OO-CC T2010 0117
2010-Tour

2010 Sieben Länder Tour


Die abgebildete Karte zeigt die Gesamttour als Übersicht. Leider findet Google-Maps in der Region um das Timmelsjoch keine Straße mehr, wodurch diese Gegend nicht ganz genau dargestellt ist - ich bitte um Verständnis.


1. Tag Halle - Harrachov [Tschechien] 395 km



Am 27.8.2010 war es endlich wieder soweit - die Wörmlitzbiker gehen auf große Wochentour. Die Münchener Fraktion hat dieses Jahr komplett gepasst. Hase hat mit seinen Vaterpflichten alle Hände voll zu tun und die Falco war bereits eingemottet. Bodo hat offenbar die letztjährige Pannentour so geschockt, dass er kurzerhand dem Bikerleben Adieu gesagt hat und die Caponord verkauft hat. Ronald hatte leider für den Zeitraum Jahresurlaub geplant. Wollen wir also hoffen, dass dies kein Dauerzustand wird und wir unsere Bikerfreunde aus München im kommenden Jahr vielleicht wieder begrüßen können.

Schraubergott Thomas legte im großen Wert auf abgestempelte Service-Hefte und Reifen mit ausreichend Profil, da er auf unserer letztjährigen Norwegentour sehr oft Hand anlegen musste. Nachdem im Vorfeld recht intensiv über die möglichen Routen diskutiert wurde, haben wir uns für eine 8-Ländertour durch Ost-und Südeuropa entschieden. Eigentlich sollte es mit dem Motorradzug von Hildesheim nach Bozen gehen um dann ab Zadar oder Split die Adriaküste entlangzufahren und anschließend über etliche Alpenpässe in Richtung Heimat zu fahren. Da der Zug jedoch seit Januar ausgebucht war und wir ein wenig spät aus den Putten gekommen sind, mussten wir umplanen. Warum es am Ende dann "nur" eine 7-Ländertour wurde, erfahrt Ihr bald.

Der Start der Tour war am 27.8.2010 um 13:00 Uhr geplant.

Gegen 12:30 ein Anruf von Schraubergott Thomas !

"Um 13:00 Uhr klappt es auf keinen Fall - Streß mit einem Premiumkunden in der Firma - Start wenn überhaupt erst 16:00 Uhr möglich"

Da die ganze Sache recht unsicher war, entschlossen sich die verbliebenen 4 Biker gegen 13:15 Uhr alleine loszufahren und Thomas sollte uns kontaktieren, sobald er losfahren kann. Das Wetter sah mehr als trübe aus. Ringsherum dunkle Wolken - was böse Vorahnungen weckte. Um nicht al zu spät im Riesengebirge anzukommen entschlossen wir uns für eine Kombination Autobahn – Landstraße ! Zunächst also über die A38 auf die A14 / A4 in Richtung Dresden. Kurz vor Dresden auf die A17 um über Altenberg nach Tschechien zu fahren. Jens war an diesem Tag der Tour Guide. Er wollte uns offenbar die Schönheiten des Erzgebirges zeigen und führte uns durch solch reizvolle Orte wie Bobritsch und Oberbobritsch. Konnte man sich an denen noch erfreuen - waren die Straßen absolut nicht sehenswert und wir freuten uns, als wir auf tschechischem Gebiet endlich wieder guten Asphalt unter den Reifen hatten.

Der Grenzübergang hieß Rehefeld-Moldava und Opa Olafs Bike braucht dringend Sprit - leider akzeptiert die erste Tanke keine Kreditkarten - also weiter bis zur nächsten. Beim Tankstopp in nahm Frank sofort telefonischen Kontakt mit Thomas auf. Stimmung total am Boden !

"Alles Schei.. - komme nicht - Wetter Kac.. - muss kommende Woche arbeiten – prima“

So mußte Opa Olaf in seiner Funktion als noch amtierender El-Presindente schließlich nochmal zum Telefon greifen - in einer Mischung aus Anschiss - Mutmachen und kurzer Ansage sich gefälligst auf den Bock zu schwingen. Das scheint dann offenbar doch ein wenig gefruchtet zu haben - später mehr.

Weiter ging es über Teplice - Usti nad Labem - Decin - Liberec bis nach Harrachov. Auf der Strecke von Liberec bis nach Harrachov die schon seit Jahren befindlichen Baustellen - deren Ampeln diesmal alle auf Grün für uns standen - Ein Zeichen ????? Der Wettergott spielte voll mit, wir hatten den Eindruck, dass er extra für uns, die schwarzen Wolken beiseiteschob. Offenbar hatte es in der Gegend um Tannvald heftig geregnet, denn die Straßen waren noch sehr nass. Das bedeutete für uns die 10 km bis Harrachov sehr piano zu fahren. Schade - hatten wir uns doch gerade auf dieses kurvige Stück sehr gefreut !

Gegen 19:15 Uhr trafen wir beim "Glasmacher Ernst" ein. Kaum hatten wir unsere Bikes in die "neue" Garage geschoben, ging ein Wolkenbruch herunter - unbeschreibliches Glück gehabt. Hätte der uns während der Fahrt getroffen - Gute Nacht Marie !

Die Wiedersehensfreude beim Glasmacher war groß - waren doch einige Biker schon im Mai 2009 und 2010 in dieser Pension zu Gast. Erst einmal die 3 Zimmer bezogen - Opa Olaf und Micha ein Einzelzimmer und Frank + Jens im Doppelzimmer - wenn auch nicht das berühmte Spiegelzimmer. Danach in den Gastraum und den Flüssigkeitspegel mit Staropramen für 1€ der halbe Liter wieder auf Normalpegel gebracht. Auch das Essen mit dem üblichen Schopski-Salat und anderen "Leckerigkeiten des Orients" war wie immer Klasse - und vor allem sehr preiswert. Dann rief auch noch Thomas an - "Alles wieder Palletti - kann morgen früh gegen 8:00 Uhr losfahren - können wir uns irgendwo treffen ?" So haben wir dann kurzerhand den 2-ten Tag unserer Tour umgeplant. Ursprünglich wollten wir einen Abstecher nach Polen machen um dann über das Altvatergebirge in Richtung Slowakei zu fahren. Es wurde also ein Treffpunkt auf einer Autobahnraststätte kurz vor Brno gegen 14:00 Uhr ausgemacht. Per WLAN, was bis auf Deutschland in jeder Unterkunft zum Standard gehörte, checken wir das Wetter und wissen jetzt, dass wir am nächsten Tag möglichst schnell in Richtung Südwesten fahren müssen, um dem angekündigten Regen zu entgehen. Gegen 23:00 Uhr ins Bett - 5 Staro + 2 Becherovka Citrus - prima Nachtruhe - für Opa Olaf begann die 2-te Schicht als Holzfäller ! Da Polen als Land nun ausgefallen war, ist aus der geplanten 8 jetzt als eine 7-Ländertour geworden - egal Hauptsache alle Wörmlitzbiker waren wieder dabei.


2. Tag Holic [Slowakei] 400 km


Wir frühstücken um 8:30 Uhr bevor es gegen 10:00 Uhr wieder auf Tour geht. Vorher noch bezahlen - Übernachtung - Getränke - Abendessen - Frühstück - alles für ca. 33 Euronen - Unglaublich ! Das Wetter meint es gut mit uns - die Wolken sind verschwunden - es scheint ein schöner Tourtag zu werden. Opa Olaf hat Probleme rückwärts aus der Garage zu kommen. Kurzerhand wird er vom Junior-Chef des Hauses angeschoben - was natürlich ein lautes Gelächter der anderen Biker zur Folge hat. Naja - nur wer schon einmal eine Chopper mit 333 Kg Fahrgewicht + 20 Kg Gepäck auf rutschiger Strecke rückwärts bewegt hat, kann sich ein Bild machen.

Wir fahren auf der E65 zurück bis Tannvald um dort in Richtung Turnov abzubiegen. Dort geht es auf die E442 bis zur nächst größeren Stadt Hradec Kralove wo wir auf der 31/35/37 nach Pardubice fahren. Opa Olaf kann sich düster daran erinnern, das dort eine berühmte Pferderennbahn beheimatet ist. Ein kurzes Googeln bestätigt dies - hier findet seit 1874 das angeblich härteste Pferderennen Europas statt.

Die Fahrt gestaltet sich sehr unspektakulär - kaum Kurven und auch die Landschaft wird immer eintöniger, je mehr wir nach Süden vordringen. Es macht sich Vorfreude auf die erwarteten Strecken ab Kroatien bemerkbar. Die letzten 50 Km vor der Autobahn werden dann wieder merklich kurviger. Wir wollen uns um 14:00 Uhr mit Thomas auf einer Autobahn-Raststätte kurz vor Brno treffen. Frank macht heute den Tour Guide und die Uhrzeit scheint sich bei ihm eingebrannt zu haben - mit "leicht erhöhter" Geschwindigkeit geht es bis Velka Bites wo wir kurz danach auf die Autobahn 1 fahren um dann auf dem ausgemachten Restplatz Thomas zu treffen.

Thomas war noch nicht da - dachten wir. 5 Minuten später kommt er jedoch vorgefahren - war schon seit einigen Minuten dort und drehte eine Runde um uns zu suchen. Jetzt waren wir also endlich komplett. Thomas hatte zu diesem Zeitpunkt bereits straffe 550 teils sehr regnerische Autobahnkilometer hinter sich und so beschlossen wir nur noch über die Slowakische Grenze zu fahren - das bedeutete weitere 85 Km !

In Brno von der Autobahn 1 auf die Autobahn 2 bis zur 55 um in Richtung Hodonin zu fahren. In Sudomerice gings auf die 70 und kurz später waren wir in der Slowakei angekommen. Der nächst "größere" Ort war Holic und wurde als Etappenziel auserkoren.

Thomas und Frank erkundigten sich in einem "schicken" Betonwürfel-Hotel nach den Konditionen, während Opa Olaf und Erklärbär eine kleine Pension auf der anderen Seite der Kreuzung checkten. Wir entschieden uns für die Barborky Penzion. Prima neu und nett eingerichtete Zimmer - eins für unsere Nichtschnarcher Erklärbär + Thomas und ein 3-Bett-Zimmer für den Rest. Kurz eingecheckt und dann runter in die Kneipe - eine wahre Raucherhöhle, die uns mit dem Schild

0.5 = 0.7

begrüßte. Kurzes Grübeln - dann war klar - 0,5 Liter Bier kosten 70 Cent. Hallloooo ???? Nichts wie rein und schnell für 7 € zehn Bier geschluckt. Essen gab es dort nicht und so gingen wir auf der gegenüberliegenden Straßenseite in ein sehr nett eingerichtetes Restaurant. Hier war die die Zeit offensichtlich stehen geblieben - zumindest was die Deko anbelangte. Neben einer goldenen Lenin-Büste war u.a. auch ein Bild von Stalin zu sehen. Die Speisekarte war wiederum sehr aktuell und opulent. Bierpreise zwischen 0.9 und 1.1 für Pilsner Urquell. Später am Abend bestellten wir warme Knoblauchweisbrotstangen - absolute Klasse - bis auf den Geschmack am nächsten Morgen. Bisher sind wir von den Preisen für Unterkunft, Verpflegung und Benzin sehr verwöhnt worden. Bleibt die Hoffnung, dass es wenigstens in Ungarn, Kroatien und in Slowenien so bleiben wird bevor wir in Italien, Österreich und Schland wieder das große Kopfschütteln bekommen.


3. Tag Balatongyörök [Ungarn] 328 Km


Die Nacht in der Penzion Borborky soll ziemlich laut verlaufen sein - zumindest im 3-Bett-Zimmer, wo Opa Olaf wieder eine Sonderschicht im Sägewerk eingelegt haben soll. Offenbar ist bei den Wörmlitzbikern jedoch eine Krankheit ausgebrochen, welche im vergangenen Jahr nur Erklärbär + Thomas befallen hatte !

Senile Bettflucht

Frank und Jens lagen bereits eine gute halbe Stunde vor dem geplanten Wecktermin wach und spielten mit Ihren Handys. Das ist bedrohlich und muss bei den nächsten Touren intensiver beobachtet werden.

Wir genossen unser Frühstück im Freien bei Sonnenschein unter einer riesigen Weinrebe welche die Terrasse überspannte. Es gab 4 Eier mit üppig Schicken und ganz frischem Weißbrot - dazu Kaffee - für 1.75 €. Diese Pension ist wirklich ein absoluter Geheimtipp. Eine Geschichte dieses Morgens muss jedoch unbedingt noch erzählt werden. Opa Olaf hatte bereits vor Tourstart seinen J1-Helm sowie die große Chopperscheibe mit NANO-Versiegelung beschichtet, in der Hoffnung das dies für die erwarteten Regenfälle der absolute Knaller ist. Die kleineren Nieselregenpassagen sowie die Gischt der vorausfahrenden Autos und Mopeds hatten die Scheibe ziemlich eingesaut - Nanoeffekt Pußtekuchen - außerdem suchte sich das Wasser am und im Helm Wege, von denen man nicht glaubt, dass es sie gibt. Es war also Scheibenreinigen angesagt - das Ganze unter den lautstarken Rufen der anderen Biker

" Nano-Olaf . . . . Nano-Olaf . . . ."

Opa Olaf hatte seinen neuen Spitznamen Weg und nix mehr mit El-Presidente !

Unsere Tagesetappe in Richtung Balaton startet gegen 9:00 Uhr. Die nächst größere Stadt war Bratislava - einigen schon bekannt von früheren Touren. Einige Außenviertel der Stadt machen den Eindruck altsozialistischer Arbeiterschließfächer - während andere Viertel sehr gediegenen aussehen. Wollten unbedingt auf der Burg Kaffee trinken. Leider war das Kaffee, wo vor Jahren gefrühstückt wurde, nicht mehr zu finden - außerdem sah es mit Parkmöglichkeiten ebenfalls sehr schlecht aus.

So also zurück in die City, wo wir direkt neben einem sonnenüberflutetem Kaffee parkten. Erklärbär hatte extremen Düsengang und wollte unbedingt 100m entfernt parken. Opa Olaf ließ sich jedoch nicht beirren und so blieben letztlich alle. Kaum hatten wir Kaffee bestellt, das drängelte sich eine Schar Touris mitten durch unsere Bikes um sich vom Guide eine bronzene Gedenktafel zeigen zu lassen - Klasse wir parkten offenbar auf heiligen Gral der Stadt. Was solls - ein junger Mensch muss auch mal Glück haben - wie Opa Olaf immer zu sagen pflegt.

Zwischen Bratislava und Györ überqueren wir die Slowakisch-Ungarische Grenze. Alle ehemaligen Grenzanlagen sind verfallen und erinnern daran, dass hier für viele ehem. DDR-Bürger schon fast das Paradies begann. Der Weg in Richtung Plattensee wird immer ebener und führt durch sehr ländliches Gelände. Kurz nach Mittag halten wir an einer sehr schönen Czarda. Bei herrlichem Sonnenschein gibt es Cola und ungarische Gulaschsuppe - ein Hochgenuss. Nur Thomas, unser neuer Fitness-Guru begnügt sich mit einem Tomaten/Mozarella - Teller und weiß nicht was Ihm entgeht.

Gut gestärkt geht es auf die letzte Teiletappe bis zum Balaton, Über Veszprem geht es nach Balatonfüred - einem der größten Touristen-Zentren am See. Entlang des Sees wollen wir noch bis in die Gegend um Keszthely, wo wir eine Unterkunft suchen. Als erstes fahren wir auf einen Campingplatz, wo auch Bungalows vermietet werden. Der Platz scheint wie ausgefegt - das "Restaurant" hält nicht einmal mit einer deutschen Frittenbude Stand und für die Zimmer im DDR-Ferienlager-Scharm wollen Sie 30 Euronen ! Nicht mit uns !

Es geht weiter und keine 5 Km später sind wir in Balatongyörök - einem sehr hübschen Örtchen, wo uns eine Unmenge Schilder mit der Aufschrift "Zimmer Frei" empfangen. Thomas hatte offenbar den richtigen Riecher und kaum angehalten begrüßte uns der ungarische Pensionsinhaber mit bestem Deutsch und pries seine Herberge an. Auch aus dem Nachbarhaus kam sofort eine Dame in der Hoffnung zum Saisonende auch noch Geschäft zu machen. Pech gehabt - wir bleiben hier. Der Preis inkl. Frühstück soll 20€ betragen und außerdem kann Bier aus dem Kühlschrank für 1€ genommen werden - Strichliste bitte nicht vergessen - Prima Service finden wir.

Trinken also erst einmal eins und außer Thomas, der sich beim SMS-Schreiben lieber einen Knoten in die Finger tippt, wollen alle unbedingt Baden gehen. Keine 200 Meter und wir sind am Balaton. Opa Olaf kennt den See von vielen Urlauben in den 70-ern und ahnt nichts Gutes. Es kommt wie befürchtet - riesengroße glitschige Steine und dann knietiefer Schlamm - nix für Opa Olaf. Die anderen sind eisenhart und gehen rein - stark ? Schwerer als das Reinkommen ist jedoch das Rauskommen - die Bilder sprechen für sich. Es sieht aus, als wenn sich 3 Teletappis aus dem Wasser bewegen.

Wieder in der Pension angekommen, treffen wir auf ein Ehepaar, welches uns mit den Worten "Naumburg grüßt Halle" in Empfang nimmt. Scheinen schon öfter hier gewesen zu sein und geben uns reichlich Tipps, wo es das beste Essen der Gegend gibt. Leider alles zu weit weg um es per Fuß erreichen zu können. So entschließen wir uns für ein direkt gegenüber gelegenes Restaurant, wo wir sehr gut Essen. Als wir fertig haben, machen Erklärbär, Olaf und Thomas noch einen Abstecher zum direkt daneben liegenden Weinstand um diverse ungarische Weine durchzukosten. Ooweh - wie soll das enden. Danach trinken wir in unserer Pension noch die letzten Büchsenbiere aus und gehen gegen 23:30 Uhr ins Bett.


4. Tag Slunj [Kroatien] 333 Km


Heute soll es an die Adria gehen. Haben am Abend noch lange diskutiert, welche Strecke wir fahren. Frank hat einen Abstecher zum Unesco-Welterbe, den berühmten Plitwitzer Seen, vorgeschlagen. Das bedeutet, einen kleinen Umweg zu nehmen. Ehe wir dem Verkehr am Balaton entrinnen können, dauert es eine ganze Weile.

In Richtung Kroatische Grenze fahren wir auf den schlechtesten Straßen der Tour. Kurz vor der Grenze gibt es noch eine kurze Rast in einem kleinen ungarischen Dörfchen. In dem Imbiss, dessen Toilette man nur mit angehaltener Luft betreten kann zahlt jeder was er möchte, da die Dame am Tresen nicht so recht weiß, wie die in Euronen umrechnen soll. Wir entdecken einen wahren Königinnen-Stuhl aus Holz gesägt. In Vertretung nimmt schon mal der Gemahl Platz.

Wir fahren kurz nach der Grenze zum Tanken, bevor es weiter in Richtung Zagreb geht, was wir weiträumig umfahren. Bei Karlovac verlassen wir die E65 um auf der 1 in Richtung der Seen zu fahren. Je näher wir den Bergen kommen, desto dunkler wird es ringsherum - böse Vorahnungen machen sich breit. Wenig später ist es dann so weit - der Himmel öffnet seine Schleusen und es schüttet gewaltig. Mehr als 50-60 Km/h sind nicht drin. Nach einer Stunde ist Schluss mit fahren. Als Thomas ein Hotel an der Straßenseite sieht, fährt er kurzerhand ran - eine weise Entscheidung wie sich später herausstellen sollte.

Die Klamotten sind zumindest von außen völlig durchnässt, bei einigen haben die Handschuhe nicht durchgehalten und bei Thomas macht sich die lästige Hosenfehlkonstruktion bemerkbar - was so viel bedeutet, dass er "untenrum" ziemlich nass ist. Ein Wechsel der Sachen ist dringend notwendig. Zunächst wärmten wir uns am offenen Grill auf, wo tagsüber normalerweise ganze Spanferkel und Ziegen zubereitet werden.

Danach setzen wir uns erst einmal in die Gaststube und verdrücken einige Nudelgerichte, welche jedoch sehr ölhaltig sind. Nach kurzer Besprechung und der Nachfrage bei der Rezeption hinsichtlich des zu erwartenden Wetters in den kommenden Stunden entscheiden wir diesen Tag nicht mehr zu fahren und checken gegen 15:30 Uhr ein.

Opa Olaf hatte leichtsinnigerweise eine Bierbüchse am Balaton in eine der Satteltaschen gepackt - ein fataler Fehler, denn diese war undicht und hatte sich im Laufe des Tages entleert - trocken war angesagt. Kurze Zeit später trafen wir uns alle wieder im Restaurant. Wie schon an den vorhergehenden Tagen checkten wir per WLAN das Wetter für den kommenden Tag und legten eine Route fest. Den Rest des Abends verbrachten wir mit Essen und Knack-Spielen. Opa Olaf war an diesem Abend ziemlich kaputt und außerdem lagen ihm noch die fettigen Nudeln vom Nachmittag im Magen. So beschloss er gegen 21:00 Uhr ins Bett zu gehen. Wie aus heiterem Himmel kam dann ein Spruch unseres Dauer-Simsers :

"Du machst wohl jetzt den Thomas !"

Riesengelächter - man muss wissen, dass auf den vergangenen Touren unser Thomas immer mit den Hühnern ins Bett gegangen ist. Umso verwunderlicher, dass der Spruch gerade von Ihm gekommen war. Der Rest der Truppe hielt noch bis 22:30 Uhr durch. Am kommenden Morgen sollte uns ein herrlich blauer Himmel erwarten.


5. Tag Idrijci [Slowenien] 340 Km


Wie uns am Vortag die nette Dame an der Rezeption schon vorausgesagt hatte, haben wir an diesem Tag herrlich blaues Wetter. Wir genießen wie immer um 8:00 Uhr das Frühstück. Ein herrliches Frühstücksbuffet erwartet uns, welches keine Wünsche offen lässt. Unsere Sachen sind über Nacht getrocknet, sodass unserer heutigen Etappe zur Adria und weiter nach Slowenien nichts mehr im Wege steht.

Gegen 9:00 Uhr geht es los - nicht ohne vorher noch ein paar Aufnahmen von Hotel zu machen. Der Koch ist gerade dabei ein Spanferkel und eine Ziege ins Feuer zu hängen. Wir nehmen zunächst eine "weise Straße" Richtung Tounj, welche zunehmend kurvig aber auch schlechter wird. Ab Tounj geht es auf der 23 bis Senj an der Adria. Wir passieren eine Unmenge kleiner kroatischer Dörfer. In einem Dorf sehen wir reihenweise zerstörte Häuser, deren zahlreiche Einschusslöcher offenbar an die Kriegswirren in den 90-er Jahren erinnern. Wir sind tief beeindruckt und erst ein entsprechendes Googeln nach der Tour bringt Klarheit. Wir sind mitten in der Gegend, wo von 1991 bis 1995 der Unabhängigkeits-Krieg Kroatiens gegen die Serben tobte.

Die restlichen 70 km bis zur Adria sind schnell geschafft. Die letzten 20 km fahren sich herrlich. Es geht bis auf 800m hoch und die Straßen werden zunehmend besser. Man merkt, dass die Touristenzentren nicht mehr weit sind. Auf einer Anhöhe machen wir Halt und genießen erstmals den Blick auf die wirklich blaue Adria - allein dieses Panorama war die Reise wert.

In Slunj biegen wir in den Hafenbereich ein und parken direkt vor einem Kaffee. Prompt kommt ein netter Cop und macht uns darauf aufmerksam, dass wir besser auf dem kostenlosen Parkplatz gegenüber der Straße unsere Bikes abstellen sollen. Wir trinken Kaffee und Cola, schauen uns den herrlichen Hafen an und fotografieren was das Zeug hält. Das Wasser ist total blau und sauber - fantastisch ! Bevor wir weiterfahren beschließen wir, in einer der kommenden Buchten anzuhalten und ins Wasser zu springen. Nach einigem Suchen haben wir dann auch unsere Bucht gefunden - unmittelbar vor den Klippen parken wir die Bikes - umziehen - ab ins Wasser. Herrlich - eine willkommene Abkühlung und ein Heidenspaß - hier könnte man es auch länger aushalten.

Leider müssen wir weiter - haben noch eine ziemliche Strecke vor uns - denn wir möchten möglichst weit bis in Richtung Alpen fahren, um an den nächsten 2 Tagen so viele Pässe wie nur möglich zu fahren. Bis auf Nano-Olaf sind schon alle in den Alpen gewesen und das ist offenbar wie ein Virus, der sich umso schneller ausbreitet, je näher man den 2000-ern kommt. Opa Olaf ist auch schon gespannt und auch ein bisschen nervös - weiß er doch noch nicht, wie er sein 350Kg-Dickschiff um die Serpentinen und Haarnadelkurven manövrieren wird.

Die stark befahrene Küstenstraße E65 ist nicht wirklich ein Genuss. Wir schlängeln uns hinter nicht endenden Autokolonnen hinterher und das Einzige was uns aufheitert, ist der geniale Blick auf die zahlreichen malerischen Buchten und das blaue Meer. Es geht vorbei an Rijeka, wo wir auf die A7/E61 fahren um bei Matulji den Weg Richtung slowenischer Grenze einzuschlagen, welche wir kurz darauf passieren. Das Gelände wird zusehend bergiger und kurviger und die Straßen sind nicht immer die breitesten.

Wir fahren auf der 6 und kurz vor dem 3-Häuser-Dorf Ribnica passiert es dann. Opa Olaf geht in einer Rechtskurve die Maschine aus und er kann sie nur noch ausrollen lassen. Eine ziemlich gefährliche Situation, den der Verkehr ist nicht ohne - rechts ist eine hohe Bordsteinkante - ein Beiseiteschieben daher nicht möglich - und es geht zusätzlich bergauf ! Erklärbär ist zum Glück noch hinter Opa Olaf und macht sofort Dampf, um die restlichen Biker zu alarmieren. 5 Minuten später sind alle wieder da und die Maschine wird 100m weiter geschoben wo sich Schraubergott Thomas sofort an die Fehlersuche macht. Beim Zündungeinschalten macht die Benzinpumpe Geräusche, als wenn sie trocken läuft. Ein richtiger Fehler wird jedoch nicht gefunden und nach einiger Zeit springt die Maschine auch wieder an und läuft - wenn auch mit wiederholten Aussetzern.

Wir beschließen, bis in nächste größere Ortschaft zu fahren und dort ggf. nach einer Werkstatt zu suchen. Das ist dann in Postojna - wo wir zunächst erst einmal Tanken. Beim Tankdeckel öffnen bemerkt Opa Olaf einen sehr starken Unterdruck im Tank - was er bisher noch nicht erlebt hat - dies kann durchaus die Ursache für die Problem gewesen sein. Wollen zwar trotzdem noch eine Werkstatt suchen - leider war jedoch nichts zu finden. So bleibt uns nichts weiter übrig als weiterzufahren, in der Hoffnung das Opas Maschine durchhält.

Es geht also weiter und im Ort Idria suchen wir eine Bleibe für die Nacht. Vor einem Hotel stellen wir die Bikes ab. Thomas und Olaf erkundigen sich nach den Preisen. Der Inhaber wollte wohl am Saisonende noch mal richtig abkassieren und verlangte 90€ für einen 4-Bettschlafsaal und 50€ für ein Einzelzimmer - Nö !! Währenddessen erkundigten sich Frank und Erklärbär andersweitig. Unterwegs trafen Sie einen Herren, der fragte ob Sie einen "Dicken Biker" suchen (wobei er eine Figur macht, als ob er die Wildecker Herzbuben beschreibt) - wenn ja, dann steht er ein Stück weiter bei einer Reihe von Motorrädern - gemeint war natürlich Jens, der auf die Bikes aufpasste - Lach-Lach-Lach !!!!

Wir fahren also weiter und suchen ein 5-Sterne-Hotel, welches auf vielen Werbetafeln zu sehen ist. Nach 4 Km finden wir das auch. Thomas und Erklärbär checken die Lage. Ein wirklich edles Anwesen - die vorbeifahrenden Autos lassen die Vermutung aufkommen, dass die 5 Sterne wahrscheinlich nicht umsonst vergeben wurden. Dies bestätigen unsere 2 Späher ! Für ein Doppelzimmer fallen schlappe 140€ an - Nichts für unsere Low-Budget-Tour ! Es geht also weiter und wir finden dann 8 km weiter doch noch eine wunderschön gelegene Pension. Preise inkl. Abendessen und Frühstück - 40€ pro Nase - Passt !! Auf dem Parkplatz sehen wir bereits 5 BMW's aus Siegen und wir sind gespannt.

Pünktlich um 19:00 Uhr hatte die Herbergsmutter zum Abendmenü geladen. Es gab slowenische Bohnensuppe (ohne Bohnen) , Salat-Teller, Hühnchen gebraten mit Gemüse und als Dessert warmen Quarkkuchen - das ganze sehr schmackhaft. Wir suchen vergebens die 5 Fahrer, welche zu den BMW's gehören. Außer uns noch 2 junge Ehepaare, ein älteres Ehepaar und ein Tisch mit 5 Rentnern und einer Frau ebenfalls jenseits der 60 ! Sollten das die Biker sein ? Die Meinungen gehen auseinander. Thomas hat an einer BMW noch einen Schlüssel stecken sehen und fragt kurzerhand im Gastraum, wem das Motorrad gehört - unglaublich - der älteste Rentner am Nachbartisch (später erfahren wir, dass er 76 ist) meldet sich. Die Männer sind fast alle jenseits der 70 ! Wir haben totalen Respekt und fragen uns, ob wir in 20 -25 Jahren wohl auch noch so fit sind. Die Herrschaften fahren schon seit mehreren Jahren hierher und machen dann Sternfahrten. Das Ganze offenbar immer noch sportlich ambitioniert, denn sie hatten in den vergangenen 3 Tagen auch schon 1100 km abgespult - Hut ab !!!

Zu späterer Stunde bestellen wir noch eine Holzplatte mit Schinken, Salami und Käse der Region. Schmeckt ausgezeichnet und braucht den Vergleich mit berühmten italienischen oder spanischen Produkten nicht zu scheuen - ganz im Gegenteil. Der Abend geht gemütlich zu Ende und alle freuen sich bereits auf die kommenden 2 Alpentage.


6. Tag Rasun Anterselva [Italien] 321 Km


Heute geht es endlich in die "richtigen" Berge. Zunächst fahren wir die 102 über Tolmin bis nach Kobarid, wo wir die 203 / 206 in Richtung Kransjka Gora, dem großen slowenischen Skigebiet nehmen. Frank meinte, kurz vor Kranjska Gora gibt es 2 herrliche Pässe, die wir unbedingt fahren sollten.

Die Straßen in der Gegend werden zwar zunehmend steiler und kurvenreicher, dafür aber auch immer schlechter. In den Kurven müssen wir höllisch aufpassen um nicht wegzurutschen. Es liegt oft Sand und Split dort, sodass die Hinterräder ein Eigenleben führen. Thomas hat es in einer Kurve so den rechten Fuß beim Aufsetzen geschlagen, daß wir erst einmal anhalten und den blauen Zeh begutachten - gerade noch mal gut gegangen.

Die zwei Pässe gestalten sich als ziemliche Herausforderung. Die Straßen (Holperpisten) werden zunehmend enger und Opa Olaf hat alle Hände voll zu tun sein Gefährt in aufrechter Position zu halten. Mit 1611 Metern bzw. 1530 Metern sind der Pramollo-Paß und der Bovec-Paß zwar bei weitem nicht so hoch wie die Pässe, die wie morgen befahren wollen - aber lt. Aussagen unserer Alpen-Profis sind sie viel anspruchsvoller. Der Bovec-Paß hatte während der Abfahrt noch ein besonderes Highlight für uns parat. Die Kehren waren "gepflastert" ! Selbst bei trockenem Wetter ist höchste Aufmerksamkeit geboten - bei nassem Wetter mag ich mir gar nicht ausmalen, was dort abgeht.

Wir passieren Kranjska Gora und fahren an den bekannten Skipisten vorbei. In unmittelbarer Nähe befindet sich in Planica auch die größte Skiflugschanze der Welt - leider ist keine Zeit zur Besichtigung - wir wollen einen Teil der Karnischen Dolomitenstraße noch bis in die Nähe von Bruneck fahren. Kurz hinter Kranjska Gora passieren wir die italienische Grenze.

Frank ist wieder mal der Tour Guide. Wir wollen ein Stück Autobahn fahren um schneller voranzukommen. Frank nimmt eine falsche Abfahrt und prompt stehen wir Österreich auf der mautpflichtigen Süd-Autobahn. Kostet 6.50€ und da wir nicht riskieren wollen von den Ösis mit 200 Okken zur Kasse gebeten zu werden, wegen fehlender Plakette - also bezahlen - auf die Autobahn - nächste Abfahrt wenden und jetzt in richtiger Richtung weiter. Weiter auf der Autobahn um in Pontebba auf die SP110 / Via Pramollo fahren. Kurz darauf sind wir wieder in Ösiland und die Straßennummer ist jetzt die 95 !

Wenig später sind wir dann endlich auf der Gailtaler Bundesstraße - der 111 ! Irgendwann wird es dann die Drautal-Bundesstraße 100 und wir befinden und bald wieder in Italien. Die Bergdörfer und Städtchen, welche wir durchfahren machen einen sehr gediegenen Eindruck und zumindest auf österreichischer Seite ist keine Mangel an Hotels, Pensionen und Gasthöfen. Es geht weiter bis Rasen-Antholz, wo wir in einem Kreisverkehr die Pizzeria "Wieser" mit angeschlossener Pension entdecken. Es ist eine Appartement mit 2-Bett + 1-Bettzimmer frei sowie ein Doppelzimmer - Passt ! Wir checken ein - duschen und gehen auf den Hof um den sonnigen Abend bei 24 Grad zu nutzen und zu essen. Die Preise sind wieder auf "deutschen Niveau" - Bier 0.4 = 2.8 - um einen Vergleich zur Slowakei herzustellen - eine Steigerung um satte 500% !!! Als es kälter wird, gehen wir in den Gastraum und spielen noch ein wenig Knack - morgen stehen 2 Alpenpässe an.


7. Tag Spatzenhausen [Deutschland] 316 Km


Die Königsetappe ! Auch in dieser Pension erwartet uns wieder ein schönes Frühstücks-Buffet. Das Thermometer der benachbarten Apotheke verheißt 3 Grad Celsius - wird können das bestätigen, denn unsere Bikes sind mit einer wunderschön glitzernden Eisschicht überzogen. Gestärkt geht es auf die heutige Etappe, die uns wieder nach Deutschland zurückbringt. Über Bruneck geht es weiter bis nach Sterzing, wo wir tanken wollen. 1. Tanke hatte nur 2 Säulen - weiter - 2. Tanke war auch nicht sehr groß und hatte fast nur Super98. Wie aus heiterem Himmel fing unser Eiweiß-Junkie in alter Thomas-Manier plötzlich an auszurasten. Irgendwas gebrabbelt - Visier runter - Vollgas - und weg ! Was war das den jetzt für eine Nummer – fragen sich Alle.

Bei der nächst größeren Tanke treffen wir ihn dann wieder. Hatte bereits eine Kippe im Mund und war dabei abzutouren - wohl im Bewusstsein, das er gerade mal wieder den Tour-Thomas alter Güte gegeben hatte.

Kurz hinter Sterzing wieder eine Überraschung - der Jaufenpass war wegen Bauarbeiten bis 12:00 Uhr gesperrt. Das drohte unsere gesamte Tagesplanung umzuwerfen - alternativ wäre nur der langweilige Weg über den Brenner möglich. Erklärbär holte einige Erkundungen ein und wir beschlossen doch die geplante Route zu fahren - eine sehr weise Entscheidung, wie sich wenig später herausstellen sollte. Angeblich kann man bis Calice fahren und dort wollten wir bist zur Eröffnung des Passes warten. Opa Olaf fährt am Ende der Gruppe, da er ohnehin in den Bergen der langsamste ist. Die Straße hinauf zum Jaufenpass ist wesentlich besser ausgebaut, als die gestrigen 2 Pass-Straßen in Slowenien. Es macht richtig Spaß. Opa Olaf kann verstehen, warum die anderen Wörmlitzbiker so gerne in die Alpen fahren.

Eigenartigerweise ist die Straße nach Calice auch weiter befahrbar. Lediglich kurze Stücke unterhalb der Passhöhe sind einseitig gesperrt - Glück gehabt. Wenige Minuten später hat auch Opa Olaf seinen ersten "Zweitausender" bezwungen - die letzten 500 Meter von Erklärbär auf Film festgehalten. Oben angekommen gibt es erst einmal Kaffee bzw. Cola. Jetzt gibt es kein Halten mehr - auch das Timmelshoch mit über 2500 Metern soll noch überfahren werden. Zunächst aber ca. 20 Km bergab. In einer Linkskurve schneidet ein italienisches Auto die Kurve und Opa Olaf hat leichte Berührung am Ellenbogen - verdammt Glück gehabt - das hätte auch total schief gehen können. Im Tal angekommen sind wir "nur noch" auf ca. 800 Meter bevor der nächste Anstieg zum Timmelsjoch beginnt.

Der Anstieg zum Timmelsjoch ist interessant. Uns kommen Unmengen von Oldtimer-Cabrios entgegen - eins schöner als das andere - bei Außentemperaturen um 5 Grad eine ziemliche Herausforderung. Oben angekommen präsentiert sich ein gewaltiger Ausblick. Ringsherum schneebedeckte Alpengipfel und auch auf dem Timmelsjoch liegt noch Schnee - auch wenn die Straßen natürlich frei sind. Opa Olaf hatte nun auch seinen ersten 2500-ter bezwungen. Nach einer kurzen „Foto-Schuting-Pause“ geht es wieder vieler Kurven und Kehren bergab. Beim Passieren der österreichischen Grenze werden 12€ Maut fällig - man merkt das auch deutlich an der Qualität der Straßen, welche auf dieser Seite des Timmelsjochs wesentlich besser ist. Dafür gab es aber u.a. den nachfolgenden Aufkleber.

Opa Olaf kann bergab ganz gut mithalten, braucht er doch sein Bike nur rollen zu lassen und die Motorbremse zu benutzen. Im Tal angekommen geht es jetzt in Richtung Deutschland. Durch das Ötztal geht es weiter über den Fernpass B179, was teilweise ganz nett ist, aber durch den starken Verkehr nicht so wirklich Spaß macht. Kurz vor der deutschen Grenze wird noch einmal getankt (20 Cent billiger als in D) bevor wird durch Garmisch Partenkirchen in Richtung Murnau am Staffelsee weiterfahren. Dort wollen wir und eine Bleibe suchen. Letztlich finden wir die Pension Weiss in Spatzenhausen, einem kleinen Dorf in der Nähe. Einzelzimmer für Opa Olaf und ein Apartment mit 2 Doppelschlafzimmern. Preis inkl. Frühstück 26 Euronen - ganz akzeptabel. Auf dem sonnenüberflutetem kleinen Biergarten nehmen wir zunächst ein paar Blonde, bevor wir später diverse Schnitzel aus der recht preiswerten Speisekarte verdrücken - köstlich. Morgen erwarten uns langweilige 500 km Autobahn.


8. Tag Halle [Deutschland] 500 Km


Wie immer gibt es vom letzten Tag nicht viel zu berichten. Bevor wir losfahren kaufen wir in einem unmittelbar in der Nähe gelegen Laden noch ein wenig Käse. Die 5 km bis zur Autobahn sind schnell geschafft und bis auf die 2 Tankstopps spulen wir die 500 km Autobahn routinemäßig ab. Am Autobahndreieck Bayerisches Vogtland trennen wir uns von Thomas, der nach Meißen möchte.

Gegen 14:30 Uhr sind wir in Halle angekommen. Kurzes Bier und für 17:30 Uhr zum gemeinsamen Grillen mit unseren Frauen verabredet. Beim Grillen werden die Ereignisse der Tour noch einmal revuepassiert und die in einigen Köpfen reifen schon erste Pläne für die Wochentour 2011 !!!!

Bilder Sieben Länder Tour


ENDE