausgangspunkt für den Gletscher am nächsten Tag. Also los Jungs - lass jucken - auf nach Fendels - Ortsteil Prutz ! Wir verlassen die B171 kurz hinter Karres und es geht auf die L16 ins Pitztal. Der Regen hat aufgehört und so können wir diese Straße so richtig genießen. Denn die hat's in sich ! Wunderbare Kurven und es geht hoch und runter. Fast genau 18:00 Uhr erreichen wir die Pension. Der Fahrtwind hat die Sachen nahezu getrocknet. Eile ist angesagt, denn pünktlich um 18:30 Uhr gibt's 3-Gang-Abendmenü. Frank-2 hatte nicht übertrieben, als er uns von den köstlichen Abendmenüs in der Pension erzählte. Der Abend neigt sich, unter Zuhilfenahme einiger oberleckerer Zipfer Märzen, langsam dem Ende zu und die Wetteraussichten für die kommenden Tage sehen mehr als trübe aus. Morgen früh wollen wir nach einer passenden Route Ausschau halten. Leider ist auch in der heutigen Nacht wieder eine IBU nötig, um Schlaf zu finden. Verdammter Shit - so war das nicht geplant.

 Tag 5 - Sonntag 31.8.2014
Rosental - 260 km
(Kaunertaler Gletscher ... Regen .... Regen ....)


Aufgrund der Sperrung des Ötztals, des Timmelsjochs und des Jaufenpasses gestaltet sich Suche nach einer passenden Route für den heutigen Tag schwierig. Damit fällt auch noch der Staller Sattel aus, den wir weiter in Richtung Großglockner fahren wollten. Es hat zwar aufgehört zu regnen, aber die Wirtin meint, damit ist spätestens mittags Schluß. Die einzig mögliche Alternative besteht in Richtung Nordosten über Innsbruck ins Zillertal zu fahren um dann über den Gerlospass in Richtung Großglockner zu kommen. So kommen wir heute erst gegen 9:20 los. Hinunter ins Tal und dort auf die L18 - Kaunertaler Landesstraße.

Gegen 9:40 ist die Mautstelle erreicht - 13 Okken sind fällig. Nach einem kurzen Fotoshooting sind wir wenig später am Stausee, der in seinem Tiefblau und den ringsherum aufragenden Dreitausendern einen unvergleichlichen Anblick bietet. Danach wird die Straße hinauf zum Gletscher zunächst sehr schmal. Ein weiteres Handycap stellen die zahllos und wahllos grasenden und herumstehenden Kühe dar. Es gilt nicht nur ihnen geschickt auszuweichen, sondern ihren Hinterlassenschaften. An der falschen Stelle gebremst und eine Rutschpartie ist fällig. Zum Glück wird die Straße mit steigender Höhe breiter und auch die Kühe werden seltener. Damit kann unsere volle Konzentration wieder den zahlreichen Kehren gelten. Von der Mautstelle bis zum Gipfel sind es herrliche 26 km, die wir wirklich genießen. Um 10:20 sind wir oben angekommen. Der Ausblick ist genial. Der Gletscher hat sich zwar in den letzten 20 Jahren ziemlich zurückgezogen, bietet aber immer noch ein wunderbares Ziel für unsere Kameras. Nach 20 Minuten geht's wieder zurück Richtung Fendels. Die 13,- € haben sich wirklich gelohnt. Bärchen und Frank-2 haben Ihren nächsten persönlichen Bike-Höhenrekord aufgestellt. Er kann in den Alpen nur noch durch das Stilfser Joch und den Col du Iseran überboten werden. Da ist in den kommenden Jahren sicherlich noch mal eine Tour fällig.

Die Wirten hatte leider Recht - als wir wieder am Stausee sind (pünktlich um 11:00) fängt es an zu regnen. Lt. Regenradar kommt das ganze Nass wie üblich aus westlicher Richtung. Also kann die Parole nur lautet - ab durch die Mitte in Richtung Osten. Trotz der Widerlichkeiten lassen wir es uns dann aber doch nicht nehmen noch einmal die herrlichen L63 - L17 - L16 bis Arzl im Pitztal zu fahren. Es bedeutet 25 km purer Fahrspaß. Und das Ganze trotz des anhaltenden Dauerregens. Wir machen das Beste aus der Situation. Wieder auf der B171 angekommen ist es mit dem Spaß vorbei. Die Straße verläuft parallel zur A12 und der ganze Verkehr, wer Maut sparen will, quält sich hier lang. Das bedeutet - wir müssen auch durch Innsbruck. Das haben wir gegen 13:30 geschafft und legen bei MC-Doof eine längere Pause ein, ehe es weiter in Richtung Zillertal geht. Dort wird in Uderns um 15:00 Uhr nochmal getankt ehe wir die Gerlos Alpenstraße ansteuern.

In Zell am See biegen wir auf die B165, die Gerlos Straße, ein. Es fängt wieder stärker an zu regnen. Irgendwann passieren wir die Mautstelle (5.50 €) und 35 km später sehen wir ganz kurz die Krimmler Wasserfälle. Wir haben keinen Blick für die Attraktion, denn die ganze Aufmerksamkeit gehört der nassen Straße. 10 km weiter erreichen wir Rosental und finden zum Glück eine Pension, in der wir unsere Bikes unter einem großen Carport abstellen können. So kann wenigstens im Trockenen entladen werden. Rosental liegt direkt unterhalb des Großvenedigers, mit 3657 Metern Österreichs fünfthöchster Gipfel. Leider ist nix davon zu sehen. Wir werfen nur kurz die Sachen rein und genehmigen uns erst mal ein Bierchen. Irgendwie treiben sich außer uns noch eigenartige Typen in der Pension herum. Sehen alle aus, als treten Sie im Wettbewerb "Speiche 2014 - Wer ist der Dünnste" auf. Ein Typ neben mir quatscht die Chefin an - "Er braucht unbedingt was zu Essen - und zwar muss es ganz schnell gehen" ! Ich muss wohl irgendwie blöd dreingeschaut haben, was ihn dazu ermuntert mir das Ganze zu erklären. Er sei Teilnehmer am Trans Alpine Run - d.h. in acht Etappen geht es 293 Kilometer und 13.730 Höhenmeter von Ruhpolding bis nach Sexten in den Dolomiten. Das Ganze immer in 2-er Teams - und um mich klar auszudrücken - LAUFEN - NICHT FAHREN ! Und die heutige Etappe sei so hart gewesen, daß er sofort was im Magen braucht, damit er nicht umfällt. Und für den ganzen Spaß muss man auch noch etwas bezahlen. Jeder hat halt so seine Hobbies.

Jetzt geht's erstmal hoch in die Zimmer. Hoch ist wörtlich gemeint, denn über z.T. enge Treppen schleppen wir die Sachen in den dritten Stock. Wenig später sind alle in der Gaststube und es wird nach so einem verregneten Tag ordentlich gespeist. Jens und Frank holen die Karten für die Planung des nächsten Tages. Die Handys leisten Schwerstarbeit. Jeder sucht nach einem Wetterbericht, der für die angepeilte Richtung regefreie Fahrt verspricht. Keine Chance - der Regen wird uns wohl den ganzen Tag begleiten. Wir wollen über die Großglockner Hochalpenstraße wieder zurück nach Deutschland und uns in der Gegend um Berchtesgaden für 2 Tage einmieten. Wollen die NS-Ausstellung am Obersalzberg anschauen und die Roßfeld Panoramastraße, Deutschlands höchstgelegene, mautpflichtige Panoramastraße fahren. So richtig finden wir keine Lösung für das Regenproblem. Noch schwieriger wird es, als die Wirtin den Hinweis gibt, dass in der Nacht ab 1600 Metern mit Schneefall zu rechnen ist. Ein Blick durch die WEB-Cam auf dem Großglockner bestätigt das. Außerdem soll es die kommenden 3 Tage im Berchtesgadener Land Dauerregen geben. Es heisst also wieder mal umplanen und uns von einem Zweitausender-Pass zu verabschieden. Es bleibt nur die Möglichkeit am Morgen die Gerlos-Alpenstraße wieder zurück zu fahren und über Zillertal und Aachensee dann Deutschland zu erreichen. Auch die mittlerweile zahlreichen Teilnehmer der o.g. Trans Alpin Run sind ratlos, wie es am nächsten Tag weitergehen soll. Die Leitung will am Morgen entscheiden, welche Möglichkeiten es gibt. So halten wir es auch, trinken noch ein Bierchen und verkriechen uns ins Bett. Die ganze Nacht schüttet es unablässig. Ohne IBU komme ich auch heute nicht zur Ruhe. Werde mich wohl so langsam von dem Gedanken verabschieden können, am 14.9. mit Micha und einer Bekannten nochmal die Alpen zu besuchen. Mal schauen was der nächste Tag bringt.

Video Abfahrt Kaunertaler Gletscher

 Tag 6 - Montag 1.9.2014
München (210 km) / Landshut (242km)


Auch am Morgen hört es nicht auf zu regnen. Ein letzter Blick auf die Großglockner-WEB-Cam und den Wetterbericht für Berchtesgaden bestätigt unsere Entscheidung sich wieder in Richtung Zillertal zu verabschieden. Die Teilnehmer des Trans Alpin Run sind auch am Diskutieren und warten die Entscheidung der Rennleitung ab. Unsere Rennleitung sagt "Frühstücken und dann ab in Richtung Deutschland". So kommen wir erst gegen 9:30 Uhr los. Eigentlich wollen wir die 5.50 € Maut nicht wieder löhnen und haben eine kleine Umfahrung auf der Karte gefunden. Leider ist die gesperrt und so ist wieder Maut fällig. Prima - im strömenden Regen die Krimmler Wasserfälle anschauen. Habe die letzten 2 Tage eigentlich schon genug Wasser gesehen. Nützt aber alles nichts - wir müssen dort lang. Als hätte der Typ im Mauthäuschen meine schlechte Stimmung bemerkt, blickt in den Himmel und schaltet die Beregnung noch eine Stufe höher - es schüttet regelrecht.

Jetzt merke ich es sehr deutlich im Schritt. Die Hose scheint entgültigt den Geist aufzugeben. Nässe und Kälte "Unten rum" ist nix für den Opa ! An der nächst größeren Shell-Tanke halten wir daher an, damit ich mir die Sache näher anschauen kann. Irgendwas ist undicht - wahrscheinlich die Nähte und ich muss mich in der Toilette erst mal umhosen. Noch so einen Tag im Regen wird die Hose bzw. das darunter nicht mitmachen. Wollen erstmal bis kurz vor die deutsche Grenze hintern Aachensee, um dann zu schauen wie es weiter gehen kann. Dort angekommen wollen die anderen 4 bis irgendwo Höhe Landsberg und ich werde mich unterwegs in Richtung München zur Tochter und zum Enkel verabschieden. Das war ohnehin geplant - allerding erst ab Mittwoch. So machen wir es dann auch. In Holzkirchen ist München ausgeschildert und an einer Kreuzung sage ich Tschüss zu den restlichen 4 Bikern. Die Tour geht irgendwie anders als sonst zu Ende. Die Jungs fahren noch bis Landshut um am nächsten Tage den Weg in die Heimat anzusteuern. Wenn jemand Lust hat, dann kann er ja noch ein paar Zeilen zu 1. und 2. September beisteuern.

Ich bin gegen 14:30 Uhr in München, hole den Schlüssel für die Wohnung von Franzi ab, um mich mit Ihr im Tagesheim von Joshi zu treffen. Der ist ganz aus dem Häuschen, als er den Opa schon 2 Tage eher als erwartet sieht. Er hat einen Termin zu Casting bei Jakko, was ich mir gern anschaue. Er entwickelt sich langsam zu einem "Model" - aktuell ist er im Flyer von Ernstings Family zu sehen. Ich bleibe noch bis zum 9.9. in München. Dann geht's auch für mich Richtung Halle. Fahre absichtlich wieder Landstraße um mir mal die Schönheiten Bayerns anzusehen. Es geht durch die Hallertau, Deutschlands größten Hopfenanbaugebiet. Eigenartig - keine Windräder, die die Gegend verschandeln, dafür 1a-ausgebaute Straßen. Irgendwas machen wir falsch ! Vorbei an Ingolstadt, Amberg bis Höhe Hof, wo ich für 80 km Autobahn fahre. In Naumburg wieder auf Bundestraße und um 16:30 Uhr erreiche auch ich Halle. Heike, Dani und Thomas haben zur Begrüßung einen Grillabend organisiert, was mich ungeheuer freut. Die anderen Wörmlitzbiker sollen angeblich zu Begrüßung auch gegrillt haben - nix genaues weiß man - muss auch an Heike vorbei gegangen sein - Schade !

Bilder Alpen mit Hindernissen


Resümee

Unterm Strich war es trotz aller Widrigkeiten wieder eine tolle Tour. Die 2 Tourneulinge haben hervorragend ins Team gepasst. Die ersten 3 Tage optimal zum Motorradfahren. Mit der Nockalmstraße hatten wir eine sanften Einstieg in höheren Alpenpässe, auch wenn die geplanten Fahrten übers Silfser Joch, den Umbrailpass, den Jaufenpass, den Staller Sattel, die Ötztaler Gletscherstraße sowie die Großglockner Hochalpenstraße dem Wetter bzw. Radsportveranstaltungen zum Opfer fielen. Auch aus dem Kulturtag in Berchtesgaden ist nichts geworden. Höhepunkt für mich war zweifelsohne die Kaunertaler Gletscherstraße und die nette kleine Verbindungsstraße auf dem Weg dorthin. Eine wenig enttäuscht hat mich die Fahrt zu den Drei Zinnen, die zwar oben mit einem gigantischen Ausblick belohnt wurde, aber ansonsten nicht viel zu bieten hatte. Das Timmelsjoch in strömenden Regen zu befahren gehört nun auch zu meinen Erfahrungen.

Ausblick

Ein Ausblick scheint gewagt. Alle Biker, bis auf Frank-2, wollen im kommenden Jahr wieder in Richtung Norwegen / Schweden aufbrechen. Und das im wohl besten Reisemonat dafür - Juni ! D.h. natürlich rechtzeitige Planung, denn Fähren sind nur Wochentags preiswert und die Fahrt bis zu den Trollstiegen, dem Geiranger-Fjord oder Bergen ist in den 8 Tagen wie 2009 kaum zu schaffen. 2009 sind wir Freitag bis Freitag gefahren. Wenn wir evtl. Freitag bis Sonntag fahren, dann haben wir schon mal 2 Tage mehr. Mal schauen ob wir eine Variante finden, mit der alle leben können. Vielleicht hat ja auch jemand eine viel bessere Idee ?

Opa Olaf im September 2014